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01.09.2015; St.Gallen; Fussball Super League - MK FC St.Gallen;
Trainer Jeff Saibene gibt seinen sofortigen Ruecktritt bekannt hoert den Ausfuehrungen von Praesident Doelf Frueh zu 
(Andy Mueller/freshfocus)

Präsident Dölf Früh, Jeff Saibene und Sportchef Christian Stübi an der Medienkonferenz in der AFG-Arena. Bild: freshfocus

Richtungswandel à la GC? Der nächste FCSG-Coach muss endlich wieder einmal einen Barnetta herausbringen

Jeff Saibene hatte seit dem Wiederaufstieg mit seiner Mannschaft nie etwas mit dem Abstieg zu tun. Das ist bemerkenswert, aber nicht alles. Sein Nachfolger als neuer Trainer des FC St.Gallen muss sich vermehrt um die Integration junger Spieler kümmern.



«Bereits gestern Abend, nachdem uns Jeff Saibene über die Trennung in Kenntnis gesetzt hatte, sind wir zusammen gesessen und haben eine erste grobe Skizze des neuen Trainerprofils gemacht.» Christian Stübi, Sportchef des FC St.Gallen, zeigte sich an der Pressekonferenz heute Vormittag in der AFG-Arena ebenso überrascht vom Entscheid Saibenes, zurückzutreten, wie Klub-Präsident Dölf Früh.

Die Suche nach dem Nachfolger des abtretenden Trainers Jeff Saibene steckt denn auch noch in den Anfängen. «Wir wollen sicherlich keinen Schnellschuss machen. Der gesamte Vorstand muss von der neuen Lösung überzeugt sein, das braucht seine Zeit», so Christian Stübi. Auch wenn Früh und Stübi sehr darauf bedacht sind, Saibenes wertvolle Arbeit zu loben, lassen sie durchblicken, dass der neue Coach keine Kopie des Luxemburgers sein muss.

Jeff Saibene, links, und Sportchef Christian Stuebi, rechts, an einer Medienkonferenz des FC St. Gallen in St. Gallen am Dienstag, 1. September 2015. Jeff Saibene ist nicht mehr Trainer des FC St. Gallen. Saibene hat den Verwaltungsrat am Montagabend um die Vertragsaufloesung gebeten.Am vergangenen Samstag unterlag St. Gallen im Auswaertsspiel dem Tabellenletzten Vaduz 0:1. Zuvor hatte man zwei von vier Heimspiele verloren und in der heimischen AFG-Arena nur einmal gesiegt. Trotzdem hatte die Klubfuehrung dem Trainer in den letzten Tagen den Ruecken gestaerkt. Nun geht Saibene von sich aus. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Saibene und Stübi trennen sich im Guten. Bild: KEYSTONE

Die Grasshoppers machen es vor

Dölf Früh schwebt gar ein kleiner Richtungswechsel vor, wie er zuletzt beim St.Galler Erzrivalen GC stattgefunden hat. «Man sollte sich überlegen, mehr Geld für einige wichtige Teamstützen auszugeben, die dem Team eine feste Grundstruktur geben.» Wahrscheinlich spielt der FCSG-Präsident damit auf Spieler wie Kim Källström oder Munas Dabbur an. «Hat man einmal solche Leaderfiguren im Team, fällt es auch einfacher, junge Spieler zu integrieren.»

Wie Jeff Saibene zurecht festhält, hatte der FCSG seit dem Wiederaufstieg 2012 «nie etwas mit dem Abstieg zu tun». So weit, so gut. Doch die Integration junger Spieler fiel dem Luxemburger schwer. Abgesehen vom 20-jährigen Roy Gelmi hat es während der Super-League-Zeit von Jeff Saibene kein Nachwuchsspieler geschafft, sich einen Stammplatz in der 1. Mannschaft zu ergattern.

02.08.2015; Zuerich; Fussball Super League - FC Zuerich - Grasshopper Club Zuerich;
Florian Kamberi (GC) jubelt vor den GC Fans 
(Andy Mueller/freshfocus)

Pierluigi Tami baut bei GC erfolgreich Nachwuchsspieler wie Florian Kamberi ein.  Bild: freshfocus

«Das liegt aber nicht an Jeff Saibene, sondern an uns allen. Wir haben da immer eng zusammengearbeitet», nimmt Dölf Früh den abtretenden Coach in Schutz. Es sei halt kein Spieler mit der nötigen Qualität vorhanden gewesen, um ihn in der Super League einzusetzen.

Doch das wird sich gemäss Früh bald ändern. Das neue Ausbildungsprogramm, welches der FC St.Gallen seit einigen Jahren am laufen hat, werde seine Früchte tragen, ist Früh überzeugt. «Bereits im Winter, oder spätestens im Sommer werden wir weitere Nachwuchsspieler in die 1. Mannschaft integrieren.»

SGSDNB – oder St.Gallen sucht den nächsten Barnetta

Vorerst übernimmt Assistenz-Trainer Daniel Tarone die Leitung der Super-League-Mannschaft. Der Zeitpunkt für den Trainerwechsel ist insofern günstig gelegen, als dass nun die Nationalmannschaftspause bevorsteht. Die Klubleitung hat nun Zeit «ein, zwei Nächte darüber zu schlafen, das Trainerprofil zu konkretisieren und im In- und Ausland den Markt zu sondieren», wie Sportchef Stübi festhält. 

Der Wiler Davide Calla, links, kaempft mit dem St. Galler Tranquillo Barnetta, rechts, um den Ball im Fussballspiel der Super League zwischen Wil und St. Gallen am Sonntag, 23. November 2003, im Stadion Bergholz in Wil. (KEYSTONE/Regina Kuehne)

Seit Tranquillo Barnetta hat der FC St.Gallen keine wirkliche Fussball-Grösse mehr herausgebracht.  Bild: KEYSTONE

Einen «Saibene-Klon» wollen Früh und Stübi, wie sie mehrfach betonten, also nicht. Vorschweben dürfte den FCSG-Bossen wohl jemand in der Art von GC-Coach Pierluigi Tami, der es versteht junge Spieler aus der Region zu fördern. Denn bei allem Respekt vor den Leistungen Jeff Saibenes: Wonach die FCSG-Fans wirklich lechzen, ist, endlich wieder einmal einen Spieler vom Kaliber eines Tranquillo Barnetta herauszubringen.

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