Neue Enthüllung im Fall Balogun: Eine einzelne Person entschied über Begnadigung
Eine einzige Person soll bei der FIFA über die Begnadigung von Folarin Balogun entschieden haben: Mohammad Al-Kamali. Der Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist der Vorsitzende der Disziplinarkommission des Weltfussballverbands. Beim Entscheid, die Sperre des US-Stürmers vor dem WM-Achtelfinal gegen Belgien auf Bewährung auszusetzen, habe Al-Kamali die 17 weiteren Mitglieder des Gremiums nicht miteinbezogen. Dies berichtet die Londoner Zeitung Times.
Sollte dies der Wahrheit entsprechen, wäre dies höchst aussergewöhnlich. Normalerweise entscheide Al-Kamali nicht im Alleingang, wie der britische Journalist Ben Jacobs berichtet.
🚨 𝗕𝗥𝗘𝗔𝗞𝗜𝗡𝗚: FIFA's decision to lift Folarin Balogun's automatic suspension was reportedly made by just one person: Disciplinary Committee president Mohammad Al Kamali.
— The Touchline | 𝐓 (@TouchlineX) July 12, 2026
The other 17 members of the committee were not consulted, according to the report.
— @martynziegler pic.twitter.com/bfkgWywJ6z
Balogun hatte im WM-Sechzehntelfinal die Rote Karte gesehen und wäre für den Achtelfinal damit eigentlich gesperrt gewesen. Doch die FIFA-Disziplinarkommission setzte die automatische Spielsperre aus, womit der 24-Jährige die 1:4-Pleite gegen Belgien auf dem Feld miterleben durfte. Zuvor wurde eine Sperre in der Geschichte der Fussball-Weltmeisterschaft noch nie gänzlich zur Bewährung ausgesetzt.
Im Vorfeld der Begnadigung hatte US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Präsident Gianni Infantino angerufen und darum gebeten, die Szene neu zu bewerten. Trump bekräftigte, dass er Infantino nicht gesagt habe, was er tun solle. Auch der FIFA-Präsident erklärte, nichts mit dem Entscheid an sich zu tun gehabt zu haben.
In einem Statement im Namen der Disziplinarkommission sprach auch Mohammad Al-Kamali von einem unabhängigen Entscheid seines Gremiums. Er berief sich dabei auf Artikel 27, der es der FIFA erlaubt, Sperren auf Bewährung auszusetzen. Einen Grund für die Begnadigung gab der Weltfussballverband nicht an. (nih)
