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ARCHIVBILD --- ZUR MELDUNG, DASS SPORTCHEF CHRISTOPH SPYCHER BIS ENDE 2022 BEI YB BLEIBT, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- YBs Sportchef Christoph Spycher feiert mit dem Pokal nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Lugano, am Sonntag, 13. Mai 2018, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Bleibt der Pott in Bern? Basel und St.Gallen wollen da noch ein Wörtchen mitreden. Bild: KEYSTONE

Hochspannung an der Spitze – was im Titelkampf für YB, Basel und St.Gallen spricht

Falls der FC Zürich nicht auch noch ernsthaft ins Geschehen eingreift, wird die Super League in der am Wochenende beginnenden Rückrunde im Dreieck YB, Basel und St.Gallen entschieden.



Nur drei Punkte liegen die drei Mannschaften vor den zweiten 18 Runden der Super-League-Saison 2019/20 auseinander. Erstmals seit langem könnte der Titelkampf bis zuletzt oder zumindest lange offen sein. Der neutrale Fan würde es den Protagonisten danken. Zu oft in den letzten Jahren griff jeweils im Frühling die Langeweile um sich.

Der FC Basel von 2015 bis 2017, die Young Boys 2018 und 2019 hatten alles derart gut im Griff, dass es in den letzten Runden jeweils nur noch um Bilanzen und Rekorde, nicht aber um den Meistertitel ging. Gar am langweiligsten war es letzten Frühling, als die Young Boys in ihrer Saison der vielen Rekorde sieben Runden vor Schluss als Meister feststanden – so früh wie keine Mannschaft zuvor in der 2003 begonnenen Zeit der Super League.

Nach dem heutigen Stand könnte die Spannung also zurückkehren. Und wieso sollte die Meisterschaft nicht sogar in der Nachspielzeit der letzten Runde entschieden werden? Wie am denkwürdigen 13. Mai 2006, als Iulian Filipescu den FCZ in Basel in der 93. Minute zum 2:1-Sieg und zum Titel schoss?

Wer immer für die drei Titelanwärter Plädoyers zusammenstellt, wird für alle drei fündig. YB wie auch Basel und St.Gallen vereinigen gute Argumente auf sich.

YB: Zurück zur Dominanz?

Die Young Boys, die Titelverteidiger, haben als Leader mit zwei respektive drei Punkten Vorsprung überwintert, obwohl das Kader letzten Sommer einen markanten Umbruch erfuhr und obwohl YB im Lauf des Herbsts die Mannschaft mit den mit Abstand meisten verletzten potentiellen Leistungsträgern war. Zeitweise fehlten neun Spieler.

Abgeräumt!

Sechs Absenzen betrafen allein die Achse in der Abwehr und im Mittelfeld, sodass Trainer Gerardo Seoane kaum noch valable Wechselmöglichkeiten hatte – und dies bei der Dauerbelastung mit insgesamt neun englischen Wochen. Im Dezember waren die Mannschaft und die Spieler – es war an zwei, drei matten Leistungen zu sehen – auf den Felgen.

Verletzt gewesene Spieler wie Fabian Lustenberger und Miralem Sulejmani sind in der Winterpause zurückgekehrt. Andere wie Sandro Lauper – er wurde im Herbst besonders schmerzlich vermisst – und Ali Camara sind wieder im Training und werden wohl schon im Februar eingreifen können. Sobald Trainer Seoane aus den Vollen schöpfen kann, könnte YB wieder die dominierende Mannschaft der Liga werden.

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Das sagen Seoane und Spycher vor dem Rückrundenstart. Video: YouTube/BSC Young Boys

FCB: Kontinuität als grosse Stärke

Der FC Basel, der Herausforderer, weiss die Kontinuität als grosse Stärke an seiner Seite. Klammert man die Unstimmigkeiten in der Vereinsleitung im Spätherbst 2018 aus, darf man sagen, dass Trainer Marcel Koller schon seit fast anderthalb Jahren in Ruhe und zielgerichtet arbeiten kann.

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Das mannschaftsinterne Quizduell war ziemlich lustig. Video: YouTube/FC Basel 1893

Die Veränderungen im Kader waren bei weitem nicht so gross wie jene im Kader der Young Boys. Schwächungen bedeuteten nur der Wegzug von Albian Ajeti und der lange Ausfall von Ricky van Wolfswinkel. Dafür hat sich Noah Okafor an die Tür zur Nationalmannschaft gespielt, und Edon Zhegrova ist ein Trouvaille. Den Spielern tut es gut zu merken, dass sie mit den Young Boys wieder auf Tuchfühlung sind.

St.Gallen: Jung und unbekümmert

Die St.Galler, die Jüngsten der Liga, würden als Meister ein Kapitel der Schweizer Fussballgeschichte schreiben. Die Ostschweiz ist nebst der Innerschweiz die titelärmste Region des Landes. Der FCSG wurde 1904 Meister und danach 96 Jahre lang nicht mehr. Jetzt könnten die Küken dem FC Ostschweiz zu einem Coup verhelfen, der nicht minder sensationell wäre als jener vor genau 20 Jahren (unter Trainer Marcel Koller).

Die zehn Feldspieler, die am meisten in der Startformation von Trainer Peter Zeidler standen, waren im Durchschnitt 21,8 Jahre alt. Um die Fähigkeiten von beispielsweise Jordi Quintilla und Cedric Itten wusste man schon vor der Saison. Und heute weiss man, dass es die zu Saisonbeginn unbekannten Boris Babic, Ermedin Demirovic und – in der Defensive Yannis Letard – ebenso gut machen können.

St.Gallens Trainer Peter Zeidler und seine Spieler Yannis Letard, rechts, und Ermedin Demirovic, auf dem Weg in die Kabine, im Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC St. Gallen am Sonntag, 10. November 2019 im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Zeidler hat seinen jungen Wilden im Griff. Bild: KEYSTONE

Im Herbst waren die St.Galler eine erfrischende Bereicherung, im Frühling könnten sie es bleiben. Haupttrümpfe der St.Galler sind in Bern und in Basel zu finden. In Bern besteht die Erwartung, dass YB den Titelhattrick realisiert. In Basel ist der Druck auf der rotblauen Mannschaft noch grösser. Man will unbedingt dorthin zurückkehren, wo man von 2010 bis 2017 Jahr für Jahr war – ganz an die Spitze. Einen ähnlichen Druck spüren die Youngsters um Peter Zeidler nicht. (pre/sda)

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