«Sagt alles über den Plan»: UEFA schiesst erneut gegen FIFA – auch die Spieler wehren sich
«Der Widerstand gegen die Machenschaften der FIFA wächst», schreibt die UEFA in einem weiteren Statement zu den am Dienstag bekannt gewordenen Plänen des Weltfussballverbands, die WM zu privatisieren und einen Teil der kommerziellen Rechte an Investoren zu veräussern. Der europäische Kontinentalverband hat in der Folge eine Notfallsitzung für den heutigen Mittwoch einberufen.
Die UEFA teilte weiter mit: «Die FIFA kann den Sport nicht weiter dafür benutzen, um sich selbst und ihre Freunde zu bereichern.» Stattdessen müsse das Spiel auf die korrekte Art und Weise wachsen. «Es ist Zeit, die Verbände, Klubs, Ligen, Spieler und Fans zu priorisieren», heisst es in der Mitteilung.
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— UEFA (@UEFA) July 29, 2026
Zu der von FIFA-Präsident Gianni Infantino gesetzten Deadline am 19. September erklärte die UEFA: «Das sagt alles, was man über diesen Plan wissen muss.» Infantino hatte die 211 Mitgliedsverbände aufgefordert, bis zu diesem Datum über den Vorschlag abzustimmen. Wer nicht zustimme, erhalte kein Geld aus dem zu gründenden Unternehmen, das die WM-Rechte verwaltet und dessen Wert vorerst auf 20 Milliarden Dollar (rund 16,4 Milliarden Franken) festgesetzt ist.
Auch die europäische Sektion der Spielervereinigung FIFPRO äusserte sich mit «grosser Besorgnis» zu Infantinos Plänen. Vor allem, dass das Projekt hinter verschlossenen Türen und ohne den Einbezug der Spieler vorangetrieben wurde, sorgte für Ärger bei FIFPRO Europe. Zumal diese am stärksten betroffen sein würden. «Finanzielle Interessen dürfen nicht mehr Gewicht erhalten als die Stimmen derjenigen, die das Spiel ausüben, unterstützen und am Leben erhalten», schreibt die Spielervereinigung und stellt klar: «FIFPRO Europe kann – und wird niemals – ein solches Modell unterstützen.»
Weder die FIFPRO noch die Spieler haben in der FIFA jedoch ein Stimmrecht, weshalb es nun in der Verantwortung des Weltverbands liege, «ihren Vorschlag unverzüglich zu überdenken». Auch die nationalen Fussballverbände trügen «eine Verantwortung, die weit über die finanziellen Erträge von heute oder die kommerziellen Prognosen von morgen hinausgeht». Die europäische Spielvereinigung forderte auch Regierungen, Ligen, Klubs und die Fans auf, ihren Beitrag zu leisten, damit Fussball «ein öffentliches Gut bleibt und nicht nur ein kommerzielles Kapital».
Wie weit die Spieler und die UEFA gehen würden, um Infantinos Pläne, die bei den kleineren Mitgliedsverbänden aufgrund der versprochenen Zahlungen in Höhe von 40 Millionen US-Dollar (rund 33 Millionen Franken) wohl gut ankommen, zu stoppen, ist derzeit unklar. Angeblich soll gar ein Boykott im Raum stehen. Mit Bayerns Sportvorstand Max Eberl äusserte nun eine prominente Figur des Fussballs Unterstützung für diese Idee.
«Ich finde es gut, wenn ich höre, dass die UEFA eine Krisensitzung einberufen hat, um zu überlegen, gewisse Turniere zu boykottieren», so Eberl. Zwar sei er kein Fan von Boykotten und hoffe auf Dialog, «aber wenn es so weit kommt, dann bin ich tatsächlich auch dafür, dass wir als Europa starke Stirn bieten und sagen: ‹Da machen wir nicht mit.›»
Der Ärger über das Vorhaben der FIFA und ihres Präsidenten Gianni Infantino bleibt also gross. Schon am Dienstag hatte die UEFA in einem ersten Statement von einer Grenzüberschreitung gesprochen und erklärt: «Niemandem von uns gehört der Fussball. Es steht der FIFA nicht zu, ihn zu verkaufen.» Ob es dem Weltverband dennoch gelingt, dies zu tun, wird sich erst noch zeigen.
