Obama macht Witze: Seine besten Sprüche vom Korrespondenten-Dinner
Über Chef-Republikaner John Boehner (der Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu hinter Obamas Rücken zu einer Rede vor dem Kongress eingeladen hatte):
Über die frühere Tea-Party-Präsidentschaftsbewerberin und Fundamentalchristin Michele Bachmann (die als Folge von Obamas Politik die Rückkehr Jesu schon in ganz naher Zukunft erwartet):
Über Präsidentschaftsanwärterin Hillary Clinton (die gerade einen demütigen Wahlkampfauftakt per Roadtrip hingelegt hat):
Über das kommende Präsidentschaftsrennen (in das die superreichen Industriellen Charles und David Koch auf republikanischer Seite mit knapp einer Milliarde Dollar eingreifen wollen):
Schliesslich holt sich Obama einen «Übersetzer seiner Wut» auf die Bühne, Keegan-Michael Key vom TV-Sender Comedy Central, der fortan pseudo-freundliche Sätze des Präsidenten paraphrasierte. Zum Beispiel diesen:
Obama: «Wir können auf die Medien zählen, dass sie die wichtigsten Fragen unserer Tage beleuchten.» Key: «Und wir können auf Foxnews zählen, dass sie alte, weisse Leute mit irgendwelchem Blödsinn verängstigen.»
Beim Thema Klimaschutz drehte Obama den Spiess allerdings um und simulierte einen Wutausbruch. Anlass ist Republikaner-Senator Jim Inhofe, der vor Kurzem einen Schneeball mit ins Plenum brachte, um zu beweisen, dass es gar keinen Klimawandel gebe.
Obama: «Jeder seriöse Wissenschaftler sagt, dass wir etwas tun müssen. Das Pentagon sagt, der Klimawandel ist eine Bedrohung unserer nationalen Sicherheit. Und wir haben Mandatsträger, die Schneebälle im Senat werfen? Das ist doch verrückt! Was für eine dumme, unverantwortliche, sch....» Key: «Hey, hey, bei allem Respekt, Sir. Sie brauchen keinen Wutübersetzer, Sie brauchen psychologische Beratung!»
Cecily Strong, Spassmacherin aus Saturday Night Live, schaltete nach dem Präsidenten noch einmal einen Gang hoch:
«Ich will nicht zu hart mit dem Secret Service ins Gericht gehen. Das sind immerhin die einzigen Polizisten, die Probleme bekämen, wenn ein schwarzer Mann erschossen würde», sagte sie in Anlehnung an die Pannen des präsidialen Sicherheitsservice und die grassierende Polizeigewalt gegen Schwarze.
Es folgte eine Kollegenschelte zum Thema alternde Zuschauer bei Foxnews («Foxnews hat zuletzt ziemlich viele Zuschauer verloren, mögen sie in Frieden ruhen.») und endete mit einem Schwur, den Strong den Journalisten abnahm: «Ich gelobe feierlich, dass ich nicht über Hillarys äusserliches Erscheinungsbild sprechen werde. Weil das nichts mit Journalismus zu tun hat.»

