Terrorismus
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Fighters from the Islamic State group load a van with parts that they said was a US drone that crashed into a communications tower in Raqqa early on September 23, 2014. A US-led coalition on carried out its first air strikes and missile attacks against jihadist positions in Syria, with Damascus saying it had been informed by Washington before the operation began.  AFP PHOTO/RMC/STR

IS-Milizen in Rakka (Archivaufnahme) Bild: Raqqa Media Center (RMC)

Loyalität schwindet

IS-Miliz soll mehr als 100 «Deserteure» hingerichtet haben

Der «Islamische Staat» steht unter Druck: Die Miliz muss Niederlagen wegstecken, erobert kaum neue Gebiete. Und auch die Loyalität schwindet. Angeblich wurden mehr als 100 mutmasslich abtrünnige Kämpfer aus dem Ausland hingerichtet.

20.12.14, 22:56

Ein Artikel von

Zuletzt war es das Sindschar-Gebirge, jene strategisch wichtige und hochsymbolische Bergkette im Nordirak. Auch dort kassierte die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) eine empfindliche militärische Niederlage, musste gegen eine Allianz aus kurdischer Peschmerga und internationalen Kampfjets zurückstecken. Die Mörderbande, die noch im Sommer ganze Regionen erobert hatte, steht unter Druck.

Das macht sich offenbar auch intern bemerkbar. Wie die «Financial Times» (FT) und die Nachrichtenagentur dpa berichten, sollen zuletzt mehr als 100 ausländische Kämpfer der Miliz hingerichtet worden sein. Ihr mutmassliches Vergehen: Sie hatten genug vom Kampf in den Reihen des IS und wollten aus Rakka fliehen. Der nordsyrische Ort gilt als Hauptstadt des vom IS ausgerufenen «Kalifats» zwischen Syrien und dem Irak. Sowohl die FT als auch dpa zitieren anonyme Informanten, die Einblick in die Abläufe des «Islamischen Staats» haben.

Demnach fahndet eine Art Militärpolizei in Rakka nach Männern, die nicht zum Dienst an der Waffe erscheinen. Dutzende Häuser seien bereits durchsucht worden. Kämpfer müssten inzwischen Dokumente bei sich tragen, die belegen, ob sie gerade auf einer Mission sein müssten. Wer nach der Fahnenflucht erwischt wird, muss mit der Todesstrafe rechnen.

Peschmerga entdecken im Sindschar ein Massengrab

Die IS hatte in den Sommermonaten binnen kürzester Zeit grosse Gebiete im Irak und in Syrien unter seine Kontrolle gebracht. Dabei nutze sie ihre extrem mobilen Einheiten und das Chaos in vielen Regionen für einen raschen Vorstoss. Aus aller Welt hatten sich vor allem junge Männer der Terrorgruppe angeschlossen.

Zuletzt blieben die Erfolge allerdings aus, dafür häuften sich die Rückschläge und Verluste. Knapp 800 Kämpfer sollen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte innerhalb der ersten beiden Monate seit Beginn der Bombardements getötet worden sein.

A Syrian man walks past a minaret destroyed following an alleged air strikes by Syrian government forces in the Islamic State (IS) group controlled Syrian city of Raqa, on November 25, 2014. A string of Syrian regime air strikes on the Islamic State group's self-proclaimed capital Raqa killed at least 63 people, more than half of them civilians, a monitor said. The air strikes were the deadliest by President Bashar al-Assad's air force against Raqa since the Sunni extremist IS seized control of the city last year.  AFP PHOTO/RMC/STR

Zerstörung in Rakka: Das syrische Militär bombardiert seit Wochen die IS-Hochburg im Norden des Landes. Bild: Raqa Media Center

Erst Mitte der Woche hatte die Terrormiliz eine Niederlage im Sindschar-Gebirge kassiert. Die Peschmerga hatten am Donnerstag in einer Offensive IS-Stellungen in dem Hochplateau angegriffen. Dabei gelang es ihnen, einen Korridor zum Sindschar-Höhenzug frei zu schlagen. Der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw zufolge rückten die Peschmerga am Samstagnachmittag bis in die zuvor vom IS beherrschte Stadt Sindschar südlich des gleichnamigen Gebirges ein. Der arabische Fernsehsender Al-Arabija berichtete, Sindschar sei bereits komplett zurückerobert worden.

Nach der Befreiung machten die Peschmerga-Kämpfer jedoch eine grausame Entdeckung: Sie stiessen auf ein Massengrab mit Überresten von rund 70 Menschen. Laut Rudaw handelt es sich bei den Opfern um von der Terrormiliz getötete Jesiden. Der IS hatte seit August Tausende Flüchtlinge der religiösen Minderheit im Sindschar-Gebirge eingekesselt. (jok/dpa/AFP)



Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 20.12.2014 23:39
    Highlight Auf einen in europäischen Moscheen angeworbenen Jiadisten, der sich nach Syrien oder in den Irak aufmacht, kommen zehntausende von Ausreisewilligen, hunderttausende von Unterstützern und Millionen von IS-Sypathisanten, allein in Europa.
    1 4 Melden
    • goschi 21.12.2014 16:18
      Highlight Ist das so?
      Haben Sie dazu auch Belege oder ist das reines "ist so!!!"?

      Wer sollen denn diese "Millionen von IS-Sympathisanten, allein in Europa" sein? hat Eurpa überhaupt so viele Einwohner, wie sie IS-Sympathisanten verorten?
      2 0 Melden

Luxor – wie der erste grosse islamistische Anschlag die Schweiz schockierte

Die Mörder kannten keine Gnade und sie hatten alle Zeit der Welt, um ihre wehrlosen Opfer mit Kalaschnikows und Metzgermessern abzuschlachten. Opfer, die der Terror unvermittelt und zufällig traf. 62 Menschen starben am Vormittag des 17. Novembers 1997 im Tempel der Hatschepsut im ägyptischen Luxor, fast alle von ihnen Touristen, darunter 36 Schweizer. 

Nichts hatte an diesem Montagmorgen darauf hingedeutet, dass der beliebte Touristenort zum Schauplatz eines Massakers werden würde. Wie …

Artikel lesen