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Unvergessen

Eishockey: So haben zwei NHL-Spieler den Playoff-Bart «erfunden»

Von links: Die ZSC Spieler Ari Sulander, Steve McCarthy und Jeff Tambellini nach dem siebten Playoff-Finalspiel der National League A zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions am Dienstag, 17. April 2012 ...
Bärtige Meister: Die ZSC-Spieler Ari Sulander, Steve McCarthy und Jeff Tambellini nach dem Titelgewinn 2012.Bild: KEYSTONE
Unvergessen

Zwei rasierfaule und abergläubische NHL-Spieler «erfinden» den Playoff-Bart

8. April 1980: Zwei Spieler der New York Islanders beschliessen, sich während der entscheidenden Phase der Meisterschaft nicht mehr zu rasieren. Es entsteht eine Tradition, die aus dem Eishockey kaum mehr wegzudenken ist.
08.04.2021, 00:0508.04.2021, 15:01
Ralf Meile
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Wenn im Frühling der jeweilige Schweizer Eishockey-Meister seinen Titel feiert, dann können wir sicher sein: Auf den Fotos der siegreichen Mannschaft werden wir Bartträger sehen. Man kann es sich kaum vorstellen, dass dies nicht schon immer so war. Dabei handelt es sich beim Playoff-Bart um eine vergleichsweise junge Tradition.

Am 8. April 1980 beginnen die New York Islanders die NHL-Playoffs mit einem 8:1-Heimsieg gegen die Los Angeles Kings. Schon einen Tag später steht das zweite Spiel an, danach reisen die Teams von der Ost- an die Westküste, um die Spiele Nummer 3 und 4 innerhalb von fünf Tagen auszutragen. Vielleicht ist dieser dichte Terminplan mitschuldig daran, dass sich zwei Spieler der Islanders entschliessen, die Gesichtsbehaarung einfach spriessen zu lassen: Stefan Persson und Anders Kallur.

Ah jetzt ja, eine Insel New York Islanders 1980
Gruppenbild mit Stanley Cup: Die New York Islanders 1980 mit den Schweden Persson (mittlere Reihe) und Kallur (unten).Bild: NY Islanders

Tennis-Star Borg stand Pate

Die beiden Schweden lassen sich aber mit Sicherheit auch von einem berühmten Landsmann inspirieren. Tennis-Star Björn Borg hatte es sich in den Jahren zuvor zur Gewohnheit gemacht, jeweils blank rasiert zum Grand-Slam-Turnier von Wimbledon anzutreten und sich im Turnierverlauf einen Bart wachsen zu lassen. Der Erfolg gibt Borgs Methode Recht: Zwischen 1976 und 1980 gewinnt er Wimbledon fünf Mal in Folge.

Was bei Borg klappt, kann ja auch bei Eishockeyspielern funktionieren, denken sich Persson und Kallur. Am Ende der Saison feiern die New York Islanders ihren ersten Stanley-Cup-Triumph, auch in den folgenden drei Jahren gewinnen sie die Meisterschaft. Persson und Kallur führen nicht nur den Bart in die NHL ein. Sie sind 1980 auch die ersten europäischen Spieler überhaupt, die den Pott in die Höhe stemmen können.

Photograph dated 07 July 1979 of Swedish tennis player Bjoern Borg holding the Wimbledon trophy. Swedish tennis great Bjorn Borg, winner of five consecutive Wimbledon titles, was slated to sell his fi ...
Der unrasierte Björn Borg feiert seinen Wimbledon-Sieg 1979.Bild: EPA

Als Tradition erst in den Neunziger-Jahren eingeführt

In seinem Buch «Hockey Superstitions» («Hockey-Aberglauben») beschreibt Autor Andrew Podnieks, dass damit aber erst der Grundstein für eine Tradition gelegt wurde. Festgesetzt hatte sich der Bart noch nicht.

Denn nach der Dynastie der Islanders folgte jene der Edmonton Oilers mit fünf Titeln zwischen 1984 und 1990. Deren Spieler hätten einerseits, so Podnieks, keine Tradition eines Rivalen übernehmen wollen und seien andererseits wahrscheinlich auch noch zu jung gewesen für einen schönen Rauschebart.

New York Islanders 1981
Beim Titelgewinn 1981 ist der Bart bei den Schweden Persson (Zweiter von links) und Kallur (mit Pokal) schon wieder ab – dafür trägt der Kanadier John Tonelli einen.Bild: Getty Images

Wieso der Aberglaube stimmt

Etabliert hätten den Playoff-Bart schliesslich die New Jersey Devils beim Titelgewinn 1995. Seither ist alles anders im Eishockey. Nun darf die Gesichtsbehaarung keinesfalls mehr abgeschnitten werden, weil das angeblich Unglück bringt.

Die Spieler sind der festen Überzeugung, dass nur Meister wird, wer sich nicht mehr rasiert. Und weil stets alle Teams mitziehen, stimmt der Aberglaube sogar: Meister wird jedes Jahr eine Mannschaft, deren Spieler einen Playoff-Bart tragen.

Beat Equilino vom HC Davos raucht die Sieger-Zigarre, nach dem Sieg des HC Davos ueber die ZSC Lions am Samstag, 6. April 2002 in Zuerich. Der HC Davos wurde Schweizer Eishockeymeister 2002. (KEYSTONE ...
Schramme im Gesicht, Zigarre im Mund und Bart – so sieht ein Eishockey-Meister aus. Der Davoser Beat Equilino präsentiert 2002 den Prototypen.Bild: Keystone
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Despacito mit Eishockey-Spielern

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Glenn Quagmire
08.04.2020 08:54registriert Juli 2015
Joe Thornton ist demach seit 5 Jahren in den gleichen Playoffs
652
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Zum Kommentar
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na ja
08.04.2017 16:33registriert März 2016
Nun sind die Spieler bereits anfangs Saison mit Bart ausgerüstet... wird das auch Tradition?
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Frankreich – der erste Weltmeister seit 2006, der sich als Titelhalter in die K.o.-Phase vorgekämpft hat – bleibt an der WM in Katar im Rennen. Die Franzosen gewinnen den Achtelfinal gegen Polen 3:1.

Die wegweisenden, entscheidenden Szenen spielten sich kurz vor der Halbzeitpause ab. In der 38. Minute boten sich Piotr Zielinski von Napoli und Jakub Kaminski von Wolfsburg zwei Riesenchancen, Aussenseiter Polen in Führung zu schiessen. Sechs Minuten später erzielte indes Olivier Giroud nach feiner Vorarbeit von Kylian Mbappé das 1:0 für Frankreich.

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