Sport
FIFA

Massive Kritik vom Ski-Chef: «Die FIFA denkt, dass sie Götter sind»

Obwohl Sepp Blatter auf Gian-Franco Kaspars langen Brief nicht reagierte, sei er nicht das Problem der FIFA.
Obwohl Sepp Blatter auf Gian-Franco Kaspars langen Brief nicht reagierte, sei er nicht das Problem der FIFA.Bild: Getty Images Europe
Gian-Franco Kasper poltert

Massive Kritik vom Ski-Chef: «Die FIFA denkt, dass sie Götter sind»

Gian-Franco Kasper, der Chef des internationalen Skiverbandes (FIS), hat am Rande der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Vail/Beaver Creek massive Kritik an der FIFA geäussert. Den 71-jährigen Engadiner ärgern die Alleingänge des Welt-Fussballverbandes. 
10.02.2015, 11:5310.02.2015, 11:57
Mehr «Sport»

Für Präsident Sepp Blatter und seine Mitstreiter bei der FIFA sei «der Wintersport nicht existent», kritisierte Kasper in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur und spielte vor allem auf die Überlegungen der FIFA an, die nach Katar vergebene WM 2022 in den Winter zu verlegen. Einwände gegen diese Idee blieben vom Fussball ungehört. «Die FIFA hat noch nie auf jemanden gehört. Der Fussball ist nun einmal so stark», sagte Kasper. 

Verlegt die FIFA ihre Weltmeisterschaft in sieben Jahren tatsächlich in den Februar, droht eine zeitliche Kollision mit den Olympischen Winterspielen. Das sei der FIFA egal. «Als die Sache mit Katar das erste Mal aufkam, habe ich sofort im Namen aller Wintersportverbände an Herrn Blatter geschrieben. Ziemlich scharf auch, um ehrlich zu sein. Die Reaktion? Gleich null», so Kasper.

Gian-Franco Kaspar (hier auf einem Bild von 2007) ist die FIFA ein Dorn im Auge.
Gian-Franco Kaspar (hier auf einem Bild von 2007) ist die FIFA ein Dorn im Auge.Bild: KEYSTONE

«Die kümmern sich um gar nichts»

«Die FIFA denkt, dass sie Götter sind, und handelt auch dementsprechend. Die kümmern sich um gar nichts», haderte Kasper. «Wenn es jetzt November oder Dezember wird, dann können wir – nicht gern, aber doch – damit leben.» 

Ein neuer FIFA-Präsident nach der Wahl am 29. Mai in Zürich würde aus Sicht Kaspers allerdings nicht viel an der Ausgangslage ändern. Nicht Blatter als Person sei das Problem, sondern die Macht des Fussballs im Allgemeinen. Einziger Ausweg wäre, «die Landsleute von Herrn Blatter daran zu erinnern, dass er den Wintersport kaputt macht», so der FIS-Präsident. (si/dpa) 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Klopp sagt Anfield Road Tschüss – natürlich wurde es emotional
Der FC Liverpool und Jürgen Klopp haben sich am Sonntag voneinander verabschiedet – und natürlich übermannten die Emotionen den Deutschen. In seiner Rede rief Klopp die Fans auch dazu auf, positiv in die Zukunft zu blicken.

«Ab jetzt bin ich einer von euch», sagte Jürgen Klopp am Sonntagnachmittag über das Stadionmikrofon an der Anfield Road. Der 56-Jährige ist nicht mehr Trainer des FC Liverpool, er ist Fan. Das wollte Klopp den mehr als 60'000 Zuschauern im Stadion mitteilen.

Zur Story