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«Verändert Charakter des Spiels»

Im Fussball wird es auch in den nächsten Jahren keinen Videobeweis geben

Die Regelhüter des International Football Association Board sind für den Einsatz der Torlinientechnologie, andere technische Hilfsmittel wollen sie nicht. Fussball sei mit Tennis oder Rugby nicht zu vergleichen.



Beim Fussball-WM-Final am 30. Juli 1966 in England faellt der Ball Augenblicke spaeter hinter-auf-vor die Linie des seither weltberuehmten Wembley-Tors zum 3-2 fuer England gegen Deutschland. Geoff Hurst (nicht im Bild) hatte den Ball an die Latte gedonnert, von wo er ins Tor fiel - oder eben nicht. Der Deutsche Torhueter Hans Tilkowski, der den Ball noch im Fallen im Blickfeld hat, haette wohl nicht auf Tor entschieden, was wiederum Roger Hunt, der dem Geschehen am zweitnaechsten stand, vehement gefordert haette. (KEYSTONE/AP/STR) === BW ONLY ===

Das vermutlich umstrittenste Tor der Fussballgeschichte: Geoff Hursts «Wembley-Goal» im WM-Final 1966. Auch bald 50 Jahre danach wollen die Regelhüter nichts von einem Videobeweis wissen. Bild: AP

Nach seiner Jahressitzung in Zürich ist klar, dass sich das International Football Association Board (IFAB) weiter dagegen sträubt, strittige Entscheide per Videobeweis zu korrigieren. Nur die Frage «Tor oder kein Tor?» soll dank der Technik geklärt werden.

FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke schloss eine Änderung zwar langfristig nicht aus, derzeit sei daran aber nicht gedacht. «Es besteht die Gefahr, dass der Videobeweis den Charakter des Spiels ändert», sagte der Franzose. Zudem gebe es Bedenken, dass bei längeren Unterbrüchen für die Ansicht von Zeitlupen derweil Werbung bei den Fernsehübertragungen eingespielt werden könnte. «Das ist das Ende des Spiels», befürchtet Valcke.

Braucht es im Fussball den Videobeweis bei strittigen Szenen?

«Wissen nicht, wie Videobeweis Qualität des Spiels beeinflusst»

Sportarten, in denen der Videobeweis angewandt werde, würden anders gespielt als Fussball, sagte Valcke und nannte Rugby als Beispiel. Dort gebe es Zeit zwischen den Spielaktionen.

Im Tennis hat sich der Videobeweis bei knappen Entscheidungen inzwischen bewährt. «Im Moment wissen wir nicht, wo es hingeht und wie das die Qualität des Spiels beeinflusst», erklärte Valcke die ablehnende Haltung beim Fussball.

FIFA Secretary General Jerome Valcke speaks during a press conference following the 128 Annual General Meeting of the International Football Association Board IFAB, on Saturday, March 1, 2014, in Zuerich, Switzerland. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

FIFA-Generalsekretär Valcke: «Das ist das Ende des Spiels.» Bild: Keystone

Bei Foul im Sechzehner weiter Rot, Penalty und Sperre

Auch an der so genannten Dreifachbestrafung wird gemäss Valcke nicht gerüttelt. Die UEFA hatte darum gebeten, das Thema zu diskutieren. Kritik hatte es zuletzt nach dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Arsenal und Bayern München gegeben. Notbremsen im Strafraum wie jene von Arsenals Goalie Wojciech Szczesny im besagten Spiel wurden und werden weiter mit einer roten Karte, einem Penalty und einer Sperre geahndet.

AC Milan's Kaka pulls up his jersey to reveal a t-shirt which reads

Kaka darf unter dem Trikot kein T-Shirt mehr tragen, auf dem er sich als Anhänger Jesus outet. Bild: AP

Torhüter sollten laut IFAB nicht mit einer Verwarnung davonkommen, wenn sie einen Stürmer absichtlich heftig attackierten. Allerdings wurde die Thematik an das neue Beratergremium (Advisory Panel) des IFAB verwiesen. Die Fussballexperten können dann den Regelhütern eine Empfehlung geben. Der Prozess kann allerdings Jahre dauern.

Du sollst dein Kind nicht grüssen!

Erlaubt ist künftig das Tragen von Kopfbedeckungen wie Turbanen oder Schleiern. Nach einer zweijährigen Testphase spreche nichts dagegen, wenn das Design nicht gegen die Ausrüstungsbestimmungen verstosse, hiess es.

Verboten sind dagegen nun Botschaften oder Fotos auf der normalen Ausrüstung oder T-Shirts, die unter dem Trikot getragen werden. Viele Spieler feierten Tore in den vergangenen Jahren, indem sie ihr Trikot hochzogen und Slogans, Grüsse oder aufgedruckte Fotos ihrer Kinder zeigten, die auf darunter getragener Kleidung zu sehen waren. (ram/si)

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