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Das ist Odermatts Saisonziel – und sein grösster Konkurrent

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Die Kugeln blieben bisher mehrheitlich in den Händen von Odermatt – doch Meillard besässe das Potenzial, ihm diese streitig zu machen. Bild: APA/APA

Das ist Odermatts Saisonziel – und sein grösster Konkurrent

Marco Odermatt spricht rund einen Monat vor dem Saisonstart über das Sommertraining, seinen neuen Trainer und seine Konkurrenz nach der Rückkehr von Marcel Hirscher in den Ski-Zirkus.
01.10.2024, 05:58
Raphael Gutzwiller / ch media
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Marco Odermatt startet die Ski-Saison so, wie er die letzte Saison beendet hat: mit einem guten Gefühl auf den Ski. «Es brauchte einen Moment, um sich wieder wohlzufühlen. Erst mit genügend Trainingstagen kommt das Gefühl zurück und man ist wieder in der Nähe des Rennniveaus», sagt der Weltcup-Dominator der letzten drei Jahre. Anlässlich der Präsentation seiner neuen Skikleider-Kollektion der Marke Descente äussert sich Odermatt in Zürich rund einen Monat vor Saisonstart.

Der 26-jährige Buochser hat sich im südlichsten Teil Argentiniens in Ushuaia auf die neue Saison vorbereitet. «Es ist wirklich am Ende der Welt, das merkt man schon», sagt Odermatt.

«Die Bedingungen waren nicht immer einfach, manchmal war das Wetter sehr garstig.»

Anders als in anderen Jahren konnten sich die Schweizer Elite-Athleten nicht noch in Zermatt auf die Saison vorbereiten. Odermatt bezeichnet es als Hindernis für die Skination Schweiz, «gerade für jüngere Fahrer». Aber für ihn selber sei es kein Problem gewesen. «In Südamerika haben wir gute Trainingsbedingungen gehabt, vor allem haben wir dort den Winterschnee, der anders ist als jener auf dem Gletscher», so Marco Odermatt.

Wer kann Odermatt gefährlich werden?

Odermatt steigt erneut als riesiger Favorit in die neue Skisaison, die in rund einem Monat in Sölden startet. Der grösste Name neben Odermatt wird dann Marcel Hirscher heissen. Der achtfache Gesamtweltcupsieger hat für diese Saison eine Wild-Card erhalten und fährt neu für die Niederlande. «Ich bin gespannt, ob er dann am Start stehen wird. Natürlich schaue ich genau auf sein Projekt», sagt Odermatt. Für den Skisport sei die Rückkehr des Österreichers sehr spannend.

«Viele werden sicher den TV wegen Hirscher einschalten. Für den Skisport ist das auf jeden Fall sehr attraktiv.»
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Marcel Hirscher will in den Weltcup zurückkehren.Bild: fxp-fr-sda-rtp

Für ihn persönlich ändere sich durch die Rückkehr von Hirscher wenig.

«Für mich ist es ohnehin so, dass ich besser sein möchte als jeder, der am Start steht. Ein weiterer Fahrer mehr spielt da keine Rolle.»

Derweil fällt mit Marco Schwarz ein anderer Kontrahent aus. Schwarz hatte sich im vergangenen Winter einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen. Und als sich der 29-jährige Österreicher vor einigen Wochen wieder bereit fühlte, erlitt er einen Bandscheibenvorfall. Odermatt sagt: «Es ist sehr schade, dass es noch nicht reicht für ihn zurückzukommen.»

Die Konkurrenten würden ihm gleichwohl nicht ausgehen, warnt Odermatt all jene, die ihn schon jetzt wieder zum Gesamtweltcupsieger ausrufen möchten.

«Ich bin damals auch von heute auf morgen gekommen. Deshalb mache ich mir keine Sorgen, dass ich in diesem Winter keine Gegner haben werde.»

Seinen grössten Gegner hat Odermatt in seinem Schweizer Team ausgemacht: Loïc Meillard.

«Wenn Loïc so aufhört, wie er in der letzten Saison gefahren ist, dann kann er sehr gut werden. Ich glaube, für den Gesamtweltcup ist er mein grösster Konkurrent.»

Eine Veränderung hat es für Marco Odermatt auf der Position des Konditionstrainers gegeben. Neu ist der Spanier Alejo Hervas für die Geschicke des Riesenslalom-Teams zuständig. Die Zusammenarbeit mit dem Ex-Trainer von Lara Gut-Behrami klappe hervorragend, schwärmt Odermatt.

Vieles sei ähnlich wie unter Kurt Kothbauer, der nun Lucas Braathen und Marcel Hirscher betreut. «Es haben sich vor allem kleine Dinge verändert», sagt Odermatt. So seien viele Konditionsübungen ähnlich. «Es haben sich jeweils einige Details verändert, weshalb es schwer ist, diese klar zu benennen», sagt Odermatt. Der grösste Unterschied gäbe es im Vertrauensverhältnis, das noch nicht auf dem Niveau sei wie unter Kothbauer. «Aber das kommt mit der Zeit.»

Switzerland's Marco Odermatt speeds down the course during an alpine ski, men's World Cup super-G race, in Saalbach, Austria, Friday, March 22, 2024. (AP Photo/Marco Trovati)
Odermatt arbeitet mit einem neuen Physistrainer zusammen.Bild: keystone

Wo Odermatt im Vergleich zu anderen Jahren stehe, sei schwer zu sagen. «Man kann die Trainingszeiten nur schwer vergleichen. Aber da ist es super, dass wir über ein so starkes Schweizer Riesenslalom-Team verfügen. Auch im Training haben wir einen guten Wettkampf gegeneinander.»

Der Nidwaldner hat dabei nicht immer die Nase vorne. «Es ist oft so, dass Gino Caviezel schneller ist», sagt Odermatt.

Spätestens beim Start des Weltcups will Odermatt dann wieder der Schnellste sein. Neben der WM und dem Gesamtweltcupsieg hat dann Marco Odermatt ein ganz grosses Ziel:

«In diesem Jahr will ich Kitzbühel gewinnen.»

(aargauerzeitung.ch)

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