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Australian Open, Halbfinals

R. Federer – N. Djokovic Do 9.30 Uhr
A. Murray – M. Raonic Fr 9.30 Uhr​

Switzerland's Roger Federer, right, greets the chair umpire, not in photo, along with Serbia's Novak Djokovic, left, after his semifinal loss to Djokovic at the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Thursday, Jan. 27, 2011.   (AP Photo/Shuji Kajiyama)

Das letzte Duell beim Australian Open liegt fünf Jahre zurück: 2011 verlor Federer im Halbfinal klar in drei Sätzen. 
Bild: AP

Eigentlich wäre es ja ganz einfach – was Federer tun muss, um Djokovic zu schlagen

Auf dem Weg zu seinem 18. Grand-Slam-Titel stellt sich Roger Federer mal wieder Novak Djokovic in den Weg. Trotz empfindlicher Niederlagen in den letzten Finals: Der «Maestro» hat das Zeug, die Weltnummer 1 zuschlagen. Es müsste nur einmal alles nach seinem Gusto laufen.



Da ist es wieder, dieses Duell, das uns im vergangenen Jahr so sehr in Atem gehalten hat. Zum 45. Mal (Head-to-Head: 22:22) treffen Roger Federer und Novak Djokovic am Donnerstagmorgen (ab 9.15 Uhr im Liveticker) aufeinander. Für einmal nicht in einem Final, sondern bereits im Halbfinal. Vielleicht ein Vorteil für den Schweizer?

Im letzten Jahr verpasste Federer in Wimbledon und am US Open mit Finalniederlagen gegen den Serben seinen 18. Grand-Slam-Titel, den ersten seit Wimbledon 2012, zweimal nur ganz knapp. Diesmal will er nicht mehr über seinen Angstgegner stolpern. Dafür muss er allerdings folgende 7 Punkte befolgen.

Spectators watch as Switzerland's Roger Federer stretches for a shot during his quarter-final match against Czech Republic's Tomas Berdych at the Australian Open tennis tournament at Melbourne Park, Australia, January 26, 2016. REUTERS/Jason O'Brien Action Images via Reuters

Die ganze (Sport-)Welt schaut am Donnerstag nach Melbourne.
Bild: JASON O'BRIEN/REUTERS

Gut aufschlagen

Federer muss sich auf seinen ersten Aufschlag verlassen können. Mindestens 60 Prozent müssen im Feld landen, eine noch bessere Quote wäre wünschenswert. Federers Aufschlagleistung in den ersten fünf Spielen war glänzend. Stets brachte er über 60 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld. Vor allem im Viertelfinal gegen Berdych war das auch nötig: Nach zweitem Aufschlag gewann er weniger als die Hälfte aller Ballwechsel.

Nur wenn er zu möglichst vielen Gratispunkten mit dem Aufschlag kommt, kann der «Maestro» sich den besten Return-Spieler der Welt vom Hals halten. Sein zweiter Aufschlag ist nämlich angreifbar – und vor allem Djokovic weiss, wie er Federer dort in Bedrängnis bringen kann. 

Bringt Federer die eigenen Service-Games problemlos durch, kann er sich ausserdem voll auf die Return-Games konzentrieren. Das bekam Berdych zu spüren und das würde auch Djokovic wehtun.

Bild

Federers bisherige Aufschlagsleistung.
bild: watson

Am Netz punkten

Überragend präsentierte sich gegen Berdych auch Federers Quote am Netz: Zwölfmal rückte er nach dem Aufschlag ans Netz vor, zehnmal gewann er den Punkt. Und von seinen 29 Netzangriffen schloss er 24 erfolgreich ab. Sein Gefühl für den Ball und wie er den Court abdeckt, ist unerreicht. Doch Djokovics Passierbälle sind das eben auch. Gegen den Serben muss er seine Angriffe deutlich besser vorbereiten, um nicht Mal für Mal ins offene Messer zu laufen.

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Kommt Federer überhastet nach vorn, wird er gnadenlos passiert.
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Von der Grundlinie mithalten

Federer wird die Ballwechsel auch gegen Djokovic kurzhalten wollen, das wird ihm allerdings nicht immer gelingen. Deshalb sollte er sich – vor allem bei Aufschlag Djokovic – auf viele zermürbende Grundlinien-Duelle einstellen. Der Serbe wird wohl immer wieder seine Rückhand massieren und dort auf Fehler hoffen. Der eine oder andere Backhand-Winner der Linie entlang würde den vor Selbstvertrauen strotzenden Serben aber vielleicht zum Nachdenken bringen und auf dem Weg zu einem Break sicher nicht schaden.

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Federer zeigte nicht nur gegen Basilashvili, dass er es drauf hat.
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Das Tempo variieren

Djokovic ist von der Grundlinie wie ein Roboter, der Serbe bringt einfach alles zurück. Es sei denn, man durchbricht seinen Rhythmus. Federer sollte deshalb immer wieder geschickt das Tempo variieren, den Serben mit Slice- und Topspin-Bällen beschäftigen und dafür sorgen, dass er sich nicht allzu wohl fühlt. 

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Ein kurzer Slice-Return und dann der Angriff: So holte sich Federer im Gruppenspiel der World Tour Finals den ersten Satz.
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Seine Chancen nutzen

Im verlorenen US-Open-Final verwertete Federer gegen Djokovic nur 4 seiner insgesamt 23 Breakbälle. Die Quote war lausig: 17 Prozent. Hier muss er sich deutlich steigern. Wichtig wäre auch, wenn der als Frontrunner bekannte Federer im ersten Satz ein Break vorlegen könnte, statt dauernd einem hinterher rennen zu müssen. Dafür muss in den entscheidenden Momenten aber alles stimmen.

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So darf es nicht laufen: Federers 23 Breakbälle im US-Open-Final 2015. 
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Auf Djokovics Fehler hoffen

So fehlerhaft wie im Achtelfinal gegen Gilles Simon hatte man Djokovic noch selten gesehen. 100 unerzwungene Fehler leistete sich die Weltnummer 1 beim knappen Fünfsatzsieg gegen den Franzosen. Gegen Kei Nishikori im Viertelfinal waren es hingegen nur noch 27, allerdings war das Verhältnis Winner zu unerzwungene Fehler immer noch klar negativ (22:27). Kriegt Federer von Djokovic ähnlich viele Punkte geschenkt und hält Federer die eigene Fehlerquote tief, dann dürfte es ein enges Spiel werden.

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Solche Fehler darf sich Djokovic gegen Federer nicht erlauben.
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Tipps von Ljubicic befolgen

Federer hat angekündigt, dass er sich für den Halbfinal gegen Djokovic zusammen mit Severin Lüthi und Ivan Ljubicic eine spezielle Taktik ausdenken will, um den Dauerrivalen zu überraschen. Zwar hatte Ljubicic in seiner Aktivkarriere gegen Djokovic mit 2:7 eine klar negative Bilanz, trotzdem dürfte dem Kroaten dabei eine Schlüsselrolle zukommen.

Ljubicic gilt als Freund Djokovics und kennt dessen Spiel gut. Ausserdem hat er – anders alle bisherigen Federer-Coachs – noch in der gleichen Ära Tennis gespielt und deshalb vielleicht noch den einen oder anderen Tipp auf Lager, den Federer noch nicht gehört hat.

Switzerland's Roger Federer, left, talks with his coaches Ivan Ljubicic right, and Severin Luthi during a practice session ahead of the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Friday, Jan. 15, 2016.(AP Photo/Mark Baker)

Was lassen sie sich einfallen? Federer mit Seve Lüthi und Ivan Ljubicic auf dem Trainingsplatz.
Bild: Mark Baker/AP/KEYSTONE

Die One-Slam-Wonders im Herren-Tennis

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    Alle Leser-Kommentare
  • ksayu45 27.01.2016 13:55
    Highlight Highlight ich wünsche es roger so sehr!!! come on! :D
  • --Sevi-- 27.01.2016 12:34
    Highlight Highlight Jetzt muss ich nur hoffen, dass die Mathelehrerin mein Handy im Etui nicht findet und dann wird es eine schöne Lektion. ^^
  • icarius 27.01.2016 10:50
    Highlight Highlight Besten Dank für die Zusammenstellung. Es wird ganz einfach solange Federer den perfekten Tag erwischt und Djokovic in die Röhre guckt! :)

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