Praktische Helfer für eine stressfreie Steuererklärung
Es ist wieder so weit – Steuerzeit!
Ist bei dir die Belegesammlung auch schon in vollem Gange? Oder hast du das sogar schon erledigt? Bis Ende März müssen die meisten von uns die Steuererklärung abgeben.
Dass ich mit den Steuern und den damit verbundenen administrativen Tätigkeiten je warm geworden wäre, kann ich nicht behaupten. Bei mir ist Aufschieben jedes Jahr die Strategie. So diszipliniert ich mit dem Investieren bin, bei den Steuern bin ich wirklich die grösste Prokrastiniererin, die es gibt. Ich putze lieber die ganze Wohnung, als mich mit diesen Belegen zu befassen.
Da hilft es auch nichts, sich das Gefühl der endlosen Leichtigkeit, wenn es denn endlich gemacht ist, bildlich vorzustellen. Und jedes Jahr frage ich mich, ob es denn in Zeiten von KI nicht einen effizienteren Weg gibt, all diese Dokumente und Informationen zu handhaben.
Klar, man kann das Ganze auch an eine Expertin oder einen Experten delegieren und dafür bezahlen. Bei der Suche nach effizienteren (und günstigeren) Lösungen habe ich ein paar Tools gefunden, die bei der DIY-Erstellung nützlich sein könnten – die stelle ich euch hier gerne vor.
Steuererklärung aufschieben – das solltest du beachten
Für die Einreichung der Steuererklärung in der Schweiz variiert die Frist je nach Kanton. Wenn du die Steuererklärung später als Ende März einreichen möchtest, kannst du auf der Webseite deiner Gemeinde ein Gesuch um Fristverlängerung stellen.
Zu beachten:
- Du solltest die Fristverlängerung vor Ablauf der Frist beantragen, in den meisten Gemeinden vor dem 31. März
- Die genauen Fristen sind auf Kantons- und Gemeindeebene unterschiedlich geregelt. So kannst du z. B. in Zürich bis zum 30. November verlängern, in Luzern bis zum 31. August und in Zug bis zum 31. Dezember (natürliche Personen)
- Das Gesuch muss je nach Kanton oder Gemeinde online oder schriftlich eingereicht werden
- Für Fristverlängerungen über den 30. September hinaus wird häufig eine Gebühr erhoben
Was passiert, wenn du die Frist ohne Verlängerung verpasst?
Du wirst gemahnt. Reagierst du nicht, riskierst du eine Busse sowie eine Einschätzung nach Ermessen, die in der Regel höher ausfällt, als wenn du die Steuererklärung abgegeben hättest.
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Was passiert, wenn du die Steuern zu früh oder zu spät bezahlst?
Die Zinsen für vorzeitiges oder verspätetes Bezahlen variieren stark nach Gemeinde und Kanton und werden in der Regel jährlich festgelegt.
Für vorzeitig bezahlte Steuern bekommst du einen Vergütungszins, dieser fällt je nach Kanton an für Vorauszahlungen und teilweise auch für Beträge, welche du zu viel bezahlst, und liegt meist zwischen 0,00 und 1 %. Eine Kantonsübersicht findest du bei Moneyland.
Bei verspäteter Zahlung drohen hingegen Verzugszinsen, z. B. vom Bund von 3,5–8 %. Eine Tabelle findest du hier.
Früh einzahlen oder zu viel einzahlen lohnt sich also nur im Vergleich zum Sparkonto, da du dein Geld auch anderweitig nutzen oder anlegen könntest. Zu spät bezahlen hingegen kann teuer werden.
Wann lohnt sich ein Steuerexperte?
Um deine Steuern effizienter zu erledigen, kannst du natürlich auch die Hilfe von Experten nutzen. Das ist bei Stundensätzen von etwa 100 bis 400 Franken je nach Spezialisierungsgrad allerdings nicht ganz günstig, daher lohnt es sich, vorher immer eine Offerte einzuholen.
Ein Experte kann besonders sinnvoll sein, wenn du komplexere Verhältnisse hast oder bestimmte Lebensereignisse eintreten, zum Beispiel:
- Eigene Firma
- Immobilienkauf oder -Verkauf oder Besitz von Immobilien, die du nicht selbst nutzt
- Viel Vermögen mit verschiedenen Anlagen
- Erbschaft
- Scheidung
- Tod eines Ehepartners oder eingetragenen Partners
- Pensionierung (am besten vorher alles abklären!)
- Grössere berufliche Veränderung oder Arbeitsplatzverlust
- längere Krankheit oder Invalidität
- Kantonswechsel
Verschiedene Steuerberater findest du über Treuhandverbände wie Treuhand Suisse oder Expertsuisse. Offerten kannst du auch über den Outsourcing-Dienst Gryps einholen.
Diese digitalen Tools helfen dir bei der Steuererklärung
Wenn du die Steuererklärung selbst erledigst, gibt es mittlerweile verschiedene digitale und teilweise auch KI-unterstützte Tools, die du nutzen kannst. Hier findest du ohne Empfehlung einige Beispiele.
Online-Steuerlösungen der Kantone
In allen 26 Kantonen ist eine elektronische Abgabe möglich, z.B. mit E-Tax in verschiedenen Kantonen oder mit ZH-Private-Tax im Kanton Zürich. Am besten schaust du direkt auf der Webseite deiner Gemeinde oder deines Kantons nach.
Diese Tools sind kostenlos. Allerdings helfen sie eher bei der Erfassung der Daten als bei der Optimierung der Steuerlast.
Wie hoch deine Steuerbelastung sein wird, kannst du auch mit dem Steuerrechner des Bundes berechnen.
Hybride Lösungen: Digital mit Experten
Dr. Tax: amtlich anerkanntes Softwarepaket für die Erstellung der Steuererklärung, Berechnung von Maximalabzügen, Wertschriftenbewertungen und Fehlerhinweise. Basispaket für Privatpersonen ab 39.90 Franken.
SimpleTax: hybrider Ansatz. Mit der Software kannst du deine Steuererklärung erfassen und dich online oder persönlich beraten lassen. Preise im Abo: Simple 290 Franken – Superior 510 Franken pro Jahr.
Smart Etax: Matchmaking-Plattform für den gesamten Prozess der Steuererklärung – Konto erstellen, Dokumente hochladen, Steuerexperten finden und die Erklärung erstellen lassen.
Ajooda: digitale Steuerplattform, bei der Steuerexperten deine Erklärung online erstellen. Preise ab 129 Franken für Einzelpersonen bis 499 Franken für Ehepaare mit komplexeren Verhältnissen.
Taxdone: spezialisiert auf das Finden von Abzügen. Du lädst deine Unterlagen hoch und Experten erstellen die Steuererklärung. Sehr einfache Steuererklärung ab 149 Franken
KI-unterstützte Lösungen
Da bei Steuern viele Daten in relativ standardisierter Form verarbeitet werden, gibt es mittlerweile – ähnlich wie in der Buchhaltung – auch erste KI-gestützte Lösungen.
IQTax: Du lädst Dokumente hoch, die KI erkennt automatisch die Daten und erstellt daraus deine Steuererklärung. Aktuell verfügbar für Zürich, weitere Kantone sollen folgen. Die erste Steuererklärung befindet sich derzeit noch in der Beta-Phase und ist kostenlos, danach ab etwa 49 Franken.
WeTax: KI hilft beim Ausfüllen der Steuererklärung. Zurzeit für den Kanton Zürich verfügbar. Preise ab etwa 39 Franken.
LiipGPT Tax Chat: kostenloser, spezialisierter Chatbot für Steuerfragen, derzeit für zwölf Kantone verfügbar. Gratis.
Magic Heidi: KI-unterstützte Buchhaltungssoftware besonders für Selbständige und Freelancer. Sie erkennt automatisch Daten aus Belegen und erleichtert die Dokumentenverwaltung. Die Nutzung ist je nach Funktionsumfang gratis oder ab etwa 25 Franken pro Monat möglich.
Wichtig bei digitalen Lösungen ist die Datenverwahrung und Sicherheit. Gemäss Angaben der Anbieter wurden alle vorgestellten Lösungen in der Schweiz entwickelt und legen grossen Wert auf Datenschutz.
Es gibt also eine ganze Menge an Tools, die helfen können, die Steuererklärung effizient zu erledigen – ob du das jetzt machst oder erst im Herbst.
Mich würde interessieren: Welche Tools nutzt du für deine Steuererklärung – und welche kannst du empfehlen?
