Marco Odermatt startet die Ski-Saison so, wie er die letzte Saison beendet hat: mit einem guten Gefühl auf den Ski. «Es brauchte einen Moment, um sich wieder wohlzufühlen. Erst mit genügend Trainingstagen kommt das Gefühl zurück und man ist wieder in der Nähe des Rennniveaus», sagt der Weltcup-Dominator der letzten drei Jahre. Anlässlich der Präsentation seiner neuen Skikleider-Kollektion der Marke Descente äussert sich Odermatt in Zürich rund einen Monat vor Saisonstart.
Der 26-jährige Buochser hat sich im südlichsten Teil Argentiniens in Ushuaia auf die neue Saison vorbereitet. «Es ist wirklich am Ende der Welt, das merkt man schon», sagt Odermatt.
Anders als in anderen Jahren konnten sich die Schweizer Elite-Athleten nicht noch in Zermatt auf die Saison vorbereiten. Odermatt bezeichnet es als Hindernis für die Skination Schweiz, «gerade für jüngere Fahrer». Aber für ihn selber sei es kein Problem gewesen. «In Südamerika haben wir gute Trainingsbedingungen gehabt, vor allem haben wir dort den Winterschnee, der anders ist als jener auf dem Gletscher», so Marco Odermatt.
Odermatt steigt erneut als riesiger Favorit in die neue Skisaison, die in rund einem Monat in Sölden startet. Der grösste Name neben Odermatt wird dann Marcel Hirscher heissen. Der achtfache Gesamtweltcupsieger hat für diese Saison eine Wild-Card erhalten und fährt neu für die Niederlande. «Ich bin gespannt, ob er dann am Start stehen wird. Natürlich schaue ich genau auf sein Projekt», sagt Odermatt. Für den Skisport sei die Rückkehr des Österreichers sehr spannend.
Für ihn persönlich ändere sich durch die Rückkehr von Hirscher wenig.
Derweil fällt mit Marco Schwarz ein anderer Kontrahent aus. Schwarz hatte sich im vergangenen Winter einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen. Und als sich der 29-jährige Österreicher vor einigen Wochen wieder bereit fühlte, erlitt er einen Bandscheibenvorfall. Odermatt sagt: «Es ist sehr schade, dass es noch nicht reicht für ihn zurückzukommen.»
Die Konkurrenten würden ihm gleichwohl nicht ausgehen, warnt Odermatt all jene, die ihn schon jetzt wieder zum Gesamtweltcupsieger ausrufen möchten.
Seinen grössten Gegner hat Odermatt in seinem Schweizer Team ausgemacht: Loïc Meillard.
Eine Veränderung hat es für Marco Odermatt auf der Position des Konditionstrainers gegeben. Neu ist der Spanier Alejo Hervas für die Geschicke des Riesenslalom-Teams zuständig. Die Zusammenarbeit mit dem Ex-Trainer von Lara Gut-Behrami klappe hervorragend, schwärmt Odermatt.
Vieles sei ähnlich wie unter Kurt Kothbauer, der nun Lucas Braathen und Marcel Hirscher betreut. «Es haben sich vor allem kleine Dinge verändert», sagt Odermatt. So seien viele Konditionsübungen ähnlich. «Es haben sich jeweils einige Details verändert, weshalb es schwer ist, diese klar zu benennen», sagt Odermatt. Der grösste Unterschied gäbe es im Vertrauensverhältnis, das noch nicht auf dem Niveau sei wie unter Kothbauer. «Aber das kommt mit der Zeit.»
Wo Odermatt im Vergleich zu anderen Jahren stehe, sei schwer zu sagen. «Man kann die Trainingszeiten nur schwer vergleichen. Aber da ist es super, dass wir über ein so starkes Schweizer Riesenslalom-Team verfügen. Auch im Training haben wir einen guten Wettkampf gegeneinander.»
Der Nidwaldner hat dabei nicht immer die Nase vorne. «Es ist oft so, dass Gino Caviezel schneller ist», sagt Odermatt.
Spätestens beim Start des Weltcups will Odermatt dann wieder der Schnellste sein. Neben der WM und dem Gesamtweltcupsieg hat dann Marco Odermatt ein ganz grosses Ziel:
(aargauerzeitung.ch)