Wirtschaft
EU

Paris und Rom im Budgetstreit mit EU aus dem Schneider

EU

Paris und Rom im Budgetstreit mit EU aus dem Schneider

28.10.2014, 20:0728.10.2014, 20:09

Nach zusätzlichen Sparzusagen sind Frankreich und Italien im Budgetstreit mit der EU-Kommission aus dem Schneider. «Wir haben die Krise entschärft», sagte ein EU-Vertreter am Dienstag.

Andere Quellen bestätigten, dass EU-Wirtschaftskommissar Jyrki Katainen spätestens am Mittwoch die nachgebesserten Budgetentwürfe für das kommende Jahr offiziell akzeptieren werde.

«Kein Haushalt wird zurückgewiesen», sagte eine weitere Quelle. Die EU-Kommission hatte zuvor die Budgetentwürfe beider Länder als unzureichend zurückgewiesen und Nachbesserungen verlangt.

Frankreich hatte für das kommende Jahr ein Defizit von 4,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes nach Brüssel gemeldet. Dies liegt deutlich über der EU-Defizitgrenze von drei Prozent, die Paris ursprünglich 2015 einhalten wollte und nun erst für 2017 anstrebt.

Die französische Regierung hatte dann am Montag «neue Massnahmen» zu einer Verringerung des öffentlichen Defizits um zusätzlich rund 3,6 Milliarden Euro (rund 4,3 Mrd. Franken) im kommenden Jahr angekündigt. Dadurch soll das strukturelle Defizit, also der Fehlbetrag ausserhalb konjunktureller Auswirkungen, um mehr als 0,5 Punkte gesenkt werden.

Italien teilte seinerseits am Montag mit, dass die Sparanstrengungen beim strukturellen Defizit 2015 «mehr als 0,3 Prozentpunkte» höher als im laufenden Jahr liegen werden statt der ursprünglich angekündigten 0,1 Punkte.

Insgesamt soll das öffentliche Defizit Italiens dem Budgetentwurf für 2015 zufolge bei 2,9 Prozent nach drei Prozent in diesem Jahr liegen. Allerdings ist der öffentliche Schuldenstand mit 2148 Milliarden Euro einer der höchsten in der EU. (sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Umfrage: SVPler sind eher demokratiemüde, Ältere und Frauen nicht – die Sonntagsnews
Die fehlende Sicherheitsprüfung von Managern bei staatsnahen Betrieben und die bisher unbekannte Untersuchung bei GC Frauenfussball: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
Die Ausgaben des Bundes für die Öffentlichkeitsarbeit sind nach Worten der «SonntagsZeitung» wie von Zauberhand um 9,7 Millionen Franken gesunken. Der Sparauftrag des Parlaments wurde so, zumindest auf dem Papier, pulverisiert, wie die Zeitung schrieb. Die Erklärung liege in der ungenauen Definition von Öffentlichkeitsarbeit. Jedes Departement entscheide selbst, welche Tätigkeiten unter dieser Kategorie verbucht werden. In der Bundesverwaltung sei man also genau über die Bücher gegangen, was man der Eidgenössischen Finanzverwaltung zwingend als Öffentlichkeitsarbeit melden müsse. Präzisierungen und Abgrenzungen führten laut der Zeitung dazu, dass alle Departemente ausser das für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) weniger Aufwände meldeten als noch im Vorjahr.
Zur Story