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Murat Yakin erklärt, weshalb Manzambi und Vargas erst so spät kamen

Team Switzerland gathers during a Hydration Break during the World Cup Group B soccer match between Switzerland and Bosnia Herzegovina at the Los Angeles stadium in Inglewood, California, near Los Ang ...
Mit der zweiten Trinkpause kam die Wende – Murat Yakin erklärt, wie er diese nutzte.Bild: keystone

Darum kamen Manzambi und Vargas erst so spät – das sagen Yakin und Co. nach wichtigem Sieg

19.06.2026, 01:1119.06.2026, 01:11

Bis zur 71. Minute war das Spiel der Nati gegen Bosnien-Herzegowina erneut ein ziemliches Geknorze. Echte Torchancen waren trotz der Schweizer Überlegenheit Mangelware. Und doch wartete Trainer Murat Yakin mit seinen Wechseln bis zur Trinkpause in der zweiten Halbzeit. Dann brachte er in Johan Manzambi, Ruben Vargas und Djibril Sow gleich drei frische Kräfte und bewies damit ein goldenes Händchen. Die ersten beiden sorgten mit ihren Toren für eine 3:0-Führung, letzterer holte den Penalty zum 4:1-Endstand heraus.

Nach dem Spiel erklärte Trainer Murat Yakin, weshalb er mit seinen Wechseln so lange wartete: «Wir wussten, dass die Trinkpausen ein wichtiges taktisches Element sein können.» Deshalb wollte er Bosnien-Herzegowina nicht die Möglichkeit geben, in dem Unterbruch Anpassungen vorzunehmen, im Wissen, wer bei den Schweizern neu auf dem Feld steht. «Wir wollten ihnen nicht fünf Minuten vorher zeigen, welche Taktik wir haben», so Yakin.

Bosnien-Coach Sergej Barbarez sei in der ersten Halbzeit ähnlich vorgegangen. «Da hat der Gegner auf eine Fünferkette umgestellt», berichtet Yakin. «Damit hatten wir dann Mühe. Dadurch wussten wir aber für die zweite Trinkpause, dass wir auf diesen Moment warten müssen, um frische Spieler reinzubringen.» Mit Manzambi und Vargas brachte er zwei Offensivkräfte, die den müde werdenden Gegner zusätzlich beschäftigen sollten. «Das ist aufgegangen», freut sich der Nati-Coach.

Wie aktuell wohl die ganze Fussball-Schweiz schwärmte auch der 51-Jährige von Matchwinner Manzambi: «Ihm muss man keine grossen taktischen Vorgaben machen, er ist ein Instinktfussballer.» Defensiv habe er ihm zwar klar gesagt, dass er rechts in der Organisation bleiben müsse, doch offensiv gab er dem 20-jährigen Bundesliga-Profi alle Freiheiten. «Er kann sich frei bewegen zwischen den Linien und auch ins Zentrum reingehen. Das muss man ihm aber nicht erklären.»

Angesprochen auf die Kritik, die in den letzten Tagen auf Granit Xhaka einprasselte, sagte Yakin: «Es ist nicht angenehm.» Es gab einen Bericht, dass der Nati-Captain mit seiner Kritik für schlechte Stimmung im Team gesorgt und einige Mitspieler verunsichert habe. Der Trainer gab seinem Schützling aber auf den Weg, dass er sich nicht verstellen solle. «Und heute haben wir wieder einen Granit gesehen, wie wir ihn kennen: lautstark, als Dirigent auf dem Platz und mit vielen Ballkontakten», lobte Yakin.

Die weiteren Stimmen zum Spiel:

Matchwinner Johan Manzambi

«Es ist ein Traum, dass ich an der WM spielen kann, zwei Tore schiesse und zum Player of the Match gekürt werde.

Wir wussten, dass das Spiel gegen Katar nicht gut war und wollten es einfach besser machen und gewinnen. Natürlich will ich auch einen Einfluss haben, wenn ich spiele. Auch wenn ich reinkomme, will ich mein Bestes geben, um dem Team zu helfen – das habe ich heute, glaube ich, gut gemacht.

Wir halten immer zusammen und haben das heute auch gezeigt.»
Johan Manzambi brillierte beim Sieg gegen Bosnien-Herzegowina
Johan Manzambi brillierte gegen Bosnien-Herzegowina und liess sich nach dem Spiel feiern.Bild: sofascore

Captain Granit Xhaka

«Wenn Lob angebracht ist, gibt es das von meiner Seite auch. Und wenn es schlecht ist, probiere ich zu kritisieren. Heute haben wir die Schweiz gesehen, die uns stark macht: Wir sind als Einheit aufgetreten, mit und ohne Ball engagiert gewesen, und nur so können wir dann auch unsere individuelle Klasse ausspielen. Wir haben über 90 Minuten ein ganz gutes Spiel gemacht.»

Manuel Akanji

«Ich war mit Ruben Vargas in der Physiotherapie und wir haben das Tor von Luis Diaz für Kolumbien gesehen. Da habe ich ihm gesagt: So musst du es auch machen. Und er hat den Ball sogar noch besser getroffen.»
«Wenn du in der ersten Halbzeit dominierst, aber am Ende immer etwas fehlt, läuft man Gefahr, zu offensiv zu werden. Ich habe den anderen deshalb gesagt, dass wir den Kopf nicht verlieren dürfen. Auch mit einem Unentschieden können wir noch Gruppensieger werden. Wir sind aber weiterhin drangeblieben und die Einwechslungen haben dann den Unterschied gemacht.

Es gab ein, zwei Situationen in der ersten Halbzeit, als Nico (Elvedi) und ich in Zwei-gegen-Zwei-Situationen kamen. Das wollen wir nicht. Wir müssen offensiv spielen, aber hinten die Stabilität bewahren und das haben wir danach sehr gut getan.»

(nih)

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Nein Elvedi, du darfst den Ball nicht mit der Hand spielen.

quelle: keystone / gregory bull
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