Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
SCL Tigers Torhueter Damiano Ciaccio (#40), von links, Anthony Huguenin (#27), Federico Lardi (#2), Toms Andersons (#22) und ihre Mitspieler enttaeuscht auf dem Weg in die Garderobe nach der 7-3 Niederlage im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SC Rapperswil-Jona Lakers und den SCL Tigers am Dienstag, 11. Februar 2020, in Rapperswil. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Den SCL Tigers fehlen aus der letzten Saison rund 400'000 Franken. Bild: KEYSTONE

SCL Tigers bangen um Existenz: «Dann wird die Hockey-Landschaft bald anders aussehen»



Die SCL Tigers bangen um ihre Existenz: Präsident Peter Jakob spricht in einem Interview gegenüber der «Berner Zeitung» davon, dass die Liquidität seines Klubs aufgrund der Coronakrise nur noch bis Sommer gewährleistet sei.

Der Liquiditätsengpass steht bevor, obwohl der Verein in den letzten Jahren gemäss Peter Jakob Gewinne erwirtschaftet hat. Zudem sei jetzt ein zinsloses Darlehen über 500’000 Franken als «Sicherheit» aufgenommen worden. «Bis im Sommer sollte das Geld reichen», so Jakob.

Peter Jakob, Verwaltungsratspraesident der SCL Tigers, waehrend der Vorsaison-Pressekonferenz, am Sonntag, 6. September 2015, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Tigers-Präsident Peter Jakob schlägt Alarm. Bild: KEYSTONE

Laut Jakob fehlten dem Klub aus der letzten Saison knapp 400’000 Franken. «Im Frühling hätten die lukrativen Events im Stadion stattgefunden, da steht nun eine Null. Die Gastronomie-Abteilung liefert jährlich rund 700’000 Franken, bis im Spätsommer aber ist alles storniert.» Ein Monat ohne Publikum koste den Verein eine Million.

Wirklich in der Existenz bedroht

In Langnau werde es keinen Investor aus dem arabischen Raum geben, auch nicht aus Russland oder China. Es werde aber auch «niemand vorbeikommen und eine Million zur Verfügung stellen.» Denn es würden nicht viele daran glauben, dass die Saison im September normal beginnt. Geisterspiele seien ein «Desaster». «Aber wir würden wenigstens die 1.6 Millionen aus dem TV-Vertrag erhalten, und auch für die Partner, die im TV-Bereich werben, hätten wir die Vorgaben erfüllt», sagte Jakob.

Vorderhand gestoppt ist in Langnau der Bau des zweiten Eisfeldes inklusive Sporthotel und Ärztezentrum, den Jakob mit seinem Firmenvermögen finanziert. Die SCL Tigers seien wirklich in ihrer Existenz bedroht. «Wenn wir erst an Weihnachten vor Publikum spielen können, dann müssen wir nicht mehr über Lohnprozente sprechen, dann wird die Schweizer Hockey-Landschaft bald anders aussehen. Dann sind wir mehr tot als lebendig.»

Tigers Assistentcoach, Rikard Franzen, waehrend des Meisterschaftsspiels der National League, zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und den SCL Tigers, am Sonntag, 5. Januar 2020, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Rikard Franzén wird wohl neuer Cheftrainer bei den Tigers. Bild: KEYSTONE

Den finanziellen Schreckensszenarien zum Trotz wird in Langnau an der sportlichen Zukunft gearbeitet. Demnächst dürfte Rikard Franzén vom Assistenten zum Nachfolger von Heinz Ehlers als Headcoach aufrücken, weil der frühere schwedische Top-Verteidiger bereits auf der Lohnliste steht. «Er ist ein sehr guter Kandidat», sagte Jakob. (pre/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Die Bilder zum Geisterspiel-Abend in der National League

Dinge, die Hockey-Fans niemals sagen würden

Play Icon

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

21
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • davej 05.05.2020 11:53
    Highlight Highlight "Vorderhand gestoppt ist in Langnau der Bau des zweiten Eisfeldes inklusive Sporthotel und Ärztezentrum"
    So ein Luxus leistet sich nicht einmal der ZSC!! Null Mitleid mit Langnull
  • chrisdea 04.05.2020 17:05
    Highlight Highlight Es tut mir als Sportfan und aktiver (Amateur)Hockeyspielerwirklich leid für die Tigers und alle anderen Vereine die mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Ebenso für die Fluglinien und Flughafenbetreiber. Und die Automobilbranche sowieso.

    Aber wir werden auch mit einer anderen Sportwelt leben können, genauso wie ohne Billigflüge nach Mallorca und Wochenendtrips nach NY. Und die Chance um andere Lösungen für den Individualverkehr und unsere überlasteten Verkehrsachsen sollten wir ebenfalls nutzen.
  • Ironiker 04.05.2020 14:23
    Highlight Highlight Solange die Vereine aus der NLA absteigen können, solange werden sie jeden Rappen in die Spielergehälter investieren. So einfach ist das!
    • Schönbächler 05.05.2020 00:29
      Highlight Highlight Stimmt bei der NHL ist das ja auch so...
      **Ironie off
    • davej 05.05.2020 11:55
      Highlight Highlight Guter Vergleich... Schönbächler hat den Unterschied zwischen der NHL und der NLA verstanden..
      **Ironie off
  • na ja 04.05.2020 13:50
    Highlight Highlight Ich denke, dass es mehr oder weniger allen Clubs ähnlich geht, aussert sie haben zusätzlich einen "Investor" der massiv Geld reinpumt. Von den 12 Teams sind es.....? Und die anderen? Weg von der Bildfläche? Geile Meisterschaften werden das dann, echt! Ob dann das TV auch noch soviel bezahlt, wenn die oberste Liga (mal angenommen) halbiert ist? 10x gegen den selben Gegner? Sehr attraktiv, egal für welches Team man "fänet",sowas wprde ich mir nicht mehr anschauen.
  • Ove8 04.05.2020 11:39
    Highlight Highlight Vor ein paar Jahren gab es noch die hälfte TV Gelder, nun ist mann auf einmal auf die TV Gelder angewiesen.
    Vielleicht sollte man mal über die Bücher den Clubs.
    Ich meine die Löhne verhandeln sie ja selber. Bei einem Durchschnittseinkommen von 200tausend oder mehr bei den Spielern, können sie auf mein Mitleid nicht zählen..
    Vielleicht wäre ja auch eine Option wen man die Budgetplanung der 1.Mannschaft nicht abhängig macht von 100 anlässen neben bei.
    • Snuffinator 04.05.2020 12:24
      Highlight Highlight Ich glaube Herr Jakob sagt wie es im moment den meisten Vereinen geht. Diverse mache es nur nicht öffentlich.
      Es gibt kein Verein der nich von Anlässen und Gastronomie lebt (Davos spenglercup. Bern Div. Restaurants) und Langnau ist einer der Vereine dessen Schweizer am wenigsten verdienen ( unter 400'000) da bei weniger die spieler eher ins Ausland oder NLB gehen. Frage mich da was man noch mehr hätte tun können ausser schwarze zahlen schreiben wie immer seit Wiederaufstig?
      Ich denke die Kriese wird noch Diverse Mannschaften von der Landschaft fegen wenn das so weiter geht.
    • Eidi 04.05.2020 12:31
      Highlight Highlight Wenn man keinen reichen Geldgeber hat und die Ticketpreise nicht verdreifachen will, bleibt als alternative halt die Querfinanzierung über die Gastronomie. Das nun die Events ausfallen und damit die Geldquelle fehlt ist halt Pech und die Krise trifft die Vereine genauso wie ein "normales Unternehmen"
    • kupus@kombajn 04.05.2020 18:33
      Highlight Highlight Sie sollen also die TV- Gelder sparen und ohne die Nebeneinnahmen budgetieren? Sorry, aber das ist betriebswirtschaftlicher Blödsinn. Dieses Geld ist ja dafür da, in den sportlichen Bereich zu investieren. Und mit so massiven Ausfällen, wie sie jetzt zu beklagen sind,
      konnte nun wirklich keiner rechnen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alf Tannenbaum 04.05.2020 11:27
    Highlight Highlight Können die AGs denn für die Gastro Abteilungen keinen Nothilfe Kredit beantragen?
  • Gondeli 04.05.2020 11:23
    Highlight Highlight Ich werde den doppelten Abo Betrag zahlen!

    Alle für die Tigers!
    • Loko 04.05.2020 12:56
      Highlight Highlight Genau, der allerorts gern gesehen Publikumsmagnet muss zwingend gerettet werden 😂
    • manolo 04.05.2020 18:06
      Highlight Highlight @gondeli das musst du aber jetzt beweisen!
  • Bobby Sixkiller 04.05.2020 10:10
    Highlight Highlight Chlöisu schreibt in seiner neusten Polemik:

    "Zwar überbieten sich die Funktionäre und Klubvertreter im Ausmalen von schwarzen und schwärzesten Zukunftsszenarien. Wir dürfen sie getrost ignorieren."

    Also ignorieren wir diese Meldung jetzt mal... 😉

Kommentar

Fussball und Hockey – der Staat darf das Hobby der Millionäre nicht finanzieren

Unser Fussball und unser Eishockey können problemlos ohne zusätzliche staatliche Hilfe durch die Virus-Krise kommen. Eine Polemik wider einen Sündenfall.

Unser Sport – in erster Linie der Fussball und das Eishockey in den beiden höchsten Ligen – ist in seine grösste wirtschaftliche Krise der Geschichte geraten. Inzwischen ist der Staat in der Lage, die Wirtschaft mit Milliarden durch die Krise zu «füttern». Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Lohnbuchhaltungen über die Kurzarbeitsregelung zu entlasten. Davon profitiert auch der in Kapitalgesellschaften organisierte Profisport.

Der Sport ist systemrelevant geworden, daher werden …

Artikel lesen
Link zum Artikel