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Tierschutz

Nerz statt Kaninchen: Schweizer Modehäuser in der Kritik

Der Zürcher Tierschutz hat in mehreren Modehäusern die Pelz-Deklaration unter die Lupe genommen - und verteilt schlechte Noten. 



Nerz statt Kaninchen, Rudelhaltung statt Käfighaltung: Auch neun Monate nach der Einführung der Deklarationspflicht sei diese noch immer mangelhaft umgesetzt. Überprüft wurden insgesamt 31 Filialen von PKZ, Jelmoli und Globus in Zürich, Basel, Bern, Luzern und St. Gallen, wie der Zürcher Tierschutz am Dienstag mitteilte. Einige Filialen wurden auch mehrmals unter die Lupe genommen.

Bei neun von zehn Ladenbesuchen fanden die Tierschützer Gesetzesverstösse bei der Deklaration. Bei PKZ und Jelmoli seien etwa Pelzbesätze an mehreren Mützen und Winterjacken entweder gar nicht deklariert gewesen oder dann aber falsch.

Keine Hinweise auf die Haltungsart

Pelzbesätze an Pullovern waren gemäss Mitteilung beispielsweise nur mit «Kaninchen, China» deklariert, obwohl das Gesetz vorschreibt, dass die «Gewinnungsart» offengelegt werden muss. Ein Hinweis auf die Haltungsart, etwa Käfighaltung, ist Pflicht. Keinen Hinweis auf die «Gewinnungsart» fanden die Tierschützer auch bei einigen Pelzen aus dem Globus. Bei Jelmoli seien hingegen gar Kaninchen-Besätze als Nerz und Waschbär deklariert gewesen.

Der Zürcher Tierschutz fordert die Modehäuser auf, Echtpelz korrekt zu deklarieren und für Transparenz zu sorgen. Nur wenn das enorme Tierleid deutlich werde, könnten die Kunden frei entscheiden, ob sie einen solchen Artikel kaufen wollten oder nicht. Für den Tierschutz ist klar, dass auch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) tätig werden muss. Es müsse mit Kontrollen für den konsequenten Gesetzesvollzug sorgen.

Globus: Artikel entfernt oder neu deklariert

Noch besser wäre es nach Ansicht des Tierschutzes allerdings, wenn Modehäuser künftig ganz auf Pelze verzichten würden. Pro Jahr werden nach Angaben der Tierschützer weltweit rund 100 Millionen Tiere wegen ihres Pelzes getötet.

Bei Globus nimmt man die Kritik ernst. Natürlich müssten alle Artikel gesetzeskonform angeschrieben sein, hiess es dort auf Anfrage. Die kritisierten Teile wurden bereits aus dem Sortiment genommen oder neu angeschrieben. Globus habe zudem die Anbieter, welche Flächen in den Globus-Filialen mieten, erneut auf die geänderten gesetzlichen Vorgaben hingewiesen. Auch die internen Prozesse seien überarbeitet worden. Globus betont zudem, dass der Umsatz mit solchen Artikeln sehr klein sei. (whr/sda)

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