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Tigers Goalie Ivars Punnenovs ist geschlagen, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League zwischen den SCL Tigers und dem Lausanne HC, am Samstag, 2.Dezember 2017, in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Der Trainer von Ivars Punnenovs ist jetzt auch noch Sportchef. Bild: KEYSTONE

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Langnaus Rechnung, die nicht aufgeht – das Resultat wird der Abstieg sein

Nun ist Torhütertrainer Marc Eichmann auch noch Sportchef. Das Resultat dieser leichtsinnigen Personalpolitik mit einem «halbbatzigen» Torhütertrainer und einem «halbbatzigen» Sportchef wird der Abstieg der SCL Tigers sein.



Eine Mannschaft steht und fällt mit der Leistung der Torhüter. Das ist wahrlich nicht neu. Aber es ist ein ewiges Gesetz des Hockeys. Wer es missachtet, wird von den Hockeygöttern bestraft. Also hat Langnau bereits im Januar mit Marc Eichmann einen neuen vollamtlichen Torhütertrainer für die kommende Saison verpflichtet. In der entsprechenden Medienmitteilung ist die Wichtigkeit seiner Tätigkeit noch einmal ausdrücklich betont worden. Er werde als Fachverantwortlicher den roten Faden für die Ausbildung aller Torhüter im Klub legen.

Die SCL Tigers sind ein Sportunternehmen. Sie sind nebenbei auch noch tüchtig in der Gastronomie tätig. Aber grundsätzlich gilt: Sport gut, alles gut. Sport nicht gut, nichts gut. Die Sportabteilung ist die wichtigste im Unternehmen und der Sportchef im Grunde der wichtigste Angestellte. Deshalb hat Langnau über all die Jahre einen vollamtlichen Sportchef beschäftigt. Zuletzt Marco Bayer, der nun neuer U20-Nationaltrainer wird.

Sportchef in Langnau zu sein, ist schwieriger als bei einem Grossklub. Langnaus Sportchef sollte ein noch intensiveres Scouting organisieren. Um Talente zu entdeckten, die von den Grossen übersehen worden sind. Bei Transferverhandlungen muss er überzeugend auftreten – «Geld-Transfers» wie bei einem Grossklub liegen einfach nicht drin. Macht er seinen Job richtig, beschäftigt er sich täglich mit dem Spielermarkt und den Befindlichkeiten in der Kabine. Nur wenn er Unstimmigkeiten rechtzeitig erkennt, kann er verhindern, dass aus einem kleinen Problem ein Eklat wird. Marco Bayer hat in diesem Bereich versagt. Auch deshalb haben Chris DiDomenico (zu Gottéron) und Heinz Ehlers (heim nach Dänemark) Langnau verlassen.

Unseriös und verhängnisvoll

Wir sehen: Der Torhütertrainer ist wichtig und hat alle Hände voll zu tun. Und wir sehen auch: Der Sportchef ist erst recht wichtig und hat alle Hände voll zu tun. Sogar die meisten Klubs der Swiss League beschäftigen einen vollamtlichen Sportchef. Doch nun wurde Torhütertrainer Marc Eichmann auch noch zum Sportchef befördert. Ihn so mit einem Doppelmandat zu belasten, ist unseriös und wird sich verhängnisvoll auswirken.

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Eichmann bei seiner eigentlichen Arbeit. bild: instagram/scl_tigers_official

Diese Beförderung ist nichts anderes als billiges Blendwerk. Man kann ja in der höchsten Liga des Landes nicht ohne Sportchef dastehen. Das wäre ein schlechtes Signal für die Sponsoren und die Zuschauerinnen und Zuschauer, die doch, wenn die Welt wieder im Lot ist, bitteschön eine Saisonkarte kaufen sollen. Aber der Torhütertrainer ist jetzt halt auch noch Sportchef.

Das ist so absurd, wie wenn der Cheftrainer auch noch die Gastronomie managen sollte. Oder der Eismeister auch noch die Werbeflächen auf dem Eis verkaufen müsste.

Oder kann man Marc Eichmann bei seiner Arbeit mit den Torhütern entlasten? Schliesslich ist auch noch Stanley-Cup-Sieger und Juniorentrainer Martin Gerber im Haus. Er kann ja aushelfen. Wenn das so sein sollte: Warum hat man dann überhaupt einen vollamtlichen Torhütertrainer engagiert? Offensichtlich haben die Langnauer schon vergessen, warum sie Marc Eichmann geholt haben. Ivars Punnenovs war mit Dusan Sidor nicht mehr zufrieden. Also ist der Slowake, um Ivars Punnenovs glücklich zu machen, gefeuert und durch Marc Eichmann ersetzt worden.

ZUR AUFSTELLUNG VON IVARS PUNNENOVS IN DER LETTISCHEN NATIONALMANNSCHAFT FUER DREI LAENDERSPIELE, STELLEN WIR IHNEN HEUTE, 6. FEBRUAR 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Tigers' goaltender Ivars Punnenovs, of Latvia, waits, during a National League regular season game of the Swiss Championship between Geneve-Servette HC and SCL Tigers, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Tuesday, January 2, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Torhüter Punnenovs hat erhalten, was er gewollt hat. Bild: KEYSTONE

Die SCL Tigers würden den Hockeygöttern auf den Knien danken, wenn der lettische Nationaltorhüter mit Schweizer Lizenz am Ende der nächsten Saison den auslaufenden Vertrag verlängern würde. Es ist ungeschickt, in dieser Saison ausgerechnet den Torhütertrainer, den man vor allem wegen Ivars Punnenovs geholt hat, auch noch mit den Aufgaben des Sportchefs zu belasten.

Viel zu tun – auch in der Krise

Langnau hat mit dem ehemaligen Sportchef Jörg Reber, mit Simon Schenk (als Berater) und Alfred Bohren (als Scout) viel Hockeykompetenz. Trotzdem hat man richtigerweise einen vollamtlichen Sportchef beschäftigt. Seit Januar ist klar, dass Marco Bayer gehen muss. Trotzdem hat sich niemand im Unternehmen darum bemüht, die Nachfolge zu regeln. Und so ist in Gottes Namen halt nun der Goalietrainer Sportchef. Auch ein Zeichen, wie wenig ernst inzwischen die Sportabteilung vom Verwaltungsrat genommen wird.

Während der Weltviruskrise steht der Sport still, da braucht man doch vorerst keinen vollamtlichen Sportchef. Falsch. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, hellwach zu sein. Erstens um sofort auf dem Teppich zu stehen, wenn bei der Konkurrenz Spieler frei werden sollten, und zweitens, um jetzt auf dem Ausländermarkt einen guten Deal einzufädeln. Bevor der Markt wieder brummt. Immerhin haben die SCL Tigers noch drei offene Ausländerstellen.

Die Kleinen – und die SCL Tigers gehören zu den Kleinen – müssen flinker, cleverer und schneller sein, wenn sie gegen die Grossen bestehen wollen. Mit einem Sportchef, der eigentlich Goalietrainer sein sollte, sind die Langnauer nicht flinker, cleverer und schneller. Wenigstens haben sie das Glück, dass sie nichts mehr tun müssen, um einen guten, um den richtigen Trainer zu finden. Sie haben ihn mit Assistent Rikard Franzén schon seit 2018 unter Vertrag.

Tigers Assistentcoach, Rikard Franzen, waehrend des Meisterschaftsspiels der National League, zwischen dem HC Fribourg-Gotteron und den SCL Tigers, am Sonntag, 5. Januar 2020, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Rikard Franzén hätte auch das Zeug zum Cheftrainer. Bild: KEYSTONE

Wenn die Weltviruskrise herhalten muss, um Untätigkeit und Nachlässigkeit in der Sportabteilung zu rechtfertigen – so nach dem Motto «man kann jetzt sowieso nichts machen» – dann wird die Quittung präsentiert, wenn der Sportbetrieb wieder läuft.

Der Ruhm der Playoffs von 2019 ist den Verantwortlichen der SCL Tigers zu Kopfe gestiegen. Sie sind sportlich (aber nicht finanziell – das sei ausdrücklich erwähnt) leichtsinnig geworden. Wie damals, nach den Playoffs von 2011.

Für die nächste Saison gibt es deshalb einen sicheren Tipp: 12. SCL Tigers.

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