Wirtschaft
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Cabriolet auf dem Parkplatz des Regionalen Occasionscenters ROC in Sihlbrugg im Kanton Zug, Schweiz, aufgenommen am 27. Mai 2009. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ein Auto steht fürs Leasing bereit. Bild: KEYSTONE

Untersuchungen eingeleitet

Trotz möglicher Preisabsprachen von Autoleasing-Unternehmen rät die Weko: «Bezahlen Sie Ihre Raten gemäss Vertrag weiter!»

Der Verdacht auf Preisabsprachen bei Leasing-Verträgen erschüttert die Auto-Branche. Hausdurchsungen wurden vorgenommen, die Untersuchung läuft. Welche Fahrzeugtypen betroffen sein könnten, ist noch unklar.

15.07.14, 07:55 15.07.14, 12:18

Schweizer Autoleasing-Firmen stehen unter Verdacht, regelmässig die Preise abgesprochen haben. Die Wettbewerbskommission (Weko) hat bei Finanzdienstleistern von Autoimporteuren und Herstellerkonzernen entsprechende Untersuchungen eingeleitet. 

Darunter finden sich etwa die Finanzdienstleister der Autoimporteure Amag und Emil Frey, wie die Weko am Dienstag mitteilte. Daneben seien aber auch Firmen der Hersteller BMW, Fiat, Ford, General Motors, Mercedes-Benz, PSA und Renault betroffen. Bei den betroffenen Unternehmen seien Hausdurchsuchungen durchgeführt worden.

Welche Segmente oder Auto-Typen konkret betroffen sein könnten, ist bisher unbekannt: «Unsere Untersuchen stehen noch ganz am Anfang und sind sehr breit gefasst», erklärt der Vizedirektor der Weko, Olivier Schaller, gegenüber watson.

Kunden sollen Untersuchungen abwarten

Die betroffenen Unternehmen hätten möglicherweise sensible Informationen betreffend Zinssätzen sowie Vertrags- und Händlerkommissionen ausgetauscht. Ob sich die Absprachen auf den Preis, den der Kunde schlussendlich zahlen muss, ausgewirkt haben könnten, ist gemäss Schaller bisher unbekannt. Die genauen Effekte der Absprachen müssten erst noch untersucht werden.

Bei der Weko gehen nun zahlreiche Mails und Anrufe von Kunden ein, die wissen wollen, ob sie von dem Fall betroffen sind und wie sie sich verhalten sollen. «Wir raten den Leasing-Kunden, ihre Raten weiter gemäss Vertrag zu bezahlen und unsere Untersuchungen abzuwarten», so Schaller. Bis die Abklärungen abgeschlossen seien, dauere es erfahrungsgemäss rund eineinhalb Jahre.

Je nach Ergebnis kann die Weko eine Busse verhängen, die maximal 10 Prozent des Umsatzes aus den letzten drei Jahren auf dem relevanten Markt entspricht, erklärt Schaller. Was genau der relevante Markt ist – ob beispielsweise nur Privatkunden oder aber der gesamte Leasingmarkt – ist ebenfalls ein Bestandteil der laufenden Untersuchungen. 

7 Milliarden Jahresumsatz beim Auto-Leasing

Dass Leasing-Firmen im Fokus der Wettbewerbshüter stehen ist neu: «Bisher war Leasing kaum ein Thema bei der Weko», sagte Weko-Direktor Rafael Corazza auf sda-Anfrage. 

Die Tragweite sei aber gross, denn die Finanzierung von Autos mittels Leasing sei in der Schweiz ein bedeutendes Geschäft, sagte Corazza weiter. Der Jahresumsatz lag 2013 beim Leasing von Autos und Lastwagen bei über 7 Mrd. Franken, wie Zahlen des Schweizerischen Leasingverbandes zeigen. Allein bei den Personenwagen wurden im letzten Jahr fast 200'000 Neuabschlüsse unterzeichnet.

Alle betroffenen Unternehmen:

Amag Leasing AG, BMW Finanzdienstleistungen (Schweiz) AG, Fidis Finance (Schweiz) SA, Ford Credit (Switzerland) GmbH, GMAC Suisse SA, Mercedes-Benz Financial Services Schweiz AG, Multilease AG, PSA Finance Suisse SA und RCI Finance SA.

Mit Material der sda



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