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EDITORS NOTE OBSCENE GESTURE - Juventus' Moise Kean, third from left, celebrates in front of Cagliari fans after scoring his side's second goal during a Serie A soccer match between Cagliari and Juventus at the Sardegna Arena Stadium in Cagliari, Italy, Tuesday, April 2, 2019. Cagliari fans shouted racist chants at Kean after the 19-year-old scored in the 85th minute, the chants were so bad that Cagliari captain Luca Ceppitelli rushed in to protect the youngster and ask the fans to stop. (Fabio Murru/ANSA via AP)

Moise Kean jubelt nach seinem Tor vor der Cagliari-Kurve. Bild: AP/ANSA

Italiens Verband verzichtet auf Strafe gegen rassistische Fans – die Begründung ist 🤮



Als Juventus Turin am 2. April dieses Jahres in Cagliari mit 2:0 gewann, sorgte nicht das Resultat für Aufsehen, sondern das Verhalten der Cagliari-Anhänger gegenüber Moise Kean. Der Juve-Youngster wurde während des ganzen Spiels mit Affenlauten und rassistischen Rufen beleidigt.

Kean liess die Antwort auf dem Platz folgen, in der 85. Minute sorgte er mit dem 2:0 für den italienischen Rekordmeister für die endgültige Entscheidung. Danach stellte er sich demonstrativ vor den Cagliari-Block und jubelte stillstehend mit ausgebreiteten Armen. Die Beschimpfungen wurden noch lauter, es flogen Bierbecher und das Spiel musste unterbrochen werden.

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Das Tor und der Jubel von Kean. Video: streamable

Neben Kean wurde mit Blaise Matuidi auch Juves zweiter dunkelhäutiger Spieler – wie bereits im Vorjahr – während der Partie rassistisch beleidigt. Gestern wurde nun die Strafe gegen das Fehlverhalten der Fans von Cagliari Calcio von der italienischen Liga mittels Pressemitteilung bekanntgegeben:

Keine.

Die Vorfälle seien zwar «zweifellos kritisierbar» und «verwerflich», sie hätten aber eine «objektiv begrenzte Relevanz». Deswegen sei beschlossen worden, keine Sanktionen gegen Cagliari zu verhängen.

Im gleichen Schreiben wurden übrigens die folgenden Vereine für Verfehlungen ihrer Fans mit Geldbussen belegt:

Bereits nach dem Vorfall sorgte Juve-Verteidiger Leonardo Bonucci für negative Schlagzeilen, als er den Vorfall runterspielte und Kean eine Mitschuld gab: «Ich denke, die Schuld ist 50:50 verteilt. Moise hätte nicht so jubeln sollen und die Curva hätte nicht so reagieren sollen. Wir sind Profis, wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen und niemanden provozieren.»

Juve-Trainer Massimiliano Allegri verurteilte die Vorfälle damals, ahnte aber bereits, dass die Verfehlungen keine Konsequenzen haben werden.

«Das Verhalten dieser Idioten im Publikum hat keinerlei Rechtfertigung. Wir sollten die Kameras nutzen, sie finden und bestrafen. Wir haben die nötige Technologie, die Behörden könnten das machen. Das Problem ist, dass sie nicht wollen.»

Juve-Trainer Allegri nach der Partie

(zap)

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37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • salamandre 16.05.2019 17:05
    Highlight Highlight Es gibt rund 135 mio Italiener, davon leben nur gerade 55 mio im Land, der große Rest ist über den ganzen Globus verteilt. Wie ein Volk das fast 70% seiner Population im Ausland hat, soviel Fremdenhass entwickelt ist mir ein Rätsel.
  • Lord_Mort 16.05.2019 11:08
    Highlight Highlight Italien halt. Die geografisch nächste Bananenrepublik.
  • Adumdum 16.05.2019 10:48
    Highlight Highlight War doch klar. Der Fisch stinkt vom Kopf - wenn die Liga irgendwas gegen Rassismus machen wollte gäbe es so eine Mist auch nicht. Sie will aber nicht. Deshalb geht's so weiter.
  • manhunt 16.05.2019 10:47
    Highlight Highlight ja, der faschismus ist wie salonfähig. und offenbar ist der italienische verband eine faschoorganisation. es ist an der zeit, leute welche solches verhalten von fans rechtfertigen, als das zu bezeichnen was sie sind: faschisten, rassisten, nazis, degeneriertes gesindel.
  • Knety 16.05.2019 09:46
    Highlight Highlight Mir haben schon diverse Secondos gesagt, dass Italien ein grosses Rassismusproblem hat. Schade um dieses grossartige Land!
  • leu84 16.05.2019 09:29
    Highlight Highlight Man will ja nicht seine Wähler inhaftieren und vergraueln. Herr Mayo und Salbe benötigen diese braunen Stimmen.
  • Gollum27 16.05.2019 09:19
    Highlight Highlight "Wir sind Profis, wir müssen mit gutem Beispiel voran gehen und niemanden provozieren."

    Jubeln while black ist demnach eine Provokation?
  • René Obi (1) 16.05.2019 09:14
    Highlight Highlight "Fans warfen einen mit einer Flüssigkeit gefüllten Becher in Richtung des gegnerischen Torhüters." Das wäre dann ein rechtes Kunststück. Stellt euch vor, 10 Fans halten zusammen einen Becher Bier und werfen den koordiniert nach vorne... Versucht das mal. Ich wette, der Becher ist, bis er in der Luft ist, leer. :-)
  • Dragonlord 16.05.2019 09:11
    Highlight Highlight Wie wär's, wenn hier die UEFA einschreitet? Sperren für alle italienischen Teams, solange wie solche rassistischen Taten vom italienischen Verband nicht sanktioniert werden.
    Say no to racism!
    • Hayek1902 16.05.2019 09:29
      Highlight Highlight Das würde ja die opfer der rassistischrn attacken mitbestrafen. Dumme idee.
    • Ich_bin_ich 16.05.2019 09:37
      Highlight Highlight Sperren für ALLE italienischen Teams bis der Verband einlenkt?

      Etwa so wie Bomben für das iranische Volk bis die Regierung weg ist?
    • Dragonlord 16.05.2019 11:06
      Highlight Highlight Die Vereine könnten ja auch Druck auf den Verband ausüben. Wenn alle dahinter stünden, müsste der Verband ja einlenken. Und wenn nicht, ja, dann gibt's Sperren von der UEFA. Die Spieler wandern ab und die Liga versinkt in der europäischen Bedeutungslosigkeit.
      Wäre doch mal ein Zeichen gegen Rassismus, nicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Clife 16.05.2019 09:10
    Highlight Highlight Wird Zeit, dass die Clubs in den Streik gehen. Wenn nicht die Clubs, dann ein Ausschluss seitens der Fifa.
  • Baccara aka Shero 16.05.2019 08:48
    Highlight Highlight ..und alle die jetzt gleich an Salvini denken: Nope.

    Die Italiener haben schon von je her ein Problem mit dunkelhäutigen Mitmenschen. Nicht erst seit Salvini.

    Fragt mal Balotelli.
  • Nando1234 16.05.2019 08:42
    Highlight Highlight Solange im italienischen Fussball oder auch in der allgemeinen Politik Rassisten regieren, werden Laserpointer immer schlimmer eingestuft als Rassismus.
    • Hayek1902 16.05.2019 09:30
      Highlight Highlight Das war in italien schon vorher so, das ist nichts neues.
  • Ziasper 16.05.2019 08:40
    Highlight Highlight Hat jemand etwas anderes erwartet in Italien? Dieses so schöne Land verkommt immer mehr zu einem Schurkenstaat.
    • Franceee 16.05.2019 09:25
      Highlight Highlight Warum in die Ferne schweifen, wir haben hier doch genau dasselbe Problem!Dagegen getan wird auch nichts!
  • Linus Luchs 16.05.2019 08:40
    Highlight Highlight «Objektiv begrenzte Relevanz», übersetzt: nicht wichtig. Blanker Rassismus ist für die italienischen Ligaverantwortlichen eine Lappalie. So weit reicht also Salvinis Arm. Ja, wirklich zum K...
    • P. Silie 16.05.2019 08:50
      Highlight Highlight @ Linus: Nee, jetzt machen Sie es sich zu einfach wenn Sie dies 'nur' Salvini anhängen möchten. Rassismus gibt es im italienischen Fussball seit langem und wurde schlichtweg nicht bekämpft.
    • Linus Luchs 16.05.2019 13:05
      Highlight Highlight P. Silie, ich weiss das. Habe mich zu kurz und damit missverständlich ausgedrückt. Ich stelle mir nicht vor, dass Salvini direkt auf den Fussballverband Einfluss nimmt. Aber indirekt tut er es, indem er und seine Gefolgsleute in Italien ein Klima schaffen, welches diesen Entscheid ermöglicht. Die Rassisten mit Regierungsverantwortung machen Rassismus salonfähig, drücken die Hemmschwelle immer weiter nach unten, und dann kriechen weitere Rassisten aus ihren Löchern und beginnen sich durchzusetzen, wie jetzt zum Beispiel im Fussballverband.
    • P. Silie 16.05.2019 14:22
      Highlight Highlight Quote: "According to Valeri, authorities recorded about 750 episodes of racism in all of Italy’s football leagues between 2000 and 2014. “Just during the 2013/2014 season, we experienced 118 incidents, especially among youngsters,” Valeri said."

      Das Problem nur - 2013/2014 war von Salvini noch nicht wirklich viel zu sehen, ausser dem Parteivorsitz der damals noch durchaus überschaubaren Lega Nord.
  • Glenn Quagmire 16.05.2019 08:34
    Highlight Highlight Geht wohl in die Kategorie "die dürfen ja wohl noch ihre Meinung äussern, oder ist das etwa jetzt verboten"

    Sehr schwach vom Verband, eigentlich sollte es da interne Bussen und Sperren für diesen Entscheid geben.
  • P. Silie 16.05.2019 08:32
    Highlight Highlight Cut the crap! "«Ich denke, die Schuld ist 50:50 verteilt. Moise hätte nicht so jubeln sollen und die Curva hätte nicht so reagieren sollen. Wir sind Profis, wir müssen mit gutem Beispiel vorangehen und niemanden provozieren.»" Nein! Es gibt hier kein 50:50, auch kein 60:40, 30:70 oder 99:1... es gibt ein 100:0 - DAS ist klar Rassismus und ist keinen einzigen Moment tolerier- und entschuldbar! Und prompt zieht sich der italienische Fussballverband, der Staat, aus der Pflicht bei der Umsetzung von Law & Order!
    • René Obi (1) 16.05.2019 09:16
      Highlight Highlight Moment. Der wurde 82 Minuten lang mit rassistischen Geräuschen und Bemerkungen überhäuft. Dass er dann hin steht und zu verstehen gibt, dass er sich nicht unterkriegen hat lassen, ist absolut in Ordnung. Das ist 100:0 ok. Die Affenlaute etc. sind 100:0 zum Kotzen.
    • Fly Boy Tschoko 16.05.2019 09:51
      Highlight Highlight Das wäre ja ein Argument wenn die Rufe erst dann begonnen hätten aber bereits vorher waren ohne Provokation durch Kean die ganze Zeit Affenrufe zu hören.
      Den Rassisten anschliessen quasi den Mittelfinger zu zeigen finde ich 100% nachvollziehbar.
    • dan2016 16.05.2019 10:07
      Highlight Highlight nun, vermutlich hätte sich der Verband bei Konsequenzen einen Rüffel des Staates (durch den Innenminister) geholt.
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