Mexikaner randalieren beim WM-Auftakt auch direkt vor dem Stadion
Protestierende Lehrer und die Angehörigen von Vermissten haben zum Auftakt der Fussball-Weltmeisterschaft in verschiedenen Regionen Mexikos für ihre Anliegen demonstriert. Direkt vor Tor 8 des Aztekenstadions kam es während der Eröffnungsfeier auch zu Zusammenstössen zwischen teilweise vermummten jungen Demonstranten und der Polizei.
In Mexiko-Stadt gingen radikale Mitglieder der Lehrergewerkschaft CNTE für die Rücknahme einer umstrittenen Rentenreform auf die Strasse. Laut der «New York Times» sollen in der Hauptstadt 18'000 Menschen teilgenommen haben.
Laut dem Bericht soll es während des WM-Eröffnungsspiels (2:0 für Mexiko gegen Südafrika) vor dem Stadion zu Ausschreitungen mit etwa 100 Demonstranten gekommen sein. Demnach sollen gewalttätige Protestler die Polizei mit Steinen und Stöcken angegriffen und Zäune niedergerissen haben. Sie konnten allerdings durch den Einsatz von Tränengas aus dem Umfeld des Stadions vertrieben werden.
Angehörige von Vermissten forderten indes bei einem friedlichen Protestmarsch schnellere Ermittlungen und Gerechtigkeit für ihre Familienmitglieder. In Mexiko gelten rund 130'000 Menschen als vermisst, viele von ihnen dürften Opfer der organisierten Kriminalität geworden sein.
🚨Thousands of Mexican protestors lashing out at Sheinbaum administration outside the Azteca Stadium as the World Cup kicks off, throwing cones and plant pots across the security perimeter and at police pic.twitter.com/XEEzh6baCu
— Sophia Cai (@SophiaCai99) June 11, 2026
Proteste in anderen Landesteilen
Im Bundesstaat Chiapas im Süden des Landes strandeten Dutzende Passagiere, weil protestierende Lehrer Teile des internationalen Flughafens nahe der Provinzhauptstadt Tuxtla Gutiérrez besetzt hatten, wie der Fernsehsender Milenio TV berichtete. Im Bundesstaat Oaxaca übernahmen CNTE-Mitglieder die Kontrolle über Mautstationen und ein Logistikzentrum des staatlichen Erdölkonzerns Pemex.
Im Bundesstaat Guerrero demonstrierten die protestierenden Lehrer auf verschiedenen Landstrassen der Region und kündigten die Blockade von Banken in der Hauptstadt Chilpancingo an. In Tijuana im Norden des Landes blockierten Demonstranten die Zufahrt zum Grenzübergang Otay zu den USA. (abu/t-online.de)

