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Bild: EPA
Talkshow entfacht shitstorm

Wenn Sie dachten, es könnte für Lanz nach «Wetten, dass...?»nicht mehr schlimmer kommen...

Wenn Markus Lanz einen Gast in seine Sendung einlädt, sollte er diesen auch ausreden lassen. Hätte der Moderator einen eigenen Twitter-Account, wüsste er das jetzt auch.
22.01.2014, 11:0001.07.2014, 13:05

«Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!» Das fordert Zuschauerin Maren Müller in einer Online-Petition. Nach nur fünf Tagen haben über 45'000 Menschen digital unterschrieben – und minütlich kommen hunderte dazu. Warum die Deutsche und ihre Unterstützer den Lanz satt haben? Auf der Petitions-Seite wird erklärt: «Die Sendung ‹Markus Lanz› vom 16.01.2014 zeigte zum wiederholten Male, dass Herr Lanz weder fähig noch willens ist, seinen Gästen gleichberechtigt Wohlwollen, Rederecht und Anstand entgegenzubringen.»

Diese «Unfähigkeit» bekam vor allem eine zu spüren: die deutsche Politikerin Sahra Wagenknecht (Die Linke), die als Gast in die Talkshow geladen war, aber nichts sagen durfte. Den Wortlaut hat Medienblogger Stefan Niggemeier auf seiner Homepage protokolliert.

Da muss Lanz «mal einhaken»

Ein Auszug aus dem Gespräch zwischen Lanz und Wagenknecht:

Wagenknecht: Ich hab doch im Europäischen Parlament gesessen, fünf Jahre. Ich hab –

Lanz: Was haben Sie da gemacht, eigentlich?

Wagenknecht: Ich habe erlebt — Ich habe im Ausschuss für Wirtschaft und Währung gesessen.

Lanz: Ja.

Wagenknecht: Zum Beispiel in diesem Ausschuss – 

Lanz: Was verdient man da?

Wagenknecht: Man verdient das gleiche wie im Bundestag, aber das –

Lanz: Wieviel? Wieviel verdient man da?

Wagenknecht: Ich glaube, zur Zeit sind das im Europäischen Parlament 7000 Euro oder so. 

Lanz: Kriegt man im Monat.

Wagenknecht: Aber ich wollte Ihnen eigentlich was darüber erzählen, wie Lobby-Macht funktioniert.

Ein Dialog, der keiner ist: Stefan Niggemeier hat es nicht geschafft, die Sendung fertigzuschauen. Falls Sie es probieren wollen:

Lanz ab der 13. und ab der 19. Minute in Hochform.Video: YouTube/HDTVmediathek
«Liebes ZDF, nach dem breiten Protest gegen Markus Lanz' Gesprächsstil zu behaupten, ich sei zufrieden gewesen, ist doch etwas arg frech.»
Sahra Wagenknecht.Twitter/SWagenknecht

Die empörten Twitter-Kommentare der Zuschauer liessen nicht lange auf sich warten. 

Punkto Krisenkommunikation ist bis dato noch nichts geschehen. Es sei denn, der folgende Beitrag aus dem Postfach des ZDF fällt unter die Kategorie «Krisenkommunikation»:

Was das bewirken soll? Das fragt sich auch dieser User:

Auf dem Twitter-Account von Markus Lanz, den offensichtlich das ZDF für ihn bewirtschaftet, sieht es so aus:

Screenshot: Twitter/ZDFMarkusLanz

Sahra Wagenknecht hat sich inzwischen auf Twitter zu Wort gemeldet.

Immerhin darauf hat das ZDF eine Antwort:

Kommunikationswissenschaftler sprechen im Fall Lanz wohl von einem Sender-Empfänger-Problem:

«Erstaunlich wirksames intellektuelles Brechmittel, dieser Lanz.» 
Kommentar von User basan zur Sendung. YouTube/HDTVmediathek

Und der Shitstorm ist noch nicht vorbei. Überall auf der Welt sitzen immer noch Menschen vor den Bildschirmen, lesen diese Meldung und machen diese Geste:

Alle anderen fragen sich: Hat Markus Lanz (mittlerweile) etwas aufgedeckt? Die Antwort finden Sie hier.

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