DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Sepp Blatter, wie er sich am liebsten sieht: Mit Fussball und Weltpokal wild referierend. (1997)
Sepp Blatter, wie er sich am liebsten sieht: Mit Fussball und Weltpokal wild referierend. (1997)Bild: KEYSTONE

Der Sonnenkönig aus dem Oberwallis – 24 Fakten, die du über Sepp Blatter (vielleicht) noch nicht gewusst hast

Bewundert, gefürchtet, angefeindet, geehrt: Joseph S. Blatter hat in seiner langen Karriere schon viel erlebt. Sein Privatleben hält er möglichst unter Verschluss. Doch alles kann auch der FIFA-Boss nicht geheim halten.
29.05.2015, 22:0130.05.2015, 17:28

Seine Kindheit

  • Joseph S. Blatter hiess nicht immer Joseph S. Blatter. Am 10. März 1936 wird er als Josef Blatter geboren. Mit steigender Macht ist ihm das zu wenig staatsmännisch. Selbst nennt er sich in Joseph S. Blatter um. Das S steht für «Sepp». Dass das manche lächerlich finden, ist ihm «egal».
  • Blatter kommt im Elternhaus zwei Monate zu früh zur Welt, seine Fingernägel sind noch nicht ganz ausgebildet. Weil es im Wallis kein Spital für Frühgeburten gibt, kämpft der kleine Sepp zuhause ums Überleben. «Also hiess es: Friss oder stirb», so Blatter.
Oberleutnant Sepp Blatter bringt es später bis zum Oberst der Artillerie.
Oberleutnant Sepp Blatter bringt es später bis zum Oberst der Artillerie.Bild: KEYSTONE
  • Blatters Vater Benjamin war Velomechaniker, arbeitete als Werkmeister im Lonza-Werk in Visp. Mit 72 stirbt er bei einem Autounfall. Seine Mutter Bertha wird 94 und nannte ihren Sepp «Chérie», was Schwester Ruth, der um ein Jahr ältere Bruder Peter und Nesthäkchen Marco gar nicht gerne sahen. 
  • Familie Blatter wohnt an der Bahnhofstrasse in Visp auf engstem Raum, in einer einfachen Werkswohnung der Lonza, in einem Haus, das zuvor das «Hôtel des Alpes» beherbergte. Mit Peter muss er ein 1,40 Meter schmales Bett teilen.

Sein frühes Berufsleben

  • Sepp Blatter will Fussball-Profi werden. Von 1948 bis 1971 spielt der begnadete Stürmer aktiv und bringt es beim FC Sierre bis in die 1. Liga. Ende der 60er-Jahre wird ihm vom Nationalliga-A-Klub Lausanne gar ein Profivertrag angeboten. Doch Vater Benjamin ist dagegen: «Mit Fussball wirst du nie Geld verdienen», sagt er.
  • An der Uni Lausanne studiert Blatter Handels- und Volkswirtschaftswissenschaft, lässt sich zum Ökonomen und Politikwissenschaftler ausbilden. Student Blatter nutzt die Studienzeit auch, um ordentlich einen zu heben. Bei seiner Studentenverbindung «Helvetia» kennt man den «Alten Herren» noch heute unter seinem Trinknamen «Mi-temps» («Halbzeit»).
  • Nach dem Studium arbeitet Blatter als Sportjournalist, als PR-Chef beim Walliser Verkehrsverein, später beim Schweizer Eishockeyverband. Anschliessend wechselt er zur Uhrenfirma Longines, wo er für das Marketing zuständig ist. Von 1970 bis 1975 sitzt er ausserdem im Vorstand von Neuchâtel Xamax.
1977: Sepp Blatter (Mitte) fliegt zusammen mit René Hüssy, Erich Vogel, Anton Bucheli und Martin Häcki im Auftrag der FIFA nach Afrika.
1977: Sepp Blatter (Mitte) fliegt zusammen mit René Hüssy, Erich Vogel, Anton Bucheli und Martin Häcki im Auftrag der FIFA nach Afrika.Bild: KEYSTONE
  • 1975 beginnt Blatter als Technischer Direktor seine Karriere beim Weltfussballverband. Damals arbeiten gerade einmal elf Personen bei der FIFA. Sein Aufstieg ist steil: 1981 wird er Generalsekretär, 1998 Präsident. 
  • In der Schweizer Armee bringt es Blatter bis zum Oberst. Als Kommandant eines Versorgungsregiments leistet er insgesamt 1400 Dienstage.
  • Blatter ist Ehrenmitglied des Sportjournalisten-Weltverbands AIPS und stolz darauf. Im illustren Kreis auch dabei: sein Vorgänger Joao Havelange und der ehemalige IOC-Präsident Jacques Rogge.

Seine Frauen

  • In jungen Jahren heiratet Sepp Blatter seine Jugendliebe Liliane Biner. Die Ehe mit der Zermatterin hält zehn Jahre und bringt Tochter Corinne hervor, die Blatter 1998 als Wahlkampfleiterin zum FIFA-Präsidenten macht.
  • 1982 heiratet Blatter Barbara Käser, die Tochter seines Vorgängers als FIFA-Generalsekretär. Die Ablösung des späteren Schwiegervaters erfolgt unfreundlich, Helmut Käser taucht dann auch nicht zur Hochzeit auf. Nach der Scheidung 1992 bleiben Barbara und Sepp einander freundschaftlich verbunden, bis die ehemalige NZZ-Lektorin 1999 überraschend an den Folgen einer Operation stirbt.
1 / 7
Die Frauen des Sepp Blatter
quelle: keystone / walter bieri
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
  • Ilona Boguska liebt er «nur», eine dritte Heirat kommt vorerst aber nicht in Frage. Ab 1995 sind die beiden ein Paar. Nach einem stetigen Auf und Ab in der Beziehung mit der 30 Jahre jüngeren Polin folgt 2002 die erstmalige Trennung. 
  • Im Dezember 2002 heiratet Blatter zum dritten Mal, die 20 Jahre jüngere Delfin-Trainerin Graziella Bianca. Die Sizilianerin aus dem Connyland verdreht Blatter ganz schön den Kopf, doch die medial mit viel Aufmerksamkeit verfolgte Ehe hält nur ein Jahr. Im Januar 2004 geben die beiden ihre Trennung bekannt. 
Mit TV-Moderatorin Fernanda Lima hat Sepp Blatter nur getanzt.YouTube/SPOX
  • Wenige Monate später sieht man Blatter wieder an der Seite von Ilona Boguska. «In meinem Herzen habe ich mich nie von Sepp getrennt», sagt Ilona damals. Ab 2008 gilt Blatter wieder offiziell als Single.
  • Bei der Weltfussballer-Wahl 2014 taucht in Zürich dann erstmals Linda Barras an seiner Seite auf. Das Techtelmechtel mit der 28 Jahre jüngeren Frau des Dorfkönigs von Crans-Montana steht zunächst unter einem schlechten Stern. Barras ist noch verheiratet, doch das stört Sepp nicht. Noch heute sind die beiden ein Paar.

Sein Leben für die FIFA

  • Sepp Blatter steht jeden Morgen ohne Wecker um 6 Uhr auf, legt dann ein kurzes Tänzchen hin, trinkt einen Kaffee, macht ein paar Klimmzüge oder sitzt ein paar Minuten aufs Velo. Pünktlich um 6.30 Uhr hört er dann im Radio die Nachrichten.
  • Sepp Blatters Arbeitstag beginnt – wenn er in Zürich ist – um 7 Uhr und dauert meist länger als bis 20 Uhr. Seine drei Minuten vom FIFA-Hauptsitz entfernte Wohnung braucht er oft nur zum Schlafen. 
Sepp Blatter in seinem Büro. Hier verbringt der FIFA-Präsident die meiste Zeit, wenn er nicht auf Reisen ist.
Sepp Blatter in seinem Büro. Hier verbringt der FIFA-Präsident die meiste Zeit, wenn er nicht auf Reisen ist.Bild: KEYSTONE
  • Blatter liest nicht sehr gerne Bücher, seine Zeit vertreibt er sich mit Kreuzworträtsel und Sudoku. «Das hält das Gehirn fit», so der Fussball-Fanatiker.
  • Gerne wäre Sepp Blatter Piano-Spieler geworden. Oder Tänzer, denn das ist seine grosse Leidenschaft.
  • 2008 baut Blatter mit seinem 525 PS starken Mercedes auf dem Weg ins Wallis einen Unfall, ein Polizist montiert eiligst das Nummernschild ab. Die Busse wegen «Nichtbeherrschen des Fahrzeuges» beträgt 600 Franken plus 250 Franken Schreibgebühren. Ziemlich tief, Blatters Jahreseinkommen würde demnach 80'000 Franken betragen.
Blatters Mercedes ohne Nummernschild auf der Autobahn bei Spiez.
Blatters Mercedes ohne Nummernschild auf der Autobahn bei Spiez.bild: Markus Hubacher
  • Zu seinen Freunden zählt Blatter Tochter Corinne, seine Brüder Peter und Marco, den ehemaligen Schweizer Nationaltrainer René Hüssy, Ex-Sion-Fussballer Jean-Paul Brigger, FIFA-Chefarzt Jiri Dvorak sowie den ehemaligen GC-Präsidenten Fritz Peter.
  • Blatter wird für seine Tätigkeit als FIFA-Präsident oft geehrt. So ist er unter anderem «Ritter der französischen Ehrenlegion», Träger des «olympischen Ordens», Träger des Bundesverdienstkreuzes, Ehrenmitglied des deutschen Fussballbundes, Träger des «Grossen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich», Ordensträger der «afrikanischen Befreiung» und wurde mit dem «Global Award for World Peace» ausgezeichnet. 
  • Auch in seiner Heimat wird Blatter in Ehren gehalten. In seinem Geburtsort Visp wurde ein Schulhaus nach ihm benannt, ihn Ulrichen wird jährlich das Sepp-Blatter-Turnier durchgeführt. Dort ist der Namensgeber – meist in Begleitung illustrer Prominenz – gern gesehener Stammgast.

Die FIFA-Skandale unter Sepp Blatter

1 / 12
Die FIFA-Skandale unter Sepp Blatter
quelle: ap/ap / francois mori
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
No Components found for watson.appWerbebox.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
«Aus Respekt vor meinen Gegnern» – Nadal will nicht über mysteriöses Pflaster reden

Sein Traum vom Kalender-Grand-Slam, dem Gewinn aller vier Major-Turniere innerhalb einer Saison, lebt weiter: Nach seinen beiden Triumphen bei den Australian und den French Open steht Rafael Nadal nach seinem Dreisatzsieg gegen den Niederländer Botic van de Zandschulp in den Viertelfinals von Wimbledon, wo er auf den Amerikaner Taylor Fritz (ATP 14) trifft.

Zur Story