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Italiens Fussball am Boden – UEFA-Präsident droht mit Entzug der EM 2032

A broken soccer ball is pictured on a street in Rome, Wednesday, April 1, 2026. (AP Photo/Gregorio Borgia)
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Der italienische Fussball ist derzeit am Boden.Bild: keystone

Nächstes Debakel für Italien? UEFA-Präsident droht mit Entzug der EM 2032

02.04.2026, 18:5902.04.2026, 18:59

Als hätte der italienische Fussball gerade nicht genug Probleme, nachdem sich das Nationalteam zum dritten Mal in Folge nicht für die Weltmeisterschaft qualifiziert hat, droht nun ein neuerliches Debakel: der Entzug der Europameisterschaft 2032, die Italien gemeinsam mit der Türkei austragen will.

Eine Aussage von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin erschütterte erneut das ganze Fussballland. In einem Interview mit der Gazzetta dello Sport sagte er angesprochen auf die «komplizierte Situation» bezüglich der Stadien: «Die EM 2032 steht auf dem Programm und wird stattfinden. Ich hoffe, dass die Infrastruktur bis dahin fertig sein wird. Andernfalls wird das Turnier nicht in Italien ausgetragen.»

epa12731084 UEFA President Aleksander Ceferin attends the press conference following the 50th UEFA Ordinary Congress in Brussels, Belgium, 12 February 2026. EPA/CHRISTOPHER NEUNDORF
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kritisierte das Fussballland Italien scharf.Bild: keystone

Es ist nicht das erste Mal, dass der 58-jährige Slowene Kritik an Italiens Infrastruktur äussert. Vor einem Jahr bezeichnete er diese als «Schande» und sprach davon, dass Italien unter den grossen Ländern die mit Abstand schlechteste Infrastruktur habe. Die Problematik mit maroden und baufälligen Stadien in Italien ist bekannt. Immerhin in Mailand soll sich demnächst etwas tun. So solle das altehrwürdige San Siro abgerissen und bis 2031 durch einen Neubau ersetzt werden.

Noch ist nicht definiert, in welchen Stadien die EM 2032 stattfinden wird. Sowohl Italien als auch die Türkei bewarben sich mit einer Liste von je zehn Stadien. Am Ende sollen es je fünf sein – die Türkei könnte also allenfalls auch alleine genügend Austragungsorte stellen.

epa12709374 People arrive outside of San Siro stadium ahead of the Opening Ceremony of the Milano Cortina 2026 Winter Olympic Games, in Milan, Italy, 06 February 2026. EPA/NEIL HALL
Das San Siro wird abgerissen und soll rechtzeitig zur EM 2032 durch einen Neubau ersetzt werden.Bild: keystone

Präsident Gravina und Sportchef Buffon treten zurück

Eine solche Blamage dürfte der italienische Fussballverband FIGC aber um jeden Preis verhindern wollen. Die Aufgabe hat dann ein neuer Präsident, nachdem Gabriele Gravina zurückgetreten ist. Sein Nachfolger soll am 22. Juni gewählt werden.

Der 72-jährige Gravina war nach Äusserungen zu Unterschieden zwischen Amateur- und Profisport, die er nach dem Playoff-Spiel in Bosnien getätigt hatte, in die Kritik geraten. In seiner Rücktrittsbotschaft stellte Gravina klar, dass die Aussagen, in denen er die Leistungen der Fussballer verteidigte und andere Sportarten herabwürdigte, gegen niemanden beleidigend gemeint waren. Gravina ist bei der UEFA Vizepräsident von Ceferin, der ihn leidenschaftlich verteidigte: «Es wird nicht leicht sein, einen Gentleman zu finden, der den Fussball und Italien so sehr liebt.»

Neben Gravina trat auch Sportchef Gianluigi Buffon zurück. Die 48-jährige Goalie-Legende sei gebeten worden, seine spontanen Rücktrittsgedanken unmittelbar nach dem 1:4 im Elfmeterschiessen im Playoff-Duell mit Bosnien-Herzegowina zu überdenken, schrieb Buffon (48) in einem Instagram-Post: «Nun, da Präsident Gravina zurückgetreten ist, fühle ich mich frei, das zu tun, was ich für verantwortungsvoll halte.» Trotz aller Überzeugung und Bemühungen sei es ihm im Team nicht gelungen, Italien wieder zu einer WM zu führen.

Was passiert mit Gattuso?

Offen ist noch, was mit Trainer Gennaro Gattuso passiert. Gemäss italienischen Medienberichten dürfte der 48-Jährige, der im Juni 2025 als Nationaltrainer übernommen hat, keine Zukunft bei der Squadra Azzurra haben. Als Nachfolger sind Napoli-Trainer Antonio Conte und Milans Massimiliano Allegri im Gespräch. Italien stehen im Fussball gleich mehrere wegweisende Entscheide bevor.

Gennaro Gattuso doit s'en aller, estime la presse italienne
Gennaro Gattuso dürfte nicht mehr lange Trainer des italienischen Nationalteams sein.Bild: fxp-fr-sda-rtp

Ceferin zeigte sich zum Abschluss des Interviews zumindest zuversichtlich: «Italien ist eine der grössten Fussballnationen und wird wieder an die Spitze zurückkehren.» (nih/sda)

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