Wirtschaft
Digital

Darum drohen schon 2023 Überkapazitäten in der Chipbranche

Darum drohen schon 2023 Überkapazitäten in der Chipbranche

Die Branche hat seit ersten Anzeichen der Engpässe zu Beginn der Corona-Pandemie in neue Fabriken investiert. Nun zeichnet sich laut Marktforschern eine Wende ab.
13.05.2022, 07:2813.05.2022, 08:57

Die aktuelle Chip-Knappheit könnte sich nach Experten-Einschätzung zum kommenden Jahr in Überkapazitäten umkehren.

Grund sei der gross angelegte Ausbau der Produktion, der bald Früchte tragen werde, sagte Branchenanalyst Alan Priestley vom IT-Marktforscher Gartner der Deutschen Presse-Agentur. Die Branche investiert seit ersten Anzeichen der Engpässe zu Beginn der Corona-Pandemie in neue Fabriken. «Deshalb werden wir wahrscheinlich 2023 oder 2024 Überkapazitäten haben», prognostizierte Priestley.

Dieses Überangebot werde wiederum mit der Zeit von der steigenden Nachfrage aufgezehrt.

Warum wurde es so schlimm?

Dieses Wechselspiel sei an sich typisch für die Chipindustrie, betonte Priestley. «Sobald Nachfrage und Angebot im Gleichgewicht sind, wird investiert, um Kapazitäten für den nächsten Nachfrageschub zu haben.»

Die aktuelle Chip-Krise sei aber so heftig ausgefallen, weil in einigen Bereichen nicht genug in den Ausbau investiert worden sei – und gleichzeitig die Nachfrage mit dem verstärkten Arbeiten und Lernen in der Corona-Pandemie sprunghaft angestiegen sei.

Der Ausbau der Kapazitäten sei zugleich mit Risiken für die Anbieter verbunden, da die Produktionslinien nicht flexibel seien. «Wenn ich eine Fabrik für Chips mit sieben Nanometern Strukturbreite baue, kann sie nicht ohne grossen Aufwand auf fünf Nanometer umstellen.»

Und es sei auch nicht so einfach wie in anderen Bereichen, die Produktion einfach ruhen zu lassen. Deswegen müssten die Unternehmen ihre Ausbau-Entscheidungen besonders vorausschauend planen – und neue Kapazitäten in einem Bereich seien nicht unbedingt hilfreich für andere Teile der Branche.

Die Chip-Engpässe sorgten unter anderem für Lieferprobleme bei Computern, Autos, Hausgeräten und auch Elektronik wie Tablets.

(sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
22 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Just-ice
13.05.2022 08:34registriert September 2019
Die wichtigere Frage ist, wer wo die Kapazitäten ausbaut. Die führende tsmc in Taiwan? Zunehmend muss man auch primär die geopolitischen Risiken abschätzen. Haben wir eine Produktionslinie in Europa? Wenn ja wo genau?
320
Melden
Zum Kommentar
22
Millionen nerviger Anrufe: Bundesrat soll «Spoofing» stoppen
National- und Ständerat sind sich einig: Der Bundesrat soll im Kampf gegen Telefonbetrug weitere Massnahmen ergreifen.
Wer kennt es nicht: Plötzlich klingelt das Handy, aber statt der angezeigten Nummer von der Bank oder einer Privatperson ist am anderen Ende ein Betrüger, der schon ziemlich bald einmal zum Gang an den nächsten Bancomaten auffordert. «Spoofing» nennt sich, wenn Kriminelle mithilfe technischer Hilfsmittel ihre Identität verschleiern, um an Geld oder sensible Daten zu gelangen – etwa durch Tricktelefonate. Nicht selten wird dabei eine Schweizer Nummer vorgegaukelt, während die tatsächlichen Anrufer im Ausland sitzen.
Zur Story