Sport
Fussball

Serbien gewinnt abgebrochenes Spiel gegen Albanien forfait, erhält aber keine Punkte

1 / 17
Ausschreitungen bei Serbien gegen Albanien
Beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien fliegt am 14. Oktober 2014 kurz vor der Pause eine Drohne mit gross-albanischer Flagge über das Spielfeld. Spieler und Zuschauer rasten aus, der Schiedsrichter muss die Partie abbrechen.
quelle: epa/epa / koca sulejmanovic
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Urteil nach Skandal in Belgrad

Serbien gewinnt abgebrochenes Spiel gegen Albanien forfait, erhält aber keine Punkte

Die UEFA hat ihr Urteil nach dem abgebrochenen EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien gefällt. Es ist ein Beschluss, der weiter zu reden geben wird.
24.10.2014, 10:3924.10.2014, 13:09
Mehr «Sport»

Serbien gewinnt die Partie mit 3:0 forfait – erhält aber drei Punkte abgezogen. Das ergibt in der Summe eine Niederlage für beide beteiligten Mannschaften. Im Weiteren muss Serbien seine nächsten beiden Heimspiele ohne Zuschauer austragen. Beide Verbände kassieren ausserdem eine Busse in der Höhe von 100'000 Euro.

Beim albanischen Nationaltrainer Gianni De Biasi stösst der Forfaitentscheid verständlicherweise auf Unverständnis. «Die drei Punkte gehören Albanien. Uns wurde genommen, was wir verdient hätten.» Der albanische Verband kündigte an, gegen das Urteil zu rekurrieren. Es sei bizarr, Serbien drei Punkte zuzusprechen, um ihnen diese gleich wieder zu streichen.

Die Drohne mit der Fahne, welche die Tumulte auslöste.
Die Drohne mit der Fahne, welche die Tumulte auslöste.Bild: Marko Drobnjakovic/AP/KEYSTONE

Beide Verbände fordern Forfaitsieg

«Der Entscheid ist merkwürdig und inakzeptabel. Der albanische Verband wird Rekurs einlegen, um drei Punkte für einen Sieg zu erhalten», sagte Ilir Shulku, der Sekretär des albanischen Verbandes. Albaniens Verbandspräsident Armand Duka zeigte sich nach dem Urteil desillusioniert. Es gebe nichts Skandalöseres, als wenn eine Mannschaft auf dem Spielfeld physisch attackiert würde. 

Auch der serbische Verband ist mit dem Urteil «nicht zufrieden». Das sagte Vizepräsident Goran Milanovic der Zeitung «Politika».

Nach dem Abbruch hatten beide Verbände einen 3:0-Forfaitsieg verlangt. Die Serben gaben den Albanern die Schuld, weil eine Drohne mit einer Fahne Grossalbaniens der Auslöser für die Tumulte war. Die Albaner ihrerseits beklagten sich über mangelnde Sicherheit im Belgrader Stadion und dass nicht nur Hooligans die Spieler attackierten, sondern auch Sicherheitskräfte. (ram/si)

Mehr zum Thema

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
10 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Joshzi
24.10.2014 11:20registriert September 2014
Wer das Fussballfeld zum Schauplatz (s)einer destruktiven nationalistischen Hetzkampagne macht, der sollte vom Sport für lange Zeit ausgeschlossen werden.
342
Melden
Zum Kommentar
avatar
mrgoku
24.10.2014 11:33registriert Januar 2014
viel zu lasches urteil. beide disqualifizieren von der quali wäre das einzig richtige. serbien müsste eigentlich sowieso schon längst überhaupt vom fussball disqualifizert sein. albanien hiermit für mind. diese quali ebenfalls.
249
Melden
Zum Kommentar
10
Schumachers gewinnen Prozess gegen Zeitschrift, die Interview von KI schreiben liess
«Die Aktuelle» büsst für ein vermeintlich exklusives Gespräch mit Michael Schumacher, das es gar nie gegeben hat. Die Zeitschrift hatte «das erste Interview» mit dem verunfallten Formel-1-Champ angekündigt – was sich als reine Erfindung herausstellte.

Künstliche Intelligenz (KI) wird in vielen Bereichen der Arbeitswelt als Revolution betrachtet. Medienunternehmen sind keine Ausnahme: Wie andernorts wird versucht, Arbeit an Computer abzugeben.

Zur Story