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Dieses Bild von Rugby-Spielerin Tayla Harris sorgt für wilde Debatten

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Die Geschichte dieses Bildes steht exemplarisch für den momentanen Gender-Knorz

21.03.2019, 08:4301.04.2019, 14:13

Das ist Tayla Harris.

Tayla Harris spielt Aussie Rules Football. Das ist eine der härtesten Mannschaftssportarten der Welt und Harris ist zurzeit eine der besten Spielerinnen. 2017 und 2018 wurde sie ins Allstar-Team der noch jungen AFLW gewählt. Auch wegen Aktionen wie dieser:

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Vor drei Tagen traf Harris' Carlton Football Club vor knapp 10'000 Zuschauern auf die Western Bulldogs. Nach 90 Sekunden eröffnete die 1,77-Meter-Musterathletin das Skore mit einem Kick aus 40 Metern. Dabei entstand dieses Foto.

Nach dem Spiel landete das Foto auf der Fan-Facebookpage von Channel 7. Die Bildunterschrift lautete: «Photo of the Year».

Problem Nr. 1: Dumme Online-Trolle

Es dauerte nicht lange, da folgten misogyne Kommentare. Deren Inhalte waren zum Teil derart anstössig, dass sie Harris später als sexuelle Belästigung bezeichnete. Gegenüber Channel 7 kommentierte sie die Ereignisse folgendermassen: «Das Bild zeigt mich bei der Arbeit (...), was nun daraus entstanden ist, ist eine Enttäuschung. Eine Enttäuschung für die Gesellschaft (...) Doch es ist für mich auch eine Chance, die ich nutzen will. Sie gibt mir die Gelegenheit, mich für wichtige Dinge einzusetzen. Auch wenn das bedeutet, dass ich bereits frühmorgens Interviews geben muss.» Harris gab weiter an, rechtliche Schritte gegen die Trolle in Erwägung zu ziehen.

So sieht eine souveräne Reaktion aus.

Problem Nr. 2: Die unsouveräne Reaktion

Weniger souverän reagierte Channel 7. Stundenlang verblieben die diskriminierenden Facebook-Kommentare unter dem Bild. Zwei Tage später folgte dann die hilflose Reaktion: Das Foto wurde mitsamt den Kommentaren gelöscht.

Mit der Entfernung des Fotos zog der offizielle Medienpartner der AFLW vor den sexistischen Trollen den Schwanz ein. Das ist das denkbar dümmste Signal, werden diese dadurch in ihrem Handeln noch bestärkt. Kanal 7 geriet darauf unter Beschuss und als Trotzreaktion verbreitete sich Harris' Kick zusammen mit Solidaritätsbekundungen über Twitter wie ein Lauffeuer. Auch der Fotograf reagierte:

Der öffentliche Druck liess Channel 7 erneut umdenken. 7AFL entschuldigte sich und veröffentlichte das Bild erneut.

Ein exemplarischer Fall

Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet ein Bild einer athletischen Frau in kurzen Hosen derart viele misogyne Reaktionen auslöst. Hier wird Power und Dynamik zelebriert – von einer Frau in einer vermeintlichen Männerdomäne (Aussie Rules ist vergleichbar mit Rugby). Wir kennen das Drehbuch: Diese Zutaten rufen die Trottel auf den Plan. Trottel, die nicht darauf reagieren, wenn beim Herren-100-Meter-Final an den Olympischen Spielen die Gemächter in den engen Hosen einen Balztanz vollführen.

Das Problem vieler Ismus-Debatten ist, dass es diesen Trotteln gelingt, die Debatte mit derart viel Idiotie aufzuladen, dass es vernünftig denkenden Menschen schwer fällt, souverän darauf zu reagieren – wie die unglückliche Reaktion des Social-Media-Teams von Channel 7 zeigt. Statt die primitiven Kommentare einfach zu löschen, folgt eine hilflose Kurzschlussreaktion.

Die Suppe auslöffeln müssen dann Leute wie Tayla Harris. Sie wird nicht der letzte Mensch sein, der sich ungefragt mitten in einer Ismus-Debatte wiederfindet.

Doch Harris entpuppt sich als Glücksfall. Ganz Rugbyspielerin scheut sie die Konfrontation nicht, nimmt den Ball auf und fährt einen Konter. Es wird noch einige solcher Konter benötigen, bis wir das leidige Thema endlich los sind.

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