Obama hat einen neuen Chef-Leibwächter – und der hat schon mal einen richtig grossen Bock geschossen.
Unmittelbar nach dem Rücktritt von Julia Pierson wurde der frühere Spitzenagent Joseph Clancy zum vorübergehenden Leiter der Leibwache des US-Präsidenten ernannt. Nach einem Bericht der «New York Times» vom Donnerstag steht aber in Clancys Personalakte ein unangenehmer Eintrag.
Er war 2009 für die Sicherheit im Weissen Haus verantwortlich, als das Society-Paar Michaele und Tareq Salahi an allen Sicherheitskontrollen vorbei ohne Einladung zu einem Staatsempfang zu Ehren des indischen Regierungschefs Manmohan Singh gelangt war. Das Paar hatte sogar Obama die Hand geschüttelt. Vor drei Jahren wechselte Clancy in die Privatwirtschaft.
Haarsträubende Sicherheitslücken
Enthüllungen über haarsträubende Sicherheitslücken hatten Pierson zuletzt schwer unter Druck gesetzt: Unter anderem liessen die Personenschützer einen bewaffneten Ex-Straftäter mit Obama in einen Lift steigen. Zudem gelang es kürzlich einem Mann, mit einem Messer ins Weisse Haus – das vermeintlich sicherste Gebäude der Welt –vorzudringen.
16. September 2014: Die Agenten lassen Barack Obama während eines Besuchs in Atlanta gemeinsam mit einem bewaffneten Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma in einem Aufzug fahren.
März 2014: Vor einem Besuch Obamas in den Niederlanden werden drei Mitarbeiter nach einer durchzechten Nacht in Amsterdam vom Dienst suspendiert und nach Hause geschickt.
April 2012: Sechs Personenschützer müssen den Dienst quittieren, weil sie vor einem Amerikagipfel in Kolumbien Trinkgelage veranstaltet und sich mit Prostituierten eingelassen haben sollen.
November 2011: Ein Mann gibt mehrere Schüsse auf das Weisse Haus ab. Erst Tage später wird entdeckt, dass das Gebäude getroffen wurde.
November 2009: Das ungeladene Society-Paar Tareq und Michaele Salahi schleicht sich an den Kontrollen vorbei zu einem Staatsdinner im Weissen Haus.
In den vergangenen Tagen war auch eine Sicherheitspanne bekannt geworden, die sich bereits 2011 ereignet hatte. Damals hatte ein Mann nachts sieben Schüsse auf das Weisse Haus abgegeben, wie die «Washington Post» berichtete. Doch erst vier Tage später bemerkten die Personenschützer, dass das Gebäude überhaupt von Kugeln getroffen worden war.
Der Secret Service bewacht den Präsidenten 24 Stunden am Tag. Er kümmert sich ebenfalls um die Sicherheit von Ehefrau Michelle sowie der beiden Obama-Töchter. Die Behörde beschäftigt rund 3400 Agenten. (whr/sda/dpa)
