Wirtschaft
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Kommentar

Wie ich vom Befürworter zum Skeptiker der Zuwanderung wurde

Die frühere Zuwanderung (im Bild italienische Arbeiterinnen bei Lindt & Sprüngli) war für den Mittelstand eine Win-Win-Situation. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Die Schweiz hat von der Zuwanderung lange profitiert. Mit dem freien Personenverkehr mehren sich die Probleme, eine langfristige Strategie existiert nicht, meint der watson-Redaktor.

Dem EWR-Vertrag habe ich 1992 zugestimmt. Später sagte ich Ja zu allen bilateralen Abkommen mit der EU. Die Volksinitiative, die vom heutigen FDP-Präsidenten Philipp Müller lanciert wurde und eine Begrenzung des Ausländeranteils auf 18 Prozent forderte, empfand ich dagegen als hinterwäldlerische Zumutung.

Nun steht erneut eine Abstimmung bevor, in der es um Zuwanderung geht. Und meine Standhaftigkeit ist erschüttert. Ein Ja zur Volksinitiative gegen Masseneinwanderung ist kein Tabu mehr. Bis vor kurzem hätte ich mich eher erschiessen lassen, als einer Vorlage aus der SVP-Küche zuzustimmen. 

Was ist geschehen? 

Es geht nicht primär darum, dass die Zuwanderung deutlich stärker ist, als einst vom Bundesrat in Aussicht gestellt, und die Bevölkerung jährlich um rund 80'000 Personen oder ein Prozent wächst. Auch die Tatsache, dass die Durchsagen in den Zürcher Trams immer öfter in lupenreinem Hochdeutsch erfolgen, ist kein wesentlicher Grund für meinen Wandel vom Befürworter zum Skeptiker - obwohl ich eine gewisse Irritation nicht leugnen will. Und über den «Dichtestress» in der Schweiz kann ich als Fan von Grossstädten wie New York und Hongkong nur müde lächeln. 

«Kritik wird abgeblockt, unangenehme Fakten werden heruntergespielt oder ausgeblendet.»

Was mich nervt, ist die Unredlichkeit, mit der die Befürworter der Zuwanderung ihre Folgen bagatellisieren. Der Schweiz fehlen Fachkräfte, darum braucht es Zuwanderer – Punkt. An der Knappheit auf dem Wohnungsmarkt, den vollen Zügen und den Staus auf den Strassen sind wir selber schuld, weil wir so hohe Ansprüche haben – Ende der Diskussion.

Die Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union ist von einer Mehrheit in Politik, Wirtschaft und Medien in den Rang eines Dogmas erhoben worden, an dem nicht gerüttelt werden darf, sonst ist es vorbei mit dem Wohlstand. Kritik wird abgeblockt, unangenehme Fakten werden heruntergespielt oder ausgeblendet. 

Beispiel Wohnungsmarkt

Wo sollen die Menschen in einer Schweiz mit neun oder gar zehn Millionen Einwohner leben? Im Städtebau wäre ein Umdenken nötig: Mehr New York oder Hongkong, weniger Seldwyla. Doch in einem Land, in dem jeder Schattenwurf mit Einsprachen und Referenden bekämpft wird, wirken solche Ideen ketzerisch.

Blick über Zürich-West: Mehr New York oder Hongkong wäre nötig, weniger Seldwyla. Bild: KEYSTONE

Stattdessen schlagen Politiker und Wirtschaftsförderer vor, man solle ein paar Wälder abholzen, um Raum zum Wohnen und Arbeiten zu schaffen. Es wachsen ja genug Bäume. Wie war das nochmal mit der Verdichtung? Zersiedelung bis zum Exzess ist angesagt.

Warum auch nicht?

Für Wirtschaftsminister Johann Schneider-Amman ist es kein Problem, wenn die Leute «etwas pendeln» müssen. Obwohl Strassen und Schienenwege schon heute während der Rush-Hour ausgelastet – oder überlastet – sind. Für den notwendigen Ausbau der Infrastruktur fehlt der Platz, ausserdem wäre er mit gigantischen Kosten verbunden. 

Eine Verteuerung des Auto- und Zugfahrens ist nicht mehrheitsfähig - schon gar nicht, wenn man wegen hoher Mieten immer weiter von den Zentren entfernt wohnen und «etwas pendeln» muss. Und was ist mit dem Druck auf die Naherholungsgebiete, die an schönen Sonntagen bereits heute überlaufen sind? 

Stau auf der Autobahn zwischen Bern-Forsthaus und Bern-Neufeld. Bild: KEYSTONE

Beim Thema Arbeitsmarkt ist die Scheuklappen-Mentalität der Befürworter besonders ausgeprägt. Auf den ersten Blick ist auch alles bestens. Die Arbeitslosigkeit ist tief, es herrscht faktisch Vollbeschäftigung, also nehmen die Zuwanderer niemandem den Job weg. So lautet die Standardpredigt der Freizügigkeits-Dogmatiker. Amen.

Der Ketzer aber fragt sich: Wie steht es um die Verdrängung im Arbeitsmarkt? Früher kamen Bau- und Fabrikarbeiter, Putzfrauen und Zimmermädchen - sie übernahmen die undankbaren Jobs und ermöglichten den Einheimischen den sozialen Aufstieg. Dank Inländervorrang konnten sie selbst dann Karriere machen, wenn ihre Qualifikationen nicht top waren. Für den Mittelstand war es in jeder Hinsicht eine Win-Win-Situation.

«Heute können unbegrenzt junge, billige Ausländer mit Hochschuldiplom rekrutiert werden, während die Einheimischen auf der Karriereleiter stehen bleiben.»

Mit dem offenen EU-Arbeitsmarkt wurde alles anders. Heute können dank Personenfreizügigkeit unbegrenzt junge, billige Ausländer mit Hochschuldiplom rekrutiert werden, während die Einheimischen auf der Karriereleiter stehen bleiben. Ohne dass diese Stagnation mit Lohnerhöhungen kompensiert würde.

Alles nur Panikmache?

Zu den Verlierern der Zuwanderung zählen «vor allem angestammte Arbeitskräfte mit ähnlicher Qualifikationsstruktur wie die Einwanderer», schreibt selbst die wirtschaftsnahe NZZ. Und im letzten Sommer berichtete die «NZZ am Sonntag», dass in der Schweiz immer mehr Arbeitnehmer über 50 Jahre entlassen und durch jüngere und billigere Ausländer ersetzt werden. 

Die Resonanz war enorm, denn kaum etwas fürchtet der Mittelstand mehr, als im Alter Arbeit und Wohlstand zu verlieren und im sozialen Abseits zu landen. Oberflächlich scheint es sich um Phantomschmerzen zu handeln, denn die Arbeitslosenquote bei den über 50-Jährigen liegt mit 2,9 Prozent unter dem nationalen Schnitt. 

Immer mehr Arbeitnehmer über 50 werden entlassen und durch jüngere und billigere Ausländer ersetzt. Bild: KEYSTONE

Doch viele finden keinen Weg zurück in den Arbeitsmarkt, ihr Anteil an den Langzeitarbeitslosen beträgt mehr als 40 Prozent. Die logische Konsequenz: Immer mehr Menschen über 50 beziehen Sozialhilfe. Es sind nicht nur schlecht qualifizierte Leute, die in körperlich harten Berufen tätig waren. Auch Menschen mit guten Kenntnissen und hoher Motivation suchen oft vergeblich einen neuen Job. 

Wie kann es sein, dass der Arbeitsmarkt am laufenden Band Ausländer absorbiert, während gleichzeitig ältere Menschen «rausgemobbt» werden? Wie soll eine Zehn-Millionen-Schweiz aussehen? Was bedeutet es, wenn 40 Prozent oder mehr einen Migrationshintergrund haben? Was geschieht, wenn die Zuwanderung abnimmt? Oder die Schweizer Wirtschaft an Fahrt verliert? Kommt es zum Immobilien-Crash? 

Viele Fragen, keine oder beschönigende Antworten.

Kein Wunder: Der frühere SP-Nationalrat und Preisüberwacher Rudolf Strahm – ein bekennender Zuwanderungs-Skeptiker – hat festgestellt, dass in Bundesbern keine langfristige Strategie in Sachen Zuwanderung existiert. Die Reaktion auf entsprechende Fragen: Schulterzucken.

«Wenn Politik und Wirtschaft weiterhin die Augen verschliessen und das Volk mit leeren Versprechungen abspeisen, wird die Stimmung kippen.»

Durchwursteln ist angesagt, das Prinzip Hoffnung regiert. Man fühlt sich an die Situation vor der grossen Finanzkrise 2008 erinnert, als die – wenigen – warnenden Stimmen ignoriert wurden, bis die Katastrophe perfekt war. Soll man deswegen die SVP-Initiative annehmen? Ich werde wohl einen leeren Wahlzettel einlegen, nicht weil sie den «falschen» Absender hat, sondern weil sie inhaltlich nicht überzeugt. 

Noch scheint die Angst vor Wohlstandsverlust grösser als das Unbehagen über die Zuwanderung. Die zweite SRG-Umfrage jedoch deutet auf ein knappes Ergebnis hin. Wenn Politik und Wirtschaft weiterhin die Augen verschliessen und das Volk mit leeren Versprechungen abspeisen, wird die Stimmung kippen. Früher oder später.



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    Alle Leser-Kommentare
  • Alex Schneider 02.02.2014 08:20
    Highlight Highlight Endlich haben es die Hintersten und Letzten gemerkt, dass es so mit der Einwanderung nicht weitergehen kann!
  • nervousbird 01.02.2014 18:40
    Highlight Highlight Polemische und reichlich selbstzufriedene Schreibe. Man ist ja nicht so peinlich wie die SVP, aber so naiv wie die Linken und die anderen Dummen ist man auch nicht. Man ist einfach nur einer von hier der weiss wies geht. Warum soll es eigentlich gut sein, wenn die Ausländer die Drecksarbeit machen. Spannend wird es doch, wenn sie unter uns sind und das Gleiche tun. Da lernen wir sie endlich kennen!
  • Kza 01.02.2014 16:51
    Highlight Highlight Sie bemängeln eine fehlende Strategie in Sachen Zuwanderung und wollen trotzdem mit einem leeren Stimmzettel ausgerechnet der Abschottungsinitiative Vorschub leisten - der initiativgewordenen Konzept- und Strategielosigkeit in Sachen Zuwanderung?

    Sie werden nachvollziehen können, dass ich das nicht nachvollziehen kann.
  • mario purkathofer 01.02.2014 16:44
    Highlight Highlight wir bieten allen menschen über 50 einen unbezahlten arbeitsplatz.
  • MichaelTs 01.02.2014 13:09
    Highlight Highlight Wenn die Argumentation dieses Artikels ist, dass nicht die Einwanderung das Problem ist, sondern wie die Politik damit umgeht, läge die Lösung dann nicht doch eher bei der Infrastruktur-, Sozial- oder Arbeitspolitik? Mindestlohn, Wirtschaftsförderung und so weiter? (und nicht bei der Ausländerpolitik!?)
  • hofrat 01.02.2014 13:08
    Highlight Highlight Spannend, wie einfach man sich offenbar in die Werbegelder der SVP schreiben kann... Oder haben wir es hier etwa nicht mit "native Advertising" zu tun?
  • gen 01.02.2014 12:30
    Highlight Highlight Denken wir heute nur für uns in der Gegenwart, oder haben wir für die Jugend auch Visionen die gelebt werden dürfen.
    Da wir sowieso keine innovative Gesellschaft mehr haben, da sich das durch den Egosimus täglich zeigt, können wir getrost den Weg von Heute gehen, da wir sowieso uns täglich immer im Wege sind.
    Wer ist heute noch pari vertreten, das ist doch die Frage?
  • medozed 01.02.2014 11:52
    Highlight Highlight WENN EINES DER ERSTEN ARGUMENTE LAUTET: „Auch die Tatsache, dass die Durchsagen in den Zürcher Trams immer öfter in lupenreinem Hochdeutsch erfolgen, ist kein wesentlicher Grund...“, KANN MAN EIGENTLICH SCHON AUFHÖREN ZU LESEN.

    ***

    Doch in einem Land, in dem jeder Schattenwurf mit Einsprachen und Referenden bekämpft wird, wirken solche Ideen ketzerisch.

    ALSO KÄMPFEN WIR GEGEN DIE ZUWANDERUNG, UM DEM SCHATTENWURF ZU ENTGEHEN?

    ***

    Wo sollen die Menschen in einer Schweiz mit neun oder gar zehn Millionen Einwohner leben?
    […]
    Obwohl Strassen und Schienenwege schon heute während der Rush-Hour ausgelastet – oder überlastet – sind.

    DAS SIND SIE IN NEW YORK AUCH. FREIE FAHRT IST KEIN GRUNDRECHT. JAMMERN AUF SEHR HOHEM NIVAU. DOCH DICHTESTRESS?

    ***

    Und was ist mit dem Druck auf die Naherholungsgebiete, die an schönen Sonntagen bereits heute überlaufen sind?

    ALSO DOCH RICHTIG DICHTESTRESS. UND MANCHE LEUTE FRAGEN SICH VIELLEICHT, WARUM SIE KEINE FREUNDE HABEN.

    ***

    Mit dem offenen EU-Arbeitsmarkt wurde alles anders. Heute können dank Personenfreizügigkeit unbegrenzt junge, billige Ausländer mit Hochschuldiplom rekrutiert werden, während die Einheimischen auf der Karriereleiter stehen bleiben.

    ICH KENNE VORGESETZTE, DIE PANISCHE ANGST DAVOR HABEN, MITARBEITER – ODER GAR MITARBEITERINNEN! – EINZUSTELLEN, DIE BESSER SEIN KÖNNTEN, ALS SIE SELBST. WAS, WENN DER ANDERE – ODER GAR DIE ANDERE – EINEN LÄNGEREN HAT?

    ****

    […], dass in der Schweiz immer mehr Arbeitnehmer über 50 Jahre entlassen und durch jüngere und billigere Ausländer ersetzt werden.
    […]
    Doch viele finden keinen Weg zurück in den Arbeitsmarkt, ihr Anteil an den Langzeitarbeitslosen beträgt mehr als 40 Prozent.
    […]
    Wie kann es sein, dass der Arbeitsmarkt am laufenden Band Ausländer absorbiert, während gleichzeitig ältere Menschen «rausgemobbt» werden?

    KRITIK AN DER WACHSTUMSGEILEN UND GEWINNMAXIMIERTEN WIRTSCHAFT, DIE ZUR AUSLÄNDERHETZE WIRD. AUCH JUNGE SCHWEIZER SIND BILLIGER ALS SCHWEIZER 50+. DAS HAT MIT DEN AUSSERMORALISCHEN GRÜNDEN FÜR MORALISCHE ENTSCHEIDUNGEN (DIE SYSTEMISCH GEFÖRDERT WERDEN) ZU TUN, UND NICHT MIT DER AUSLÄNDERFRAGE.

    ***

    Wie soll eine Zehn-Millionen-Schweiz aussehen?

    FRAGE VON DER ART: WAS PASSIERT, WENN DIE MENSCHEN NICHT MEHR BRIEFE SCHREIBEN, SONDERN VIA TELEFON KOMMUNIZIEREN? WAS PASSIERT, WENN WIR DIE ZEITUNGEN NUR NOCH ONLINE LESEN? WAS, WENN WIR SO TUN, WIE WENN WIR MIT 1000 LEUTEN ENG BEFREUNDET WÄREN? GEHT DIE WELT ZUGRUNDE? VIELLEICHT DIE KLEINE WELT DER FRAGENDEN. DIE WELT ENTWICKELT SICH. JEDE ENTWICKLUNG BESTIMMT IHRE LÖSUNG MIT UND WIRD VON DIESER MITBESTIMMT.

    ****

    Was geschieht, wenn die Zuwanderung abnimmt?

    DAS HABEN WIR PLÖTZLICH PLATZ FÜR 10 MILLIONEN SCHWEIZER - HURRA. ENDLICH KÖNNEN WIR UNGEHEMMT SEX HABEN.
    • jones 01.02.2014 14:46
      Highlight Highlight EIN HOCH AUF CAPS LOCK!
      Benutzer Bild
  • Martin Reichlin 01.02.2014 11:15
    Highlight Highlight Bezeichnend ist an Herr Blunschis Haltung, dass das "Früher" offenbar gut war, also das Ausbeutungsregime des Saisonierstatuts (Eine Win-Win-Situation? Was für ein Hohn), das "Heute" aber, also die Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit des Individuums (sorry, der Massen), ist schwierig. Das ist reaktionär und egoistisch.
  • Ghauwidinog 01.02.2014 11:02
    Highlight Highlight Wir Schweizer sind daran das gleiche zu tun
    Benutzer Bild
    • jones 01.02.2014 13:16
      Highlight Highlight ich hoffe von ganzem herzen, dass dein post ironisch gemeint ist. einwanderung mit den genoziden an urbevölkerungen gleichzusetzen ist in jeder beziehung hanebüchen! dass mit dem bild zusätzlich auch noch impliziert wird, dass die "indianer" eine mitschuld tragen, ist die kirsche obenauf!
    • picu 01.02.2014 13:43
      Highlight Highlight Steinbrück hinterlässt Spuren...
      Vielleicht sollten wir Schweizer jetzt endlich das Kriegstabourettli ausgraben!
  • sozi 01.02.2014 09:16
    Highlight Highlight Ein guter Artikel von einem Verfasser, der noch eine Arbeitsstelle hat, sonst würde er nicht einen leeren Wahlzettel einlegen. Ich bin 60 Jahre alt und seit 10 Jahren suche ich als gelernter Verwaltungsangestellter, mit eidg. Maturität und diversen Weiterbildungen eine Anstellung. Stattdessen muss ich zwanzigfranken Jobs von www.gratis-inserate.ch annehmen, welche mir dann wegen Konkurs oder Massenentlassung gekündigt werden. Und wenn ich dann gar nichts finde, offerieren soziale Institutionen Freiwilligenarbeit. Dort bin ich dann jeweils herzlich willkommen, aber ohne einen Lohn. Nach über 1000 Bewerbungen habe ich die Hoffnung aufgegeben, in meinem gelernten Beruf noch etwas zu finden. Vor allem die öffentlichen Verwaltungen stellen lieber jüngere Ausländer an, die weit weniger qualifiziert, aber günstiger zu haben sind. In meinem Alter sind die Sozialleistungen höher und die Lohnstrukturen nach Alter dermassen verkorkst, dass ich keine Chance auf eine Anstellung habe. Ich würde auch für 4 Wochen Ferien im Jahr und mit weniger Lohn arbeiten. Die Reglements bei den Verwaltungen lassen dies aber nicht zu.
    Eigentlich hätte ich diese Initiative von den linken Parteien erwartet, stattdessen schwafeln sie von flankierenden Massnahmen und lassen sich von Grosskonzernen und Topmanagern einlullen, die, wenn es wirtschaftlich schlechter geht, Ausländer und Schweizer dem Sozialstaat überlassen. NB: Zur Geburt meines Grosskindes im vergangenen Sommer hatte ich kein Geld für ein Geschenk zu machen.
    Ein ausgemusterter Schweizer!
    • papparazzi 01.02.2014 12:16
      Highlight Highlight Herzliches Mitgefühl an "sozi"

      Sobald man selber betroffen ist, wird es realer mit den Auswirkungen. Auch ich musste solche Dinge miterleben und ansehen bei meinem eigenen Vater.

      Ein treffender Beitrag. Danke schön. ut (dp)
  • idea888 01.02.2014 03:30
    Highlight Highlight Dennoch: Ein Unbehagen bekämpft man nicht mit einer falschen Medizin!

    Die Zunahme der Bevölkerung in der Schweiz im bisherigen Rhythmus kann so nicht weitergehen. Dieses Unbehagen teile ich. Und trotzdem: Ich bin gegen die SVP-Initiative. Die SVP gibt vor, dass ihre Initiative die sog. „Masseneinwanderung“ stoppen wird. Bei näherem Hinschauen ist die Initiative eine Mogelpackung. Gerade die SVP-nahen Kreise, Gewerbetreibende, Landwirte, Wirte, Baufirmen usw. wären die ersten, welche über zu wenig Arbeitskräfte jammern würden.

    Ist es nicht merkwürdig, dass auch SVP-Exponenten dabei sind, wenn es um sog. Standortförderung geht. „Zurich Greater Area“ ist ein Beispiel. Mit grossem Einsatz werden im Ausland - wie oben erwähnt - Firmen dazu bewogen, in die Schweiz zu kommen. Wenn sie kommen, stellen sie fest, dass sie die notwendigen Arbeitskräfte nicht finden. All das würde weiter passieren und von der Initiative nicht gestoppt.

    Anstelle, dass wir die Arbeit zu den Leuten bringen, holen wir die Leute zur Arbeit. Vollbeschäftigung herrscht dann, wenn die Leute im eigenen Land beschäftigt sind. Diese Tatsache verkennen eigentlich alle massgebenden politischen Kreise einschliesslich der SVP.

    Bei einer Annahme würde ein Run nach Bern entstehen, denn alle Branchen und Verbände wollen grosse Kontingente. So funktioniert die Schweiz und nicht anders.

    Niemand gibt eine Garantie, dass diese Kontingente insgesamt kleiner wären als bei der bisherigen rechtlichen Regelung. Sind die Initianten bereit, dass diejenigen, welche Kontingente verlangen, den entsprechenden bürokratischen Aufwand bezahlen und nicht der Steuerzahler? Wohl kaum. Unser wichtigster Handelspartner würde unnötig vor den Kopf gestossen und die Behauptung, dass Brüssel mit der Schweiz über alles und jedes im Sinne
    der Schweiz verhandeln würde, verkennt die Mechanismen der EU vollkommen. Warum sollen Länder, wie z.B. Deutschland, uns helfen, dass wir die bei ihnen ausgebildeten Ärzte und Fachleute „abwerben“ können und dies erst noch vertraglich fixiert. Da träumen offenbar einzelne Politiker/innen.

    Mit einem Ja bestrafen wir uns selber, lösen das Einwanderungsprobleme nicht und schaden unserem Wohlstand. Die Initiative ist schlicht und einfach eine populistische Rattenfängerei. Solange wir in der Schweiz die Idee des Wachstumsglauben nicht aufgeben (das tut auch die SVP nicht), werden wir die Einwanderung nicht in den Griff bekommen. Vielleicht (nicht zu hoffen) wird unser kleines Erfolgsmodell bald Risse bekommen, wenn man verschiedene Initiativen wie die Mindestlohninitiative anschaut, welche den Standort „Schweiz“ schwächen würde. Eine Umkehr der Wanderbewegungen braucht nicht viel.
    • papparazzi 01.02.2014 12:17
      Highlight Highlight Hallo idea 888

      Garantien geben kann man vielleicht nicht...
      Aber etwas unternehmen und dagegen tun schon!

      Herzliche Grüsse von papparazzi ut (dp)
  • dj74 01.02.2014 03:22
    Highlight Highlight die arbeitsmarktprobleme, die herr blunschi beschreibt, sind strukturelle kapitalismusprobleme und haben herzlich wenig mit zuwanderung zu tun. der rassistische unterton (win-win-situation ist, wenn ausländerInnen die schlecht bezahlten arbeiten übernehmen...) gefällt überhaupt nicht. hoffentlich nicht das politische profil, das sich bei watson durchsetzt..
    • Donald 02.02.2014 07:12
      Highlight Highlight Der Grund für die PFZ ist ja die Sicherung des Wohlstandes. Es ist daher so, dass die Ausländer und wir dabei gewinnen sollen. Ich kann deine Kritik nicht nachvollziehen.
  • Bruno Bucher 01.02.2014 02:35
    Highlight Highlight Es wäre eben auch eine flankierende Massnahme gewesen, dafür zu sorgen, dass ein 50-Plus-Mitarbeiter nicht strukturell, insbesondere wegen der Pensionskasse, teurer wird als ein Jüngerer. Aber lieber legt man nicht Hand an die heilige Kuh an, weil die sonst in sich zusammenbricht wie ein marodes Skelett. Stattdessen opfert man erfahrene Know-how-Träger. Das ist zumindest so verlogen wie die Steueroptimierungspraktiken. Früher trug der Patron noch so etwas wie eine gesellschaftliche Verantwortung. Heute dient eine Unternehmung nur noch als Melkmaschine für wenige Abzocker und einige Grossaktionäre (darunter auch Pensionskassen). Das Ganze wird als Folge der Beschleunigung und Globalisierung dargestellt.

    Nun gelingt es der Oberabzockerpartei mit ihrer unerschöpflichen Geldquelle den zu Recht wütenden ein verwesendes Stück Fleisch vorzuwerfen und es als Lösung aller Probleme von Dichtestress bis Muslimisierung darzustellen. Und dann gibt es halbwegs intelligente Zeitgenossen, die checken die Zusammenhänge nicht mehr und fertig ist der Giftbecher und wieder gelingt es das ganze neuzeitliche Fehlkonstrukt Schweiz über die Distanz zu retten. Bescheuerter kann man eine einst reife Gesellschaft nicht mehr den Bach herunter gehen sehen.
  • Montecristo 31.01.2014 20:37
    Highlight Highlight Der Watson-Kommentator reflektiert rein aus Zürcher Sicht. Im Kanton Bern entvölkern sich aber ganze Landstriche und sogar stadtnahe Gemeinden verzeichnen einen Bevölkerungsrückgang. Doch das wollen die Zuwanderungsskeptiker nicht wahrhaben.
    Im Zentrum der Stadt Zürich beträgt die Wohndichte 60 Personen/Hektare, in Paris sind es 310 und in New York 409/Herktare, ohne die Arbeitsplätze zu zählen! (Zahlen von Avenir Suisse).

    Warum jammert in New York niemand über die Zuwanderung?
    Warum sind die New Yorker, egal, woher sie stammen, stolz auf ihre Stadt?
    Warum wird New York weltweit für seine Dynamik und seine Kreativität bewundert?
    Aha - ich höre den Zwischenruf schon: Die Schweiz ist nicht New York...
    So langsam dämmert mir auch, warum...
    • Hansi Voigt 01.02.2014 08:50
      Highlight Highlight Ein sehr guter Aspekt, die sich entvölkernden Landstriche. Das werden wir mal aufnehmen und was dazu machen!
    • Montecristo 01.02.2014 14:16
      Highlight Highlight Gut, dass Ihr die Idee aufnehmt. Ich habe eine Auskunftsperson im Raum Bern, die gerne noch detailliertere Auskunft gibt.
  • papparazzi 31.01.2014 20:03
    Highlight Highlight Auch ich werde JA stimmen!
    Ich finde diesen Artikel super geschrieben. Er hat einige handfeste Argumente, welche ins Feld geführt werden. Das mit den älteren Arbeitskräften über 50 musste ich als Sohn eigens bei meinem Vater beobachten und "miterleben".

    Ich finde es ethisch sehr fragwürdig, wenn man durch die bilateralen Abkommen und die Zuwanderung nun einfach beginnt, anstelle der alten und erfahrenen Arbeitskräfte einfach jüngere und günstigere einzustellen.

    Längerfristig wird sich das in der Wirtschaft sicher rächen... wir sehen zum Teil jetzt schon Auswirkungen davon. Es geht auch nicht an, dass einheimische Schweizer sich nicht mehr weiterentwickeln oder Karriere machen können, weil man viel lieber "billigere" und gleich qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland holt! ut (dp) SVP Partei

    Deshalb JA zur regulierten und steuerbaren Masshaltung!
    • Alfred Weber 01.02.2014 01:34
      Highlight Highlight Von Masshalten ist in der SVP-Initiative keine Rede. Die gleiche Wirtschaft die heute den Markt diktiert würde über genügend Kontingente zu ihren Arbeitskräften kommen. Aber durch ihre Rechtlosigkeit, die die Initiative beabsichtigt würden sie natürlich billiger . Also genau das Gegenteil von dem was sich die Ja-sager erhoffen. Es sind übrigens die schweizer Firmen die Jüngere den älteren Angestellten vorziehen. Hat mit Zuwanderung weniger zu tun als mit Profitwirtschaft.
    • idea888 01.02.2014 03:50
      Highlight Highlight Es tut mir aufrichtig leid für Ihren Vater. Aber genau das wird diese "neunmalschlaue" Initiative nicht verhindern. Auch die Zuwanderung nicht. Bitte lesen Sie den Initiativttext genau. Auf Ihr Wohl!
    • papparazzi 01.02.2014 11:41
      Highlight Highlight An Herr Weber:
      Wenn Verallgemeinerungen die Lösung wären, dann würden wir schon lange nicht mehr in einem Rechtsstaat leben.

      An idea 888: Nur zuschauen und beobachten und klagen ist sicher nicht tatkräftig mitgestalten. Aber trotzdem danke für Ihre Anteilnahme:-)

      ut (dp)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jeepee 31.01.2014 17:30
    Highlight Highlight Als ehemaliger (staatlicher) Berater habe ich mitgeholfen, zahlreiche ausländische Unternehmen in der Schweiz anzusiedeln. Das Ziel war klar: Steuereinnahmen generieren und Arbeitsplätze schaffen. Heute muss ich mir eingestehen: Ziel deutlich verfehlt. Steuereinnahmen wurden dank staatlicher Zugeständnisse (Lex Bonny) kaum generiert. Neu geschaffene hochqualifizierte Arbeitsplätze wurden mehrheitlich durch die entsprechenden Landsleute besetzt.

    Auch wenn die Schweiz durch den "Brain-Gain" der letzten Jahre profitiert hat: Der Verlust an Lebensqualität und das Fehlen einer nachhaltigen Zuzüger-Strategie hebt dies bei weitem auf.

    Als Mitglied einer Mitte-Partei werde ich deshalb - entgegen der Parteiparole - ein Ja einlegen.
  • Maya Eldorado 31.01.2014 15:30
    Highlight Highlight Die einzig wirksame Lösung wäre, um die Einwanderung zu stoppen, aufzuhören den Globalplayerfirmen bis zum geht nicht mehr den roten Teppich auszulegen.
    Mit jeder Neugründung einer solchen Firma zieht das einen Rattenschwanz von Einwanderern an.
    Aber eben.... Die Wirtschaft muss wachsen, egal wie viel wir davon wirklich brauchen. Das ist wie eine Schraube ohne Ende!
    Deshalb nicht die Zuwanderung der Menschen bremsen, sondern die der Firmen. Aber dazu werden sich wohl kaum Befürworter finden.
    • Peter 31.01.2014 16:16
      Highlight Highlight Sehr guter Input. Sogar der Zuwanderungs-Experte des wirtschaftsnahen Thinktanks Avenir Suisse hat in der "Weltwoche" das aggressive Standortmarketing der Schweiz im Ausland kritisiert. Er vergleicht sie mit einem Bodybuilder, der immer mehr Anabolika schluckt, um noch attraktiver zu werden – bis er eines Tages merkt, dass er wegen seiner Muskeln kaum noch gehen kann.
  • florbas 31.01.2014 15:11
    Highlight Highlight Endlich einmal ein konstruktiver Artikel, der die Probleme offenlegt. Auch ich wurde mit 50 rausgemobbt, und meine Stelle durch eine jüngere und günstigere deutsche Angestellte besetzt. Trotzdem bin ich immer noch unschlüssig darüber, wie ich abstimmen werde.
    • Marcus Nauwerk 31.01.2014 16:49
      Highlight Highlight Nur leider kommt es da oft zu Hass gegen den neuen Arbeitnehmer. Der kann nur meist nichts dafür, sondern akzeptiert nur das Angebot des Arbeitgebers. Oft ohne zu wissen das er die Stelle eines älteren Arbeitnehmers bekommen hat.
      Trotzdem finde ich, das Arbeitnehmer ab einem gewissen Alter einen besonderen Kündigungsschutz Haben sollten.
    • Wolfsblut_2 01.02.2014 09:24
      Highlight Highlight Vielleicht hilft Dir das ja beim Abstimmen: Ich stimme aus Protest ja und nein, ich bin keine SVP-Sympatisantin. Mich erschrecken die hohen Mieten und die Wegwerfmentalität gegenüber älteren Mitarbeitenden, die auf dem freien Markt schnell und zu einem günstigeren Preis ausgetauscht werden können. Mein Ja wird wahrscheinlich daran nichts ändern. Die Wirtschaft hat die Macht und der Rest Angst.
  • Robin Hood 31.01.2014 15:03
    Highlight Highlight Grosses Kompliment für diesen Artikel und vor allem auch für die optische Umsetzung!
  • Olaf 31.01.2014 14:51
    Highlight Highlight Sehr gut geschrieben. Auch als Zuwanderer kann ich diese Argumente gut nachvollziehen. Danke für diesen feinen Beitrag zur Versachlichung des Themas.
  • Thomas Binder 31.01.2014 14:09
    Highlight Highlight Ruedi Strahm hat sich nie festgelegt wie er abstimmen wird. Er hat laut und taktisch nachgedacht insbesondere im Hinblick auf die Mindestlohninitiative, welche notabene von der SVP an vorderster Front bekämpft werden wird. Zu den unsinnigen Zusätzen im Initiativtext, welche diese ganz unabhängig von der Kernfrage ob die Zuwanderung von Ausländern in die Schweiz nicht mehr dem ökonomischen Primat von Angebot und Nachfrage unterliegen, sondern in Zukunft staatlich planwirtschaftlich reglementiert werden soll, unannehmbar macht, hat er gar nie Stellung genommen.
    Ecopop ist noch viel schlimmer, weil auch ein allenfalls gewünschtes Null- oder Negativwachstum eine Flexibilität u.a. bei Zuwanderungskontingenten braucht, welche dort nicht gegeben wäre (0.2%, 16000/a).
  • der.bleistift 31.01.2014 14:05
    Highlight Highlight Danke für diesen Beitrag. Dass die Politik keine Lösungen für Zuwanderungsprobleme bereit hält zeigt allein schon die Tatsache, dass die SVP versucht, ihre populistische Initiative als das Allerheilmittel zu verkaufen.
    Dies ist der falsche Moment, um gegen die orientierungslose Politik ein Zeichen zu setzen. Den Zettel unausgefüllt einzulegen kann keine Lösung sein, das Resultat wird knapp genug ausfallen.
  • Willi Helfenberger 31.01.2014 13:32
    Highlight Highlight Endlich mal ein konstruktiver Beitrag zum Thema Einwanderung. Das Thema ist eigentlich zu wichtig, um Spielball der Politik zu sein. Wir leben in einer Zeit der Völkerwanderung und das wird noch eine Weile so bleiben.
  • Thomas F. 31.01.2014 13:17
    Highlight Highlight Guter Artikel, mit berechtigten Einwänden. Trotzdem stimme ich überzeugt NEIN, denn es gibt durchaus auch Argumente für die Personenfreizügigkeit: Die Sozialwerke, der Binnenhandel und der Tourismus profitieren enorm; die Schweiz ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Aber ich bin einverstanden, die horrenden Preise auf dem Wohnungsmarkt, die Zersiedelung und die überfüllten Züge und Strassen sind ein Problem, die das Potential haben die Stimmung kippen zu lassen. Ecopop hat allenfalls die besseren Chancen angenommen zu werden.
    • meta77 31.01.2014 13:53
      Highlight Highlight Die Initiative verdient ein klares Nein, auch wenn heute Journalisten mit der Abschottung flirten. Sie löst kein einziges Problem und schafft nur neue.
    • kontos 31.01.2014 14:18
      Highlight Highlight @mata77
      nach ich ihr sehr gut dargelegten Argumente durchgelesen habe werde ich mit grosser Überzeugung ein klares Nein in die Urne legen.........
      Wo ist das Feld für das Kreuzchen "klares Nein" auf dem Stimmzettel?
    • zuerisee 31.01.2014 14:51
      Highlight Highlight Die Initiative eröffnet die Möglichkeit, das Thema als souveränder Staat wieder selber in die Hand zu nehmen.
      Wenn ich all die Drohungen und Warnungen aus der Nein-Ecke höre wird mir klar: Es geht nicht nur um das Thema Personenfreuzügigkeit ... es geht viel mehr darum, als souveränder Staat mit einer intakten Demokratie eigenständig zu bleiben. Ein Vertragswerk, das zur Fessel wird, gehört gesprengt. Und ohne Schmerz wird das nicht möglich sein.
      Deshalb: Ja zur Initiative!
      Gruss an alle vom Zürichsee (und nicht aus der SVP-Ecke!)
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Wer lügt – die EU oder die Schweiz?

Viereinhalb Jahre und 32 Verhandlungsrunden lang diskutierten die EU und die Schweiz das Rahmenabkommen. Und doch ist völlig unklar, ob das Protokoll 1 zum Lohnschutz verhandelt wurde oder nicht. Ja, sagt die EU. Nein, die Schweiz.

Die EU-Kommission hat sehr genau Buch geführt über die Treffen, Telefongespräche und Verhandlungsrunden mit der Schweiz. So sprach EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker 23mal mit diversen Präsidenten der Schweiz, darunter in acht offiziellen Treffen. EU-Kommissar Johannes Hahn traf Aussenminister Ignazio Cassis siebenmal. Total kamen die EU und die Schweiz in den letzten viereinhalb Jahren auf 32 Verhandlungsrunden. Eine «unglaubliche Intensität», wie Kommissar Hahn im Dezember 2018 sagte.

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