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WM 2014

Brasilianisches Déjà-vu: «Wir haben alles versucht, aber es war nicht unser Tag»

Nach der Niederlage im Spiel um Platz 3 bleibt der Seleçao erneut nichts als Frust.
Nach der Niederlage im Spiel um Platz 3 bleibt der Seleçao erneut nichts als Frust.Bild: Natacha Pisarenko/AP/KEYSTONE
Mittelfeld-Spieler Oscar

Brasilianisches Déjà-vu: «Wir haben alles versucht, aber es war nicht unser Tag»

Die WM geht für den Gastgeber mit einer weiteren, heftigen Enttäuschung zu Ende. Nach dem desaströsen 1:7 im Halbfinal gegen Deutschland taucht Brasilien auch gegen Holland mit 0:3. Den Spielern bleibt erneut nur, sich beim Volk zu entschuldigen.
13.07.2014, 02:2813.07.2014, 08:06

Die historische 1:7-Pleite gegen Deutschland war die höchste WM-Niederlage in der Geschichte Brasiliens. Die zweithöchste? Das 0:3 gegen Holland im Spiel um Platz 3 – gemeinsam mit dem Final an der WM 1998, der mit dem gleichen Resultat zu Ende ging. Ansonsten hat Brasilien an einer Weltmeisterschaft noch nie mit mehr als zwei Toren Unterschied verloren.

«Es ist ein schlimmes Gefühl», stammelte Mittelfeldspieler Oscar. «Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Wir haben alles versucht, aber es war nicht unser Tag.» Die Analyse von Captain Thiago Silva war ebenfalls wenig gehaltvoll. «Uns bleibt das Gefühl der Frustration. Dass es so zu Ende geht, haben wir nicht verdient», so der Abwehrchef. «Wir müssen uns beim Volk entschuldigen.»

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Scolari: «Verbandspräsident entscheidet über Zukunft»

Dass die Tage von Trainer Felipe Scolari gezählt sind, dürfte jedem mit einem Funken Fussball-Sachverstand klar sein. Der 65-Jährige mochte mit den Medien nicht darüber diskutieren.

«Es ist die Entscheidung des Verbandspräsidenten, was mit mir passiert. Ich überlasse das ihm. Ich werde meine Zukunft nicht mit Ihnen diskutieren», sagte er den Reportern.

2002 führte Scolari Brasilien zum WM-Titel – nun ist seine Zeit abgelaufen.
2002 führte Scolari Brasilien zum WM-Titel – nun ist seine Zeit abgelaufen.Bild: JORGE SILVA/REUTERS

Robben: «Kater ein wenig weggespült»

Mehr noch als die Brasilianer trauern die Holländer nach wie vor dem verpassten WM-Final nach – klar, schliesslich scheiterten die Oranje erst im Penaltyschiessen an Argentinien. «Wir sind auf schreckliche Art und Weise im Halbfinale gescheitert», erinnerte Bondscoach Louis van Gaal gemäss dem Kicker. «Wir hätten im Finale sein sollen.» Zum Spiel um Platz 3 meinte der neue Manager von Manchester United, die Brasilianer hätten den Holländern viel Platz gegeben: «So konnten wir gut aufspielen.»

Holland verlässt die WM doch noch mit einem Lächeln: Trainer Louis Van Gaal, Arjen Robben und Nigel de Jong.
Holland verlässt die WM doch noch mit einem Lächeln: Trainer Louis Van Gaal, Arjen Robben und Nigel de Jong.Bild: AFP

Arjen Robben sprach von einem schönen Ende des Turniers: «Hiermit haben wir den Kater ein wenig weggespült.» Dennoch überwiegt beim Angreifer des FC Bayern München die Enttäuschung über den verpassten Final weiter. «Wie waren so nah dran. Wir haben alles gegeben, ich bin so stolz», sagte Robben. «Es war ein Fest, mit diesem Team zu spielen, wir hatten das Finale verdient. Ich bin komplett leer.»

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Hottigers Knallertor versenkt Italien – die WM-Quali liegt in der Luft
1. Mai 1993: Marc Hottiger schiesst die Schweiz zum 1:0-Erfolg gegen Italien und stösst das Tor zur ersten WM-Qualifikation der Nati nach 28 Jahren weit auf. Eine Enttäuschung gibt es für ihn nach dem Spiel beim (versuchten) Leibchentausch.
Das Leben eines Nati-Fans anfangs der 1990er-Jahre ist hart. 1966 qualifizierte sich die Equipe letztmals für ein grosses Turnier und vor der WM-Qualifikation wird das Team in eine schwierige Gruppe mit Italien, Portugal und Schottland gelost. Roy Hodgson hat zwar im Sommer 1992 übernommen, aber nach dem zweiten Testspiel (0:2 gegen Bulgarien) würde wohl niemand auf eine WM-Teilnahme der Eidgenossen wetten.
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