Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa03026775 German Football Federation (DFB) President Theo Zwanziger (L) and DFB secretary general Wolfgang Niersbach (R) attend a press conference at the DFB headquarters in Frankfurt Main, Germany, 07 December 2011. Niersbach is supposed to become the successor of Zwanziger. The executive committee and the five representatives of the regional associations have agreed on Niersbach as the sole candidate.  EPA/FREDRIK VON ERICHSEN

Die zwei deutschen Funktionäre berichten von einem unerwarteten Geschenk und fordern Konsequenzen. Bild: EPA

Weltmeisterschafts-Präsente: 

Brasilianischer Fussballverband verschenkte Schweizer Luxus-Uhren an Fifa-Funktionäre

Der brasilianische Fussballverband soll Fifa-Funktionäre während der Weltmeisterschaft mit teuren Uhren beschenkt haben. Auch Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach haben die Luxusgeschenke erhalten.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Brasiliens Fussball-Verband CBF droht wegen angeblicher Luxusgeschenke an zahlreiche Fifa-Funktionäre Ärger. Nach Informationen der «Welt am Sonntag» und des «Daily Telegraph» soll der CBF während der Weltmeisterschaft in Brasilien mehreren Dutzend Funktionären kostbare Uhren geschenkt haben. Fifa-Exekutivmitglied Theo Zwanziger und auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bestätigten die Berichte.

Demnach hat Fifa-Chefermittler Michael Garcia bereits interne Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen. Meldungen über eine offizielle Untersuchung bestritt Fifa-Sprecherin Delia Fischer allerdings auf Anfrage. «Bereits im Juni ist der Fall gemeldet worden», sagte Fischer. Es werde nun geschaut, welcher Funktionär das Geschenk überhaupt angenommen hat.

Schweizer Uhren

Laut «WamS» handelt es sich bei den Uhren um Produkte der Schweizer Firma Parmigiani Fleurier, einem offiziellen Partner des CBF. Die Uhren wurden demnach den 25 Mitgliedern des Fifa-Vorstands, dem Exekutivkomitee, den Verbandspräsidenten der 32 WM-Teilnehmer und den Präsidenten der Mitgliedsländer des südamerikanischen Kontinentalverbandes Conmebol angeboten.

21.03.2014; Zuerich; MK FIFA; Theo Zwanziger waehrend der Medienkonferenz (Andreas Meier/freshfocus

Theo Zwanziger will Antworten. Bild: Andreas Meier/freshfocus

Zwanziger sagte der «Welt am Sonntag», er habe erst nach seiner Rückkehr nach Deutschland bemerkt, «dass mir der CBF eine Uhr geschenkt hat. Ich habe dann die Ethikkommission über meinen Fund informiert und gesagt, dass ich die Uhr umgehend zurückgeben möchte». Zugleich forderte er Konsequenzen für Brasiliens Verband: «Falls die Uhr einen grossen Wert hat, dann ist das eine Frechheit. Dann muss der CBF bestraft werden.»

Uhren-Thematik schon während der WM aktuell

Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erhielt nach Angaben von Mediendirektor Ralf Köttker eine Uhr. Er habe sie gar nicht erst angenommen, «sondern umgehend per Boten an den CBF zurückgeschickt», so Köttker.

President of the German Football Association (DFB) Wolfgang Niersbach addresses a news conference in the village of Santo Andre north of Porto Seguro June 28, 2014.   REUTERS/Arnd Wiegmann (BRAZIL  - Tags: SOCCER SPORT WORLD CUP)

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat auch ein Geschenk bekommen – aber umgehend abgelehnt. Bild: ARND WIEGMANN/REUTERS

Der Ethikkodex der Fifa verbietet die persönliche Annahme solcher Geschenke ausdrücklich. In Paragraf 20 heisst es: «Diesem Reglement unterstellte Personen dürfen (...) nur Geschenke und sonstige Vorteile gewähren oder von diesen solche annehmen, (...) die einen symbolischen oder geringen Wert haben.»

Andere Geschenke und Vorteile «sind verboten». Weiter heisst es: «Im Zweifelsfall sind Geschenke weder zu gewähren noch anzunehmen.»

Schon während der WM soll es Diskussionen um die Schenkung von Luxusuhren gegeben haben. Die Fifa-Führung wollte offenbar den Mitgliedern des Exekutivkomitees Uhren der Marke Hublot, ebenfalls im fünfstelligen Euro-Wert, schenken. Hublot war Sponsor der WM in Brasilien und stellte die sogenannte «offizielle Uhr der Fifa-Fussball-Weltmeisterschaft» als Souvenir zur Verfügung.

The Hublot logo, pictured at Swiss luxury watches manufacturer Hublot in Nyon, canton of Vaud, Switzerland, on March 6, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Das Logo von Hublot, aufgenommen beim Schweizer Luxusuhrenhersteller Hublot in Nyon am 6. Maerz 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Der  Schweizer Luxusuhrenhersteller Hublot war Sponsor der WM.  Bild: KEYSTONE

Fifa-Präsident Joseph Blatter und dessen Generalsekretär Jérôme Valcke wollten die Schenkung zunächst genehmigen lassen, Garcia und Domenico Scala, der Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission, lehnten ihr Gesuch allerdings ab. (psk/dpa/sid/syl)

President of FIFA Sepp Blatter (L) listens to FIFA secretary general Jerome Valcke during the 64th FIFA Congress in Rio de Janeiro on June 11, 2014, on the eve of the opening game of the FIFA World Cup 2014 in Brazil.    AFP PHOTO/ NELSON ALMEIDA

Sepp Blatter und Jérôme Valcke wollten die Sache durchgehen lassen. Bild: AFP



Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Totgeglaubter Japaner beendet Olympia-Marathon nach 54 Jahren

13. November 1983: Heute stirbt der Mann, der bei den Olympischen Spielen 1912 einen skurrilen Rekord aufstellte. Oder besser: Zu diesem aufbrach. Denn erst 1967 endet sein längstes Rennen der Geschichte. Unterwegs heiratete er und zeugte sechs Kinder.

Olympia ist 1912 noch kein Kassenschlager. Das Stadion in Stockholm ist meist gähnend leer. Bis am letzten Tag, dem 14. Juli 1912 um 13.45 Uhr. Dann steht der Marathon auf dem Programm. Im laufsportverrückten Schweden DAS Ereignis. 22'000 füllen die Arena, Tausende stehen an der Strecke.

Allerdings ist die Freude bei den Organisatoren trotzdem getrübt. Grund ist das Wetter: Bis zu 32 Grad werden gemessen, eine völlig unerwartete Hitze. Schon vier Jahre zuvor brachen beim Marathon in London bei …

Artikel lesen
Link to Article