Wirtschaft
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Das Logo des Telekommunikationsanbieters Sunrise, aufgenommen am Dienstag, 5. Februar 2013, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Sunrise nimmt Änderungen an bestehenden Abos vor – der Konsumentenschutz kritisiert das Vorgehen. Bild: KEYSTONE

Änderung bei bestehenden Abos

Sunrise-Kunden aufgepasst: Wer sein Datenvolumen aufbraucht, wird ab Dezember zur Kasse gebeten

Wer einen Handyvertrag mit Internet-Flatrate hat, zahlt fürs Surfen jeden Monat das Gleiche. Sollte man zumindest meinen. Doch für Sunrise-Kunden wird sich das bald ändern. 



Sunrise nimmt eine wichtige Änderung bei bestehenden Abos vor: Eine kostenpflichtige Funktion, die Kunden bisher aktiv bestellen mussten, wird ab Dezember automatisch aktiviert sein. Das heisst: Wenn Sie nicht selber handeln, und eine SMS zum Abbestellen senden, kommen zusätzliche Kosten auf Sie zu.  

Konkret geht es um die Funktion «Sunrise speed extra». Bisher verhält es sich mit diesem Dienst folgendermassen: Wer ein «Sunrise Freedom Abo» hat, surft so lang mit seiner gewohnten Internet-Geschwindigkeit, bis das im Vertrag vereinbarte Datenvolumen aufgebraucht ist. Anschliessend surft der Kunde für den Rest des Monats mit einer geringeren Geschwindigkeit weiter. 

Per SMS wird er darüber informiert, dass er für 1 Franken pro Tag mit der gewohnten Geschwindigkeit weitersurfen kann. Diesen «Sunrise speed extra»-Dienst kann er dann per SMS aktivieren. (siehe Bild)

Bisherige Nachricht

Bild

Das ändert sich im Dezember

Ab kommendem Monat wird das System umgekehrt funktionieren: In der SMS wird dann nicht mehr stehen, dass man den zusätzlichen Dienst bestellen kann, sondern dass dieser bereits aktiviert ist. Wer davon keinen Gebrauch machen will – sprich, wer keine zusätzliche Kosten haben möchte – muss eine SMS schreiben oder online den Dienst abbestellen.

Zusätzliche Kosten und eine Änderung an einem bestehenden Vertrag – das klingt nicht kundenfreundlich. Sunrise-Mediensprecher Roger Schaller verteidigt sich: «Wir reagieren damit auf Kunden-Feedback. Die Leute surfen immer mehr und viele von ihnen finden es umständlich, dass man den Dienst aktivieren muss.» Ohnehin werde im Dezember das vertragliche Datenvolumen ohne zusätzliche Kosten von 5 auf 10 Gigabyte erhöht. 

«Mit einem Betrag von maximal einem Franken pro Tag gibt es auch eine gewisse Sicherheit. Es handelt sich hierbei also nicht um eine Kostenfalle», so Schaller weiter.

«Es ist grundsätzlich schlecht, wenn der Kunde aktiv werden muss, wenn er etwas nicht haben will.»

André Bähler, stiftung für konsumentenschutz

André Bähler von der Stiftung für Konsumentenschutz hält die Vertragsänderung allerdings für problematisch: «Aus unserer Sicht ist es grundsätzlich eine schlechte Lösung, wenn der Kunde selber aktiv werden muss, wenn er etwas nicht haben will.»

Doch Sunrise steht mit diesem Vorgehen nicht allein da: «Diese Art zu handeln nimmt leider immer mehr Einzug. Bisher kennen wir das von Stromanbietern. Kunden bekommen einen Brief, dass im kommenden Jahr auf einen Strommix mit erneuerbaren Energien umgestellt wird – was dann teurer wird. Will der Kunde das nicht haben, muss er den Dienst aktiv abbestellen», erklärt Bähler.

Einen Vorteil für den Kunden sieht er bei der Änderung von Sunrise nicht: «Vorher mussten diejenigen aktiv werden, die den Dienst haben wollten, nun müssen jene eine SMS schreiben, die ihn nicht wollen. Da sehe ich keine Verbesserung für die Kunden.»

«In der ersten Phase werden wir sicher kulant sein.»

roger schaller, mediensprecher sunrise

Betroffen sind Kunden mit einem «Sunrise Freedom Abo». Diese wurden im Laufe der letzten Tage per Mail über die Änderung informiert. 

Info-Mail für betroffene Kunden:

Bild

Braucht ein Kunde im Dezember sein komplettes Datenvolumen auf, bekommt er wie gewohnt eine SMS, dieses Mal mit dem angepassten Text. Sunrise-Sprecher Schaller geht davon aus, dass die Kunden somit ausreichend informiert wurden und rechnet entsprechend nicht mit einem Ansturm von Kundenbeschwerden.

Doch was, wenn ein Nutzer dennoch von einer höheren Rechnung überrascht wird? «In einer ersten Übergangsphase werden wir sicher kulant sein», erklärt Schaller. 

Dass das Unternehmen tatsächlich auf Beschwerden reagieren wird, glaubt Konsumentenschützer Bähler schon. Doch einverstanden ist er mit dem Vorgehen nicht: «Wenn ein Kunde wirklich insistiert, klappt das vielleicht. Aber das bringt der grossen Masse nichts.»

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