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Wie Trump seinen eigenen Boom vermasselt

President Donald Trump speaks to reporters before he boards Air Force One, Friday, March 13, 2026, at Joint Base Andrews, Md., for a trip to Florida. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
Donald Trump
Ökonomen sehen unter Trump bereits Anzeichen einer drohenden Stagflation.Bild: keystone
Analyse

Wie Trump seinen eigenen Boom vermasselt

Wegen des Iran-Kriegs droht jetzt statt eines Aufschwungs gar eine Stagflation.
15.03.2026, 18:1915.03.2026, 18:19

Selbst die Gegner des US-Präsidenten rechneten bis vor kurzem noch damit, dass es Trump gelingen wird, im laufenden Jahr einen wirtschaftlichen Boom auszulösen. So erklärte beispielsweise Daleep Singh, wirtschaftlicher Berater von Joe Biden, in einem Interview mit watson:

«Ich gehe davon aus, dass die amerikanische Wirtschaft in diesem Jahr boomen wird, und zwar wegen KI und weil der Konsum nach wie vor sehr kräftig ist. Es sind die Wohlhabenden, die dank der Gewinne aus ihren KI-Aktien diesen Konsum antreiben. Dazu werden wohl die Leitzinsen sinken und die Fiskalpolitik weiterhin expansiv sein. Das Risiko besteht daher, dass das Wirtschaftswachstum zu kräftig sein wird und daher auch die Inflation ansteigt.»

Dank des Kriegs muss derzeit niemand mehr Angst haben, dass das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft zu kräftig ausfallen wird. Doch die Angst vor steigender Inflation bleibt. Schuld daran ist nicht die Tatsache, dass die Amerikaner zu viel konsumieren, sondern dass die Preise wegen des neuen Öl-Schocks in die Höhe schnellen. Gemäss Experten hat dieser Schock bereits historische Ausmasse angenommen.

Daleep Singh
Daleep Singh, wirtschaftlicher Berater bei Joe Biden.

Und das wiederum hat weit reichende Konsequenzen: Die Notenbank (Fed) wird die Leitzinsen nicht senken können, ja möglicherweise gar anheben müssen. Dafür wird sich die «Erschwinglichkeit»-Krise verschärfen, denn steigende Ölpreise haben die unangenehme Eigenschaft, sich in fast alle Bereichen der Wirtschaft auszubreiten. Nicht nur der Benzinpreis steigt, sondern – weil Lebensmittel transportiert werden müssen —, auch die Nahrungsmittel. Teurere Düngemittel verschärfen diese Tendenz. Dazu kommt, dass auch die an der Hypotheken-Front die Lage angespannt bleibt, weil die Fed die erwarteten Zinssenkungen nicht vornehmen kann. Darunter leiden Hausbesitzer und Mieter gleichermassen.

Tom Porcelli, Chefökonom der Well Fargo Bank, fasst in der «New York Times» das Ergebnis wie folgt zusammen: «Alle haben sich von der Fiskalpolitik Rückenwind erhofft. Sollten der Ölpreis länger auf diesem Niveau bleiben, wird dieser Rückenwind jetzt aber ausbleiben. Das ist sehr schade, denn ich war überzeugt, dass vieles stimmte, um den Konsum anzukurbeln.»

«Nur keine Panik», wird man an dieser Stelle anführen. Schliesslich hat sich der Mini-Crash vom 2. April 2025, als Trump seine reziproken Zölle verkündete, rasch wieder in Luft aufgelöst. Ja die Aktienmärkte sind gar von einem Rekord zum nächsten geeilt und die Zinsen für die Staatsanleihen sind wieder auf ein erträgliches Mass gesunken.

Wer diesmal hofft, gemäss der Buy-the-Dip-Strategie ein Schnäppchen zu machen, dem droht ein böses Erwachen. Andy Haldane, der ehemalige Chefökonom der Bank of England, stellt in der «Financial Times» fest:

«Der Schock von heute und der Krieg werden viel tiefere Spuren hinterlassen als der Schock des letzten Jahres. 2025 hat der Inflationsdruck nachgelassen und die Notenbanken waren weltweit in der Lage, die Leitzinsen zu senken und so die Wirkung der Zölle aufzufangen. Mit den steigenden Energiepreisen gibt es diese Option nicht mehr.»

Wenn es im Iran-Krieg überhaupt einen Gewinner gibt, dann heisst er China. Ende Monat wird Staatspräsident Xi Jinping wird seinen amerikanischen Amtskollegen gelassen empfangen können. Er besitzt gute Karten. Angst, dass ihm das Öl ausgehen wird, braucht er nicht zu haben. Seine Reservelager sind prall gefüllt und sein Bro Wladimir Putin wird für Nachschub sorgen.

Trump hingegen hat mit seinem Krieg Xi einen wichtigen Trumpf in die Hände gespielt: die Seltenen Erden. Bekanntlich besitzt China ein De-facto-Monopol auf diese Mineralien, und gerade moderne militärische Güter sind darauf auf Gedeih und Verderben angewiesen. Allein ein F-35-Kampfjet braucht rund 400 Kilo Seltene Erden, aber auch Drohnen und Raketen finden ihre Ziele ohne sie nicht.

Bei steigenden Benzinpreisen werden auch Elektroautos attraktiver, und die Modelle von BYD und Co. verfügen über ein Preis-Leistungs-Verhältnis, mit dem die westliche Konkurrenz nicht mithalten kann.

epa12793090 A gas price sign shows a rise to over 5 dollars a gallon at a Mobil gas station in Los Angeles, California, USA, 03 March 2026. The average price per gallon jumped 11 cents overnight in th ...
Explodierende Benzinpreise in den USA-.Bild: keystone

Trump verschliesst die Augen vor diesen Gefahren. Obwohl wenig dafür spricht, dass sich der Ölpreis bald wieder auf eine Spanne zwischen 60 und 70 Dollar pro Fass einpendeln wird, behauptet er unverdrossen: «Die Inflation sackt ab, die Einkommen steigen, die Wirtschaft brummt und Amerika wird wieder respektiert.»

Immer mehr Ökonomen hingegen sprechen bereits von einer drohenden Stagflation, einer Wirtschaft mit stagniertem Wachstum und steigender Inflation. Andy Haldane drückt dies wie folgt aus:

«Zusammengenommen gibt es mächtige Stagflationskräfte. Letztes Jahr haben sich die Tech- und Zollwellen gegenseitig neutralisiert. Dieses Jahr hingegen ergänzen sie sich gegenseitig und verstärken sich so. Das spricht für Instabilität, nicht für Stabilität – wirtschaftlich, finanziell, fiskalisch und politisch. Deshalb ist es diesmal wirklich anders.»
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Donald Trump in der Schweiz
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Am Mittwochmittag ist der US-Präsident Donald Trump in Zürich gelandet.

quelle: keystone / evan vucci
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Trump: Iran-Krieg ist bald vorbei
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Dr. Atomi
15.03.2026 18:32registriert Juli 2024
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Hanibald
15.03.2026 18:25registriert Dezember 2019
Nein, es wäre zu keinem Boom gekommen, dann die Superreichen 1% konsumieren anders.
Bitte jetzt nicht Trump besser stellen, als er es je gewesen wäre. Die US - Wirtschaft erlebt aktuell nur ein Wachstum wegen Investitionen in KI-Infrastruktur. Die restlichen 99% werden den Preis der Chaoswirtschaft der Republikaner bitter bezahlen.
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Lohner
15.03.2026 18:32registriert August 2025
„ Wie Trump seinen eigenen Boom vermasselt“

Er vermasselt eigentlich alles, was er anfasst.
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