Wirtschaft
Boeing

«Boeing-Arbeiter, die den Dreamliner bauen, haben Angst, darin zu fliegen»

Schwere Vorwürfe

«Boeing-Arbeiter, die den Dreamliner bauen, haben Angst, darin zu fliegen»

15.09.2014, 21:5615.09.2014, 21:56

Schwere Vorwürfe gegen Boeing: Mitarbeiter unterstellen dem US-Flugzeughersteller, bei der Qualität seines 787 «Dreamliner» zugunsten des ambitionierten Zeitplans Abstriche zu machen. Dies geht aus einem Bericht des TV-Senders Al Jazeera hervor.

Broken Dreams: The Boeing 787

video: youtube/Al Jazeera English

Am Produktionsstandort Charleston in South Carolina soll einiges im Argen liegen: Unqualifizierte Arbeiter, Drogenmissbrauch, laxe Qualitätskontrollen. Ein Boeing-Mitarbeiter hatte sich bereit erklärt, Arbeitskollegen mit einer versteckten Kamera zu befragen. 10 von 15 sagten, sie würden selbst nicht mit dem Dreamliner fliegen.

«Ich würde wahrscheinlich mit dem Dreamliner fliegen, aber ich habe auch Todessehnsucht.»
mitarbeiter im boeing-werk charleston

Ursache der Missstände sei die Konzernstrategie, die Fertigung der Komponenten weitestgehend an Lieferanten auszulagern und das Flugzeug nur noch selbst zusammen zu bauen. Als Boeing-Qualitätskontrolleure Probleme entdeckten, wurden sie vom Management zurückgepfiffen. «Der Zeitplan bedingt möglicherweise Abweichungen vom bevorzugten Prozess», heisst es in einem vertraulichen Memo, das Al Jazeera vorliegt.

Als der TV-Sender den Chef des 787-Programms mit den Anschuldigungen der eigenen Mitarbeiter konfrontiert, bricht der ebenfalls anwesende Kommunikationschef das Interview kurzerhand ab.

In einer Stellungnahme bestreitet das Unternehmen anschliessend sämtliche Vorwürfe und bezichtigt Al Jazeera, über die Stossrichtung des Beitrags gelogen zu haben. (kri)

Mehr zum Thema

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Mullah-Raketen reichen bis in die Schweiz – 5 wichtige Fragen zur Eskalation am Wochenende
Donald Trump stellte Teheran ein 48-Stunden-Ultimatum, um die wichtige Strasse von Hormus freizugeben. Ein Geschoss der Iraner sorgt derweil für Verunsicherung. Fünf Fragen und Antworten zur jüngsten Eskalation am Wochenende.
Donald Trump hat gedroht, sämtliche iranische Kraftwerke zu bombardieren, um die Öffnung der von Teheran blockierten Meerenge von Hormus zu erzwingen. Der Krieg steht vor einer weiteren Eskalation.
Zur Story