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Das Duell Basel gegen YB könnte es übernächste Saison sieben Mal geben.
Das Duell Basel gegen YB könnte es übernächste Saison sieben Mal geben. Bild: keystone

Ein Modus mit Playoffs? Heute geht es um die Zukunft des Schweizer Fussballs

Die Klubs der Swiss Football League (SFL) entscheiden heute über ihre Zukunft. Sie stimmen über eine Aufstockung der Super League und über einen neuen Modus mit Playoffs ab. So verläuft der Tag.
20.05.2022, 06:01

Wie ist die Ausgangslage?

Seit der Saison 2003/04 spielen zehn Teams in der höchsten Schweizer Fussball-Liga, der Super League. In der Challenge League, der einstigen Nationalliga B, sind es aktuell ebenfalls zehn Mannschaften.

Worüber wird abgestimmt?

Einerseits über eine Aufstockung der Super League von zehn auf zwölf Teams. Die Challenge League soll auch künftig aus zehn Klubs bestehen.

Zum Zweiten wird an der ausserordentlichen Generalversammlung der SFL über einen neuen Modus für die Super League abgestimmt. Der Vorschlag des SFL-Komitees sieht unter anderem Playoffs vor, was im Gegensatz zur Aufstockung auf zwölf Teams umstritten ist.

Die Änderungen, sofern sie angenommen werden, treten in der übernächsten Saison 2023/24 in Kraft.

So soll der neue Modus konkret aussehen:

  • In der «First Stage» tragen alle 12 Klubs je ein Hin- und Rückspiel gegeneinander aus. Das ergibt 22 Runden.
  • Danach folgt die «Second Stage». Die Teams auf den Rängen 1 bis 6 sind in der «Championship Group» unter sich, diejenigen auf den Rängen 7 bis 12 spielen in der «Qualification Group» weiter. Das ergibt 10 weitere Runden.
  • Nach diesen insgesamt 32 Runden folgt die Meisterschafts-Entscheidung. Der Erste und der Zweite spielen in den «Championship Finals» um den Titel. Geplant ist eine Best-of-3-Serie; Meister ist also das Team, das zwei Finalspiele gewinnt. Weil jedes Spiel einen Sieger braucht, geht es bei einem Unentschieden in die Verlängerung und allenfalls in ein Penaltyschiessen.
  • Acht weitere Teams bestreiten die «Europa Playoffs»: Diejenigen auf den Rängen 3 bis 6 in der oberen Gruppe und jene auf den Rängen 1 bis 4 der unteren. Zunächst tragen sie Viertel- und Halbfinals mit Hin- und Rückspiel aus, in einem einzigen Finalspiel wird Rang 3 ausgespielt und damit ein Europacup-Platz. Den kann sich also mit erfolgreichen Playoffs auch der Zehntplatzierte sichern.

Wie wird abgestimmt?

Über die beiden Themen wird separat abgestimmt. Zuerst geht es um die Aufstockung der Super League. Für diese benötigt es eine Zweidrittelmehrheit, also mindestens 14 Stimmen. Ausserdem wird die Aufstockung erst dann definitiv, wenn später auch der Schweizerische Fussballverband grünes Licht dazu gibt.

Anschliessend erfolgt eine erste Abstimmung zum neuen Modus, nämlich die Frage, ob First Stage und Second Stage eingeführt werden sollen. Entscheidend ist das einfache Mehr, ohne Enthaltungen würden 11 Stimmen reichen.

Über die Einführung der Playoffs wird danach separat abgestimmt. Auch hier gilt: Das einfache Mehr reicht, um die Änderung durchzubringen.

Womit ist zu rechnen?

Das Komitee der Swiss Football League hat viele Gespräche mit den Klubs geführt, ehe es seinen Vorschlag präsentierte. Das neunköpfige Gremium wird von Philipp Studhalter präsidiert, dem ehemaligen Präsidenten des FC Luzern. Sein Vizepräsident ist YB-Geschäftsführer Wanja Greuel. Mitglieder sind unter anderem Basel-Präsident David Degen und St.Gallen-Präsident Matthias Hüppi.

Die Aufstockung auf zwölf Teams gilt als unbestritten, das hat das Komitee bei den Gesprächen herausgefunden. Die Playoffs hingegen haben Befürworter wie Gegner. Ancillo Canepa, Präsident vom Meister FC Zürich, postierte sich ebenso als vehementer Gegner wie Christoph Spycher, der Sportchef von YB. Diese beiden Klubs haben sich, wie auch der FC Luzern, ablehnend gegenüber Playoffs geäussert.

Offen ist nun, wie gut es den Kritikern gelungen ist, die Befürworter mit ihren Argumenten zu überzeugen. Da das Komitee seinen Vorschlag basierend auf Wünschen vieler Klubs erarbeitet hat, dürften die Playoffs gute Chancen haben. Andererseits könnte der eine oder andere Klubvertreter bei der Abstimmung doch noch kalte Füsse bekommen – gerade auch deshalb, weil der Widerstand der Fans gross scheint. In den Augen vieler Anhänger sind Playoffs sportlich unfair und eine unnötige Massnahme, um die Spannung künstlich zu erhöhen. Ihr Hauptargument: Meister soll derjenige werden, der über ein ganzes Jahr lang der Beste war, nicht bloss am Ende der Saison.

Unklar ist, was geschieht, wenn die Aufstockung zwar angenommen wird, die Playoffs aber abgelehnt werden. Dann müsste ein neuer Modus-Vorschlag her.

Wann ist mit einem Entscheid zu rechnen?

Um 15 Uhr soll die Öffentlichkeit informiert werden. Gut möglich, dass einzelne Entscheide schon vorher bekannt werden – und auch nicht unvorstellbar, dass die Beratungen länger andauern. (ram)

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47 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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slash_
20.05.2022 08:14registriert Juni 2017
Nein zu Playoffs!
Was für eine Brunz-Idee.
507
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MaJoR ToM
20.05.2022 06:53registriert November 2017
Aufstockung: ja
Playoffs: nein
467
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Zum Kommentar
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c-bra
20.05.2022 06:41registriert April 2016
Nein zu Playoffs!
366
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Zum Kommentar
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