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Winner Switzerland's Kariem Hussein reacts on the podium during the Men's 400m Hurdles medal ceremony during the European Athletics Championships at the Letzigrund stadium in Zurich on August 15, 2014.  AFP PHOTO / FABRICE COFFRINI

Hussein bei der Siegerehrung. Bild: AFP

Europameister über 400 Meter Hürden

Ein völlig überwältigter Hussein gibt zu: «Zwei Stunden vor dem Rennen habe ich mir fast in die Hosen gemacht.»

Es ist vollbracht: Kariem Hussein holt mit persönlicher Bestleistung über 400 Meter Hürden die erste Goldmedaille für die Schweiz. Wie er sich fühle, könne der frischgebackene Europameister jedoch nicht sagen: «Keine Ahnung, ich weiss es nicht.»



Noch nie war es bei dieser EM so laut im Letzigrund-Stadion wie am Freitagabend. Als der Schweizer Hürdenläufer Kariem Hussein in die letzte Kurve einbog, verwandelte sich der Letzi das erste Mal in einen wahren Hexenkessel. Noch hundert Meter fehlten zur ersten Medaille der Schweiz. Zehn Sekunden später war sie Tatsache. Und glänzte golden. «Eine unglaubliche Kulisse», so Hussein nach dem Rennen.

Switzerland's Kariem Hussein, holding his national flag, celebrates after winning the Men's 400m Hurdles final during the European Athletics Championships at the Letzigrund stadium in Zurich on August 15, 2014.    AFP PHOTO / FABRICE COFFRINI

Was für ein Triumph: Hussein gewinnt Gold über 400 Meter Hürden. Bild: AFP

Neue persönliche Bestleistung

Hussein hat für den Exploit gesorgt, der nötig war, um der Schweiz eine Medaille zu bescheren. Den Exploit, welchen zuvor alle sein Kollegen verpassten. Die Fans trugen den 25-Jährigen förmlich über die Ziellinie. 

Dem Esten Rasmus Mägi und dem Russen Denis Kudryavtsev blieben nur die Plätze zwei und drei. Hussein war zu stark, was auch der Thurgauer nicht ganz glauben konnte: «Ich war fast ein wenig überrascht über die Zeiten der Gegner.»

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Die letzten Meter des Goldlaufs. Gif: SRF

Den perfekten Lauf fasste der frischgebackene Europameister so zusammen: «Ich kontrollierte das Rennen, blieb locker und ruhig, ich wartete bis zum richtigen Zeitpunkt und attackierte. Es ist unglaublich.»

«Ich bin völlig leer, auch jetzt noch. Ich realisiere es noch gar nicht.»

Kariem Hussein

Die fünf Schweizer Leichtathletik Europameister

2014 in Zürich: Kariem Hussein, 400 m Hürden, 48.96
2010 in Barcelona: Viktor Röthlin, Marathon, 2:15.31
1986 in Stuttgart: Werner Günthör, Kugelstossen, 22.22
1969 in Athen: Philippe Clerc, 200 m, 20.60
1950 in Brüssel: Fritz Schwab, 10 km Gehen, 46:01.8

Die Krönung einer beeindruckenden EM

Der Lauf zu Gold war der Höhepunkt eines von A bis Z grandiosen Auftrittes in Zürich. Den Vorlauf dominiert, souverän als Erster für den Final qualifiziert und nun mit der persönlichen Bestzeit von 48,96 Sekunden seiner Leistung gleich selbst die Krone aufgesetzt. «Ich wusste nicht, wie ich die zwei Vorläufe verdauen werde, aber ich versuchte, einfach cool zu bleiben. Habe nichts gelesen, nichts geschaut, mich ganz normal vorbereitet.»

Dass es ihm gelungen ist, derart cool zu bleiben, war vor dem Rennen nicht klar. «Ich sagte mir, es fängt wieder von Null an. Ich war wirklich ruhig – bis zwei Stunden vor dem Start. Da habe ich mir fast in die Hose gemacht», verrät Hussein, der nach jedem Wort noch glücklicher wirkte. Was er jetzt fühle, konnte er aber nicht genau beschreiben: «Ich bin völlig leer, auch jetzt noch. Ich realisiere es noch gar nicht.» Lange Pause. «Keine Ahnung, ich weiss es nicht.»

Men's 400m hurdles winner Kariem Hussein reacts on the podium at the medal ceremony, at the fourth day of the European Athletics Championships in the Letzigrund Stadium in Zurich, Switzerland, Friday, August 15, 2014. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Hussein kann die Tränen bei der Siegerehrung nicht mehr unterdrücken. Bild: KEYSTONE

Bei der Siegerehrung überwältigen ihn noch einmal die Emotionen. Die Tränen, welche er kurz nach dem Rennen noch unterdrücken konnte, kullern über den Dreitagebart. Zum ersten Mal ertönt die Schweizer Hymne, gesungen vom ganzen Letzigrund-Stadion. Ein Moment für die Ewigkeit. Ein Moment, an den wir uns gewöhnen könnten.

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