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epa05946325 A handout photo made available by Nike, showing Eliud Kipchoge of Kenya clocking a time of 2:00.24 in a marathon event in Monza, north of Milan, Italy, 06 May 2017. Kipchoge was attempting to become the first athlete to run under two hours and missed his goal by just 25 seconds. Although Kipchoge beat Dennis Kimetto's mark of 2:02.57, due to the use of pacemakers, the time will not be recognised as a world record.  EPA/NIKE / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der Zieleinlauf: 25 Sekunden fehlen. Bild: EPA/NIKE

Marathon-Star Kipchoge nach verpasster 2-Stunden-Schallmauer: «Ich bin trotzdem glücklich»

Der Kenianer Eliud Kipchoge scheitert am Samstagmorgen beim Versuch, den Marathon als erster Mensch unter zwei Stunden zu laufen.



Der Olympiasieger von Rio 2016 benötigte im Rahmen des Projekts Breaking2 auf der Formel-1-Strecke in Monza 2:00:25 Stunden für die 42,195 km. Kipchoges Bestzeit wird nicht als Weltrekord anerkannt werden, auch weil die Schrittmacher – darunter der Schweizer Julien Wanders – stets ein- und ausgewechselt wurden. Lange Zeit sah es für Kipchoge nicht schlecht aus, unter zwei Stunden zu bleiben. Doch ab Kilometer 35 vermochte er das Tempo von 2:50 Minuten pro Kilometer oder 17 Sekunden pro 100 m nicht mehr ganz zu halten. 7 km vor dem Ziel wies der 32-Jährige erst fünf Sekunden Rückstand auf den ambitiösen Fahrplan auf.

Olympic marathon champion Eliud Kipchoge lies down after crossing the finish line of a marathon at the Monza Formula One racetrack, Italy, Saturday, May 6, 2017. Kipchoge was 26 seconds from making history on Saturday but in the end the Olympic champion was just short of becoming the first person to run a marathon in less than two hours. Kipchoge ran the 26.2 miles (42.2 kilometers) in 2 hours and 24 seconds, beating Dennis Kimetto's world record of 2:02:57, but the Kenyan failed to run the first sub-two hour marathon. (AP Photo/Luca Bruno)

Völlig ausgepowert: Kipchoge nach seinem Rekordversuch. Bild: Luca Bruno/AP/KEYSTONE

In aller Herrgottsfrühe rannte Kipchoge zusammen mit Zersenay Tadese aus Eritrea und Lelisa Desisa aus Äthiopien am Samstag los, um eine Schallmauer des Sports zu durchbrechen. Das Trio liess sich in das von Sportartikel-Hersteller Nike mit grossem Getöse angekündigte und in der Leichtathletik-Szene umstrittene Projekt Breaking2 einbinden – eine Art Laborversuch unter freiem Himmel: Ständig wechselnde Pacemaker, die Windschatten spenden, keine enge Kurven, ein spezieller Schuh, Spezialgetränke, Startzeit bei den meteorologisch besten Bedingungen und vielem mehr.

Der Angriff galt nicht dem Weltrekord von 2:02:57 Stunden, den der Kenianer Dennis Kimetto 2014 in Berlin aufgestellte hatte und immer noch hält. Der Angriff galt der Zweistunden-Marke. Doch es erwies sich, dass drei Minuten weniger auf der klassischen 42,195-Kilometer-Distanz sehr viel sind. Tadese und Desisa waren bei der Halbmarathon-Marke schon nicht mehr auf Kurs.

Die Würdigung nach der starken Leistung Kipchoges.

Solch ein Wahnsinnstempo über den gesamten Marathon trauten die Experten am ehesten noch Kipchoge zu. Der 32-Jährige verpasste 2016 in London, auf einem schwierigeren Kurs als in Berlin, den Weltrekord nur um ein paar Sekunden. 2015 hatte er in Berlin in 2:04:00 gesiegt, obwohl ihm bereits nach wenigen Kilometern die Einlegesohle aus dem Schuh hing. Kipchoge ist wohl der aktuell beste Marathonläufer.

Rekordversuch in Berlin?

Am Samstag verpasste er den historischen Coup, obwohl seine Leistung eines Weltrekords würdig gewesen wäre. Nike dürfte dennoch zufrieden sein. Der Sportartikel-Hersteller verstand es, mit grossem Werbeeffekt einen neuen Laufschuh zu promoten.

«Ich bin trotzdem glücklich», sagte der 32-jährige Kipchoge nach dem Lauf. «Die letzten zwei Runden waren wir etwas hinter dem Zeitplan. Ich hoffe, das nächste Mal klappt es.» Möglicherweise greift der Kenianer nun beim Berlin-Marathon am 24. September den offiziellen Weltrekord an. Die Strecke in der deutschen Hauptstadt gilt als extrem schnell.

Ein Marathon in voller Länge schauen? Hier klicken.

Vorbehalte aus der Welt des Sports

Die Sportwelt begegnete dem Projekt mit Vorbehalten. Peter Haas, Chef Leistungssport bei Swiss Athletics, sagte im Vorfeld: «Das ist Werbung, verbunden mit Sport. Leichtathletik aus dem Labor. Da werden Faktoren geschaffen, wie wir sie sonst in unserem Sport nicht antreffen.» Die äusseren Einflüsse, die Taktik, der Kampf Mann gegen Mann, die Wahl der Strecke ohne Zuschauer und enge Kurven – all dies sei in der traditionellen Leichtathletik so nicht vorhanden.

Insgeheim sind wohl viele Läufer – im Prinzip allesamt Bewunderer von Kipchoge – froh, dass Breaking2 gescheitert ist. Laufen ist einfach und soll einfach bleiben. In diesem Projekt steckte viel zu viel Wissenschaft. (fox/sda)

Gute Tweets zum verpassten Rekord

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