Burger-Boom trotz Trump-Hass? So will McDonald's in der Schweiz wachsen
1976 war das Jahr, in dem Jimmy Carter US-Präsident wurde, Steve Jobs und seine Kollegen Apple gründeten, «Rocky» in die Kinos kam und die Concorde ihren Flugbetrieb aufnahm. Auch in der Schweizer Gastronomie geschah Historisches: McDonald's eröffnete sein erstes Restaurant hierzulande, an der Rue du Mont-Blanc im Zentrum von Genf, mit gerade mal 8 Produkten im Menü. 3000 Leute kamen damals zur Eröffnung.
Inzwischen sind es 190 Standorte, die der US-Burger-Brater hierzulande zählt, wie Länderchefin Lara Skripitsky am Dienstag an einer Medienkonferenz in Zürich stolz verkündet. Im vergangenen Jahr sind sieben neue Standorte dazugekommen.
Dabei soll es nicht bleiben. Im laufenden Jubiläumsjahr sind laut der Kanadierin vier bis sechs weitere Filialen geplant. Mittelfristig sind 200 Standorte das Ziel. Die grosse Mehrheit davon ist schon heute von lokalen Unternehmerinnen und Unternehmern im sogenannten Franchising-System als Partner geführt. Sie bezahlen dem US-Konzern dabei eine Lizenzgebühr.
Umsatzzahlen nennt McDonald's für die Schweiz keine. Branchenkenner gehen derweil von über einer Milliarde Franken aus, die der US-Konzern hierzulande jährlich erwirtschaftet. Damit und mit seinen 8400 Angestellten ist McDonald's der grösste Gastronomiebetrieb in der Schweiz. Täglich besuchen 275'000 Gäste die Burger-Filialen. Auf Rang 2 folgt die Migros mit ihren Restaurants, die sich derzeit nicht im Expansionsmodus befinden.
Doch könnten Skripitskys Wachstumspläne von US-Präsident Donald Trump durchkreuzt werden? Schliesslich hat sich im Zuge seiner Wahl, seiner Unterstützung Israels im Krieg in Gaza und seines Angriffskriegs im Iran weltweit antiamerikanische Ressentiments hervorgerufen. Auch Anti-US-Konsumbewegungen wurden lanciert.
Kein Trump-Effekt
«Wir spüren keine antiamerikanische Haltung», sagt Skripitsky gegenüber CH Media. Sie erklärt sich dies damit, dass McDonald's 85 Prozent seiner Zutaten von Schweizer Partnern bezieht. So stammt der Käse beispielsweise vom Luzerner Milchverarbeiter Emmi und das Fleisch von der Coop-Tochter Bell. Dennoch stösst McDonald's lokal regelmässig auf Widerstand, wenn eine neue Filiale angekündigt wird.
«Stolz», so Skripitsky, sei man auf die Partnerschaft mit den SBB, die in vielen Bahnhöfen McDonald's als Mieter beherbergen. Der grösste Franchise-Nehmer von Burger King in der Schweiz, Nils Engel, hatte kürzlich gegenüber CH Media die Bundesbahnen allerdings kritisiert. Er sei von ihnen enttäuscht, sagte Engel. Es sei sein Eindruck, dass die SBB kein günstiges Fast-Food mehr wollten. «Bei den SBB ist Fast Food plötzlich verpönt.» Skripitsky äussert jedoch keine Kritik – obwohl der Presseanlass in einer neuen Filiale stattfand, gleich vis-à-vis des Zürcher Bahnhofs Enge, wo die SBB 2023 den McDonald's-Mietvertrag nach 20 Jahren beendet hatten.
In den vergangenen fünf Jahrzehnten wagte McDonald's hierzulande auch einige öffentlichkeitswirksame Innovationen. So gab es zeitweise einen McTrain in Zusammenarbeit mit den SBB, ein McPlane dank der Crossair und ein «Golden Arch»-Hotel in Rümlang ZH. Neue Projekte dieser Grösse verkündet Skripitsky jedoch nicht.
So viel kostete der Big Mac beim Start
Auch bezüglich möglicher Preiserhöhungen gibt sich die Managerin bedeckt. Lieber betont sie, dass die Fast-Food-Kette ihre Preise in den letzten 50 Jahren weniger stark erhöhte, als es die Inflation erwarten liesse. So kostete ein Big Mac – der beliebteste Burger der Schweizer Kundschaft – beim Start in Genf 4 Franken, heute sind es 7.10 Franken. Der Hamburger-Preis stieg in der gleichen Zeit von 1.70 auf 2.80 Franken.
Um diese Preise zu ermöglichen, versucht McDonald's die Kosten tief zu halten. So beträgt der Einstiegslohn in den Restaurants gemäss Landes-Gesamtarbeitsvertrag 3700 Franken, also rund 1000 Franken weniger als bei vielen Detailhändlern. Pro Restaurant sind im Durchschnitt 40 Mitarbeitende angestellt. (bzbasel.ch/nil)

