DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Jubel bei Zugs Lino Martschini, Zugs Miro Zryd, Zugs David McIntyre und Zugs Dominik Schlumpf, von links, im Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EV Zug und dem HC Ambri-Piotta am Mittwoch, 2. Januar 2019, in der Bossard Arena in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Bild: KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Die «Jahrhundert-Chance» für Zug gegen den «kleinen SC Bern»

Lausanne ist Berns kleiner taktischer Bruder und ein schwieriger Halbfinal-Gegner. Aber die Zuger haben eine «Jahrhundert-Chance» auf den Titel, die für lange, lange Zeit einmalig bleiben wird.



Zug will zum zweiten und wenn möglich zum dritten, vierten und fünften Mal nach 1998 Meister werden. Darin sind sich alle einig. Und vor dieser ambitionierten, realistischen Zielsetzung hat die Konkurrenz in Zürich, Bern und anderswo gehörigen Respekt. Wir erleben in Zug gerade den Anfang einer neuen Hockey-Dynastie. Eine Dynastie ist im Sport eine Hockey- oder Fussballfirma, die dazu in der Lage ist, über einen längeren Zeitraum eine Liga zu dominieren und mehrere Meisterschaften zu gewinnen.

Eigentlich soll diese grosse Zeit erst im Sommer beginnen. Wenn die zwei «Kaisertransfers» da sind: Torhüter Leonardo Genoni vom SC Bern und Grégory Hofmann, der beste Torschütze der Liga, vom HC Lugano.

Bern Goalie Leonardo Genoni lueftet seinen Helm im dritten Eishockey Playoff-Viertelfinalspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem Geneve-Servette HC am Donnerstag, 14. Maerz 2019 in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Leonardo Genoni Bild: KEYSTONE

Aber im Sommer werden sich die Konkurrenten – die ZSC Lions, Lugano – erholen. Es ist auch damit zu rechnen, dass Gottéron und Davos in absehbarer Zeit wieder besser werden und Biel noch besser wird. Noch ist Lausanne erst der «kleine SCB». Aber auf dem Weg dazu, der SCB des Welschlandes zu werden. Und noch einmal ein Halbfinale ohne die ZSC Lions und Lugano wird es mit ziemlicher Sicherheit in den nächsten Jahren nicht mehr geben.

Diese Ausgangslage ist die «Jahrhundert-Chance» für die Zuger: Sie dürfen ohne den ultimativen Erwartungsdruck gegen eine Konkurrenz im Umbruch um den Titel spielen. Mit einer Mannschaft, die bereits das Potenzial für das höchste aller Ziele hat. Gut genug für eine Meisterschaft zu sein und doch nicht kein Favorit sein zu müssen – eine bessere Voraussetzung gibt es eigentlich nicht.

Die Frage ist ja, ob die Zuger auch im zweiten Jahr unter Trainer Dan Tangnes erneut so schwungvoll und unbelastet auftreten werden. Es ist ein Unterschied, ob in einer Sportorganisation der Titel gefordert oder «nur» erhofft wird. Nächste Saison wird er gefordert.

Zug's Head coach Dan Tangnes talks to his players, during a National League regular season game of the Swiss Championship between Geneve-Servette HC and EV Zug, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Friday, December 21, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Dan Tangnes Bild: KEYSTONE

Wir sollten keinesfalls ausschliessen, dass die Hockeygötter den tapferen Tobias Stephan doch noch belohnen. Seit er 2001 im Allstar-Team der U18-WM stand, der beste Torhüter des Turniers war und die Schweizer zu U18-WM Silber hexte, ist seine grosse Karriere eine Ungekrönte: Er hat ausser dem Cup 2019 noch nie etwas gewonnen.

Die Chancen sind grösser als 50 Prozent, dass er Zug im Sommer gleich mit zwei Titeln Richtung Lausanne verlassen wird. Als Cupsieger und Meister. Zugs neuer Torhüter Leonardo Genoni stünde dann vor der grössten Herausforderung seiner Karriere.

Noch ist es nicht soweit. Acht Siege fehlen Zug zum Triumph. Vier sind vorerst gegen den HC Lausanne gefragt.

Die neutralen Zahlen der Statistik sagen uns, dass Zug mit Lausanne wahrlich kein «Freilos» gezogen hat.

watson Eishockey auf Instagram

Checks, bei denen es Brunner und drüber geht. Tore, die Freudensprunger verursachen. Memes von Fora und hinten aus der Tabelle. Diaz alles findest du auf unserem Hockey-Account auf Instagram.

Schenk uns doch einen Kubalike!

Lausanne fegte die SCL Tigers im 7. Viertelfinalspiel mit 8:1 vom Eis. Gegen diese Langnauer sind die Zuger diese Saison nie über ein 4:1 hinausgekommen und sie haben in der Qualifikation drei von vier Partien gegen Lausanne verloren.

Aber auch die nicht in den Statistiken aufscheinenden Faktoren deuten auf einen schwierigen Halbfinal. Im ersten Halbfinale ihrer Geschichte sind bei Lausanne alle auf einer Mission. Nach dem Motto «Make the Welschland Great Again».

Le gardien lausannois Sandro Zurkirchen, fait un arret ors du premier match du quart de finale de play off du championnat suisse de hockey sur glace de National League, entre le Lausanne HC et les Langnau Tigers, ce samedi 9 mars 2019 a la patinoire de Malley 2.0 a Lausanne. (KEYSTONE/Adrien Perritaz)

Sandro Zurkirchen Bild: KEYSTONE

Torhüter Sandro Zurkirchen, statistisch nur minimal schwächer als Tobias Stephan, ist auf einer ganz persönlichen Mission: Die Zuger haben ihn einst nach Ambri abgeschoben. Wie Tobias Stephan (nächste Saison in Lausanne) ist auch Sandro Zurkirchen auf einer Abschiedstournee: Er wird im Sommer nach Davos zügeln.

Dass Lausannes Topskorer Dustin Jeffrey zumindest fürs erste Spiel ausfällt, spielt keine Rolle. Die Defensive ist wichtiger. Trainer Ville Peltonen hat seiner Mannschaft ein ganz unwelsches, rationales Systemhockey beigebracht. Lausanne ist taktisch Berns kleiner Bruder

Die Gefahr, sich in diesem taktischen Spinnennetz zu verfangen, ist auch für die Zuger erheblich. Lausanne hat im Laufe der Qualifikation trotz einem Oktober-Blues mit sechs Niederlagen in Serie nur elf Tore mehr kassiert als die Zuger.

So kommt es, dass Lausanne zwar wunderbar welsch tönt. Aber Lausannes Hockeyarchitekten haben längst beschlossen, nicht mehr welsch zu sein und vertrauen in allererster Linie auf bewährte Deutschschweizer. Den Kern der Mannschaft bilden die ehemaligen SCB-Junioren Christoph Bertschy, Joël Vermin, die ihr Nordamerika-Abenteuer abgebrochen haben, und Captain Etienne Froidevaux.

L'attaquant lausannois Etienne Froidevaux celebre la victoire avec les supporters, lors de la rencontre du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le Lausanne Hockey Club, LHC, et le HC Fribourg-Gotteron, HCFG, ce samedi 2 mars 2019 a la patinoire de Malley 2.0 a Lausanne. (KEYSTONE/Adrien Perritaz)

Etienne Froidevaux Bild: KEYSTONE

Eine zentrale Bedeutung kommt dem Spielverlauf zu: Lausanne ist mit seinem formidablen Systemhockey dann am erfolgreichsten, wenn der Gegner in Rückstand gerät.

Somit heisst es für die Zuger: Hütet euch vor frühen Gegentoren!

Diese Saison

30.9. Lausanne- Zug 4:2
03.11. Zug – Lausanne 1:4
11.01. Zug – Lausanne 4:2
22.02. Lausanne – Zug 5:2

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Playoffs 1985/86

Hier kannst du auf einem gefrorenen See toben

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Fliegender Wechsel

Davos holt Nygren-Ersatz aus Finnland +++ Sprunger bis 2023 bei Gottéron

Die Klubs der National League komplettieren ihre Kader für die Saison 2019/20. Wer wechselt wohin? Die aktuellsten Transfers und eine Übersicht sämtlicher Teams.

Der HC Davos hat als Ersatz für den verletzten Magnus Nygren den finnischen Verteidiger Otso Rantakari verpflichtet. Der 25-Jährige stösst von Tappara Tampere mit einem Vertrag bis zum Ende des Spengler Cup 2019 zu den Bündnern. In seinen drei Saisons beim finnischen Erstligisten Tampere brachte es der Offensiv-Verteidiger Rantakari in 184 Meisterschaftsspielen auf 96 Skorerpunkte (27 Tore/69 Assists).

Nygren wird dem HC Davos noch mindestens bis November nicht zur Verfügung stehen. Der Schwede …

Artikel lesen
Link zum Artikel