Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A flight attendant serves breakfast during the flight to Zurich, pictured on April 12, 2013, in an Airbus A319. The Airbus A319, an aircraft of Swiss International Air Lines, flies from Zurich to Oslo and back. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Eine Flugbegleiterin serviert im Flug nach Zuerich das Fruehstueck, aufgenommen am 12. April 2013 im Airbus A319. Der Airbus A319, ein Flugzeug der Schweizer Fluggesellschaft Swiss, fliegt von Zuerich nach Oslo und zurueck. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Zu gedrängt? Hier ist Platz für mehr Reihen, findet das Management der Swiss. Ab Herbst gibt es noch weniger Beinfreiheit. Bild: KEYSTONE

Personal unglücklich

Dünnere Sitze, weniger Platz – in den Swiss-Flugzeugen gibt's dicke Luft

Noch dünnere Sitze und noch weniger Platz in der Küche – für Passagiere und Besatzung wird es immer enger.



Ein Artikel der Aargauer Zeitung

Matthias Niklowitz / Aargauer Zeitung

Wer in der besten Reisesaison bei Städteausflügen gerne öffentliche Verkehrsmittel wie U- und S-Bahnen oder Stadtbusse benutzt, kann sich bald (auch) bei Swiss auf dem Fluge einstimmen: In die Flotte der kleinen Airbus-Flugzeuge der Typen A319, 320 und 321, die im Verkehr innerhalb Europas und für Nordafrika-Strecken gebraucht werden, sollen zusätzliche Sitzreihen eingebaut werden. Das Vorhaben unter der Bezeichnung «A320Max» ist eine der Massnahmen des Lufthansa-konzernweiten Sparprogramms «Score». 

«Es würde zu kurz greifen, die projektierten Massnahmen nur darauf zu reduzieren, dass mehr Sitze in den Flugzeugen platziert werden und die Abstände verringert würden», sagt eine Swiss-Sprecherin. «Es geht um weitreichendere Umrüstung auch zugunsten der Passagiere, unter anderen um technische Optimierungen, um die Grundfläche zu erhöhen.» 

Zu den weiteren Massnahmen äusserten sich Kabinenchefs: Airbus bastelt bereits an einem neuen, noch leichteren Sitz, der den bisherigen, der erst vor vier Jahren eingeführt worden war, ersetzen soll. Die vordere Bordküche soll auf die Hälfte verkleinert werden. Auch die zwei Schränke, die im vorderen Teil der Kabine die Küche von den Passagiersitzen trennen, sollen wegfallen. In diesen Schränken verstaut das fliegende Personal seine Mäntel und einen Teil des Catering-Zubehörs. 

Image und Realität

Und das wird dann den Passagieren insbesondere auf den längeren Strecken in Europa fehlen. «Mir ist völlig schleierhaft, wie sich unser Management das vorstellt, wenn wir mit einer winzig kleinen Bordküche auf den Strecken nach Moskau 40 oder 50 Business-Class-Passagiere betreuen sollen», kommentiert ein Kabinenchef das Vorhaben. Die Strecke nach Moskau ist zwar aufgrund der als anspruchsvoll geltenden Gäste beim fliegenden Personal unbeliebt, aber für die Swiss ist sie aufgrund des hohen Passagieranteils in der Business-Klasse einträglich. 

Auf das Personal kommt mehr Arbeit zu, wenn auf den hinteren Reihen innert einer Stunde zu dritt 170 Sandwiches und Getränke verteilt werden müssen. «Es kommen bei Swiss wie bei anderen Airlines mehr Sitze, aber das Personal bleibt gleich – und wird dann halt noch mehr rennen müssen», fasst der österreichische Luftfahrtspezialist Kurt Hofmann die Entwicklung zusammen. 

«Für uns sind die Verhältnisse am Arbeitsplatz wichtig», sagt Harry Kreienbühl, Vizepräsident des Kabinenpersonalverbandes Kapers. «Eine kleinere Galley bedeutet weniger Platz, was die Arbeitsabläufe erschwert. Und falls die Küche für den Rückflug ganz neu beladen werden muss, fällt eine wichtige kurze Pause weg, die das Personal zwischen den Flügen hatte.» 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Versicherung von Flugzeugen wird massiv teurer

Die Versicherung von Flugzeugen dürfte im neuen Jahr massiv teurer werden. Die Rückversicherungspreise in der Luftfahrt seien in der jährlichen Erneuerungsrunde um bis zu 250 Prozent nach oben geschnellt, berichtete der Versicherungsbroker Willis Re am Montag.

Die Gründe dafür seien zum einen die Folgen des Absturzes zweier Boeing-737-MAX-Maschinen vor zwei Jahren, zum anderen die coronabedingt massiven Reisebeschränkungen. Denn die Versicherer litten unter massiven Prämienverlusten, weil die …

Artikel lesen
Link zum Artikel