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Die Eheleute Hoeness auf dem Oktoberfest 2009.
Die Eheleute Hoeness auf dem Oktoberfest 2009.Bild: EPA
Hoeness geht ins Gefängnis

Legte Ulis «Chefin» den letzten Treffer auf?

Gewinn durch Verzicht: Uli Honess verhindert einen noch grösseren Imageschaden, indem er nun doch keinen Rekurs gegen das Hafturteil einlegt und sein Präsidentenamt beim FC Bayern niederlegt.
14.03.2014, 13:5615.03.2014, 11:24
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Uli Hoeness' Monopoly-Spiel mit unversteuerten Millionen ist vorbei. Um im Bild zu bleiben: «Gehen Sie in das Gefängnis, gehen Sie direkt dorthin, gehen Sie nicht über Start und ziehen Sie keine 4000 ein!» Der 62-Jährige wird das Urteil gegen sich nun doch nicht anfechten: Nun muss der Deutsche für dreieinhalb Jahre hinter schwedische Gardinen.

Herr und Frau Hoeness verlassen nach der Urteilsverkündung das Gericht.
Herr und Frau Hoeness verlassen nach der Urteilsverkündung das Gericht.Bild: EPA/DPA
An deiner Seite: Susanne und Uli Hoeness bei der Bambi-Verleihung 2009.
An deiner Seite: Susanne und Uli Hoeness bei der Bambi-Verleihung 2009.Bild: AP

Auf der Website des FC Bayern München erklärte Hoeness, er habe «nach Gesprächen mit [seiner] Familie» beschlossen, das Verdikt anzunehmen. «Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Die Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen stelle ich mich.»

Um seinem Club nicht zu schaden, trete er ausserdem per sofort von seinem Präsidentenamt zurück. «Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und wird es immer bleiben. Ich werde diesen grossartigen Verein und seinen Menschen auf andere Weise verbunden bleiben, solange ich lebe.»

Wenn das Gerichtsdrama um den Börsenspekulanten ein Fussballmatch wäre, hätte Hoeness, der als aktiver Kicker im Mittelfeld und Angriff gespielt hat, kurz vor Toreschluss noch einmal eingenetzt. Mit seinem Rücktritt bei den Bayern und seinem Antritt im Knast nimmt der zweifache Familienvater das Heft wieder selbst in die Hand: Nicht Medien und Meinungen diktieren sein Handeln, sondern seine Familie. Und das ist gut so.

Den Ausschlag zum Rekursverzicht dürften nicht seine 38 Jahre alte Tochter Sabine oder sein 34-jähriger Sohn Florian gegeben haben, sondern Ehefrau Sabine, mit der Hoeness seit 1973 verheiratet ist. «Zu Hause bist du die Chefin» sagten die Kinder 2009 im Bayrischen Rundfunk über ihre Mutter. Dahinter liegen demnach Labrador Kuno, die Kinder und erst auf dem vierten Platz der «sonst siegesgewohnte Uli», schreibt der Kölner «Express».

Im Mai 2013 sagte Uli Hoeness der «<a href="http://www.zeit.de/2013/19/uli-hoeness-interview" target="_blank">Zeit</a>», er fühle sich von seiner «Börsensucht» kuriert. Sohn Florian sass mit am Tisch und widersprach laut «<a href="http://www.bild.de/sport/fussball/uli-hoeness/so-oder-so-die-karriere-von-uli-hoeness-muss-beendet-sein-35045296.bild.html" target="_blank">Bild</a>»: «Ich darf sagen, dass die Familie das ein bisschen anders sieht.»
Im Mai 2013 sagte Uli Hoeness der «Zeit», er fühle sich von seiner «Börsensucht» kuriert. Sohn Florian sass mit am Tisch und widersprach laut «Bild»: «Ich darf sagen, dass die Familie das ein bisschen anders sieht.»Bild: AP POOL DPA

«Sie ist eine zierliche Person, ganz anders als ihr Ehemann. Die beiden haben schon viele gute Zeiten durchgemacht, und auch schwere», ergänzt das Hamburger Abendblatt. Die Zeitung spielt auf eine Affäre in den 90ern an, als Uli Hoeness eine Liaison mit einer Stewardess hatte. Die Eheleute haben diese Krise gemeistert – und auch im aktuellen Drama hielt «Susi» ihrem Ulrich die Stange.

«Als Betrachter hatte man das Gefühl, sie würde nun zu ihm gehen und ihn einfach nur in den Arm nehmen, an sich drücken wollen. Wenn nur nicht so viele Menschen da wären. Reporter, Zuschauer, Wachtmeister, Juristen» beschreibt das Abendblatt die letzten Szenen der Zwei im Gerichtssaal. Aber auch: «Hoeness schaute seine Susi nicht an.»

Tief erschüttert: Susanne Hoeness am letzten Prozesstag.
Tief erschüttert: Susanne Hoeness am letzten Prozesstag.Bild: AP POOL dpa

Er wird sich geschämt haben vor der Frau, deren Email-Konto er benutzt hatte, um sich Bankunterlagen schicken zu lassen. Vor der Frau, die schon lange darauf wartet, endlich mit ihrem Gatten das Leben nach dem Arbeitsleben zu beginnen. «Meine Frau denkt schon: Jetzt kommt Uli, der Rentner. Der morgens mit ihr zwei Stunden im Garten frühstückt und dann mit ihr zum Einkaufen geht - soweit hat sie mich noch nicht», zitierte Focus Ehemann Uli.

Nun hat sie ihn doch soweit: Hoeness stellt sich seiner Verantwortung. Die Familie hat ihm einen Steilpass vorgelegt, der Uli hat kurz vor Abpfiff noch ein Goal gemacht. Wie ein Anschlusstreffer zum 2:1 bei einem Auswärtsspiel in der Champions League: Team Hoeness hat somit eigentlich verloren, doch durch die letzte Aktion gibt es wenigstens noch Hoffnung – auf ein Rückspiel in der Königsklasse in dreieinhalb Jahren.

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