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Swatch kämpft um seine SMI-Mitgliedschaft – Logitech macht Druck



epa06602852 Nick Hayek, CEO Swatch Group, President of the Swatch Group Executive Management Board speaks during a press conference of the year 2017 final results of Swiss watch company Swatch Group, in Biel, Switzerland, 14 March 2018. Swatch Group reported net sales for 2017 of 7.960 billion CHF, an increase of 5,4 per cent and net income of 755 million CHF, an increase of 27.3 per cent from previous year's 593 million CHF.  EPA/ANTHONY ANEX

Swatch-Chef Nick Hayek. Bild: EPA/KEYSTONE

Alle Jahre wieder stellt sich die gleiche Frage: Welche Aktie darf im September möglicherweise in den prestigeträchtigen Swiss Market Index (SMI) und welche fliegt raus? Als heisse SMI-Kandidatin gilt die Mäuseherstellerin Logitech.

In der obersten Börsenliga Platz machen müssten nach dem aktuellen Stand der Dinge die Inhaberaktien von Swatch. Damit würde der Uhrenkonzern nach 23 Jahren aus dem wichtigsten Schweizer Aktienindex fliegen.

Definitiv entschieden ist das Rennen aber noch nicht. Mit einem Endspurt könnte Swatch den Kelch weiterreichen - am ehesten an den Warenprüfkonzern SGS. Doch dafür müsste sich Swatch in den nächsten zwei Wochen noch arg strecken.

Die so genannte ordentliche Indexüberprüfung der Schweizer Börse SIX findet jeweils zur Jahresmitte statt und tritt im September in Kraft. Anfang Juli wird kommuniziert, was sich allenfalls bei SMI, Swiss Leader Index (SLI) oder SMI Mid (SMIM) verändert.

Die unangefochtenen Schwergewichte bleiben aber der Nahrungsmittelriese Nestlé sowie die beiden Pharmakonzerne Novartis und Roche. Ihre Marktkapitalisierung macht zusammen mehr als die Hälfte des SMI aus; sie geben dem Leitindex somit seinen defensiven Charakter.

Börsenwert und Handel

Der Schweizer Leitindex SMI besteht aus den 20 grössten und liquidesten Titeln. Welche Wertpapiere darin enthalten sind, wird anhand der durchschnittlichen Marktkapitalisierung und dem jährlichen Handelsvolumen berechnet. Massgeblich ist der Zeitraum vom 1. Juli bis zum 30. Juni. Wer zu den ersten 20 gehört, darf sich SMI-Mitglied nennen.

Für eine Neuaufnahme in einen Index reicht es aber nicht, es unter die Top 20 zu schaffen. Um zu häufige Wechsel zu vermeiden, gibt die SIX einen Toleranzbereich vor. Erst wenn ein Nicht-SMI-Titel auf Rang 18 vorrückt, kann er aufsteigen. Umgekehrt gilt dies für das Herausfallen: Ein SMI-Titel scheidet erst dann aus dem Index, wenn er mindestens bis auf Platz 23 abgerutscht ist.

Die Aktien-Rangliste wird quartalsweise berechnet. Und Ende März hatte Logitech den Platz 16 erreicht, der bequem zum Aufstieg in den SMI reicht. Ein SMI-Valor wird also weichen müssen, egal auf welchem Platz er liegt. Denn Logitech liegt so gut im Rennen, dass der «SMI-Schutz» nicht mehr zählt.

Swatch gegen SGS

Die schlechtesten Karten hatte Ende März Swatch auf Rang 24. Die Papiere wurden nach hinten durchgereicht, weil sie im Coronajahr eine vergleichsweise schwache Kursperformance an der Tag gelegt haben und der Aufschwung erst ab April so richtig einsetzte.

Um dem Abstieg zu entgehen, müsste Swatch also zwischen April und Juni einen anderen SMI-Titel überholen. In Frage kommen dafür Swiss Life, Swisscom und SGS auf den Plätzen 18 bis 20. Die drei Aktien haben in der Zeit kursmässig keine grossen Stricke zerrissen oder gar stagniert.

Swatch hingegen haben ihre Erholungsrally nach Corona relativ spät angefangen, dafür ist sie aber noch im Gange. Mit einem Kursplus von 19 Prozent seit Ende März haben sie in der Periode auch den SMI (+8%) deutlich abgehängt. Aber das reicht wohl noch nicht. Um im SMI zu bleiben, müsste Swatch auch bei Handelsvolumen im letzten Beobachtungsquartal eine deutliche Überperformance zeigen.

Die Handelsvolumen sind bei Swatch zwar historisch immer höher als bei der Konkurrenz. Eine Auswertung von AWP ergibt aber: Im Vergleich zum relativ regen Handel im Frühjahr 2020 während Corona hat SGS etwas mehr als 40 Prozent an Handelsvolumen eingebüsst, Swatch sogar fast 50 Prozent. Es wird also sehr knapp.

Mehr als Prestige

Die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Index ist viel mehr als einfach eine Frage des Prestiges. Vor allem der SMI wird weithin als Vergleichsmarke für Anlagen herangezogen. Auch gibt es Fondsprodukte, die einen Index nachahmen.

Zudem dürfen viele institutionelle Anleger nur in Titel investieren, die in bestimmten Indices vertreten sind. Daher kann es, sobald eine Änderung im SMI bekannt wird oder Spekulationen darüber aufflammen, zu unerwarteten Kursbewegungen in einzelnen Aktientiteln kommen. (aeg/sda/awp)

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quelle: ap/ap / eric risberg
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