Wirtschaft
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Erste Stadler-Daten von Hackern veröffentlicht

Im Fall des Hackerangriffs auf Stadler Rail sind neue Details bekannt geworden. Die Erpresser verlangen viel Geld, der Zugbauer will aber nicht zahlen.



Peter Spuhler kauft der deutschen RAG-Stiftung einen Teil ihrer Stadler Rail-Aktien ab und baut sein Engagement beim Zughersteller damit noch weiter aus. (Archivbild)

Der CEO von Stadler Rail, Peter Spuhler, gibt der Erpressung und Lösegeldforderung von sechs Millionen Dollar nicht nach. Bild: KEYSTONE

Beim Anfang Mai bekannt geworden Angriff wurden Dokumente gestohlen, die nun teilweise im Internet veröffentlicht wurden. Wie die Tamedia-Zeitungen als erstes online berichteten, zeigen Bilder auf einem anonymen Twitterprofil Filenamen von verschiedenen Stadler-Dokumenten, teils älteren Datums.

Bei den veröffentlichten Dokumenten handle es sich «um vertrauliche Dokumente und Daten, die mittels krimineller Machenschaften von Stadler gestohlen wurden», bestätigte Unternehmenssprecher Petrosino auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Das Twitterprofil wurde erst kürzlich, im Mai 2020, erstellt und veröffentlichte unter anderem gehackte Dateien von Stadler Rail. zwitter@ransomleaks

Laut dem Absender des Tweets ist eine weitere Veröffentlichung von Daten geplant, sollte Stadler nicht auf die Forderungen der Täter eingehen. Die Hacker wollen Stadler zur Zahlung von 6 Millionen Dollar in Form von Bitcoins drängen. Stadler sei aber weder jetzt noch zu einem früheren Zeitpunkt bereit gewesen, Zahlungen an die Erpresser zu leisten und habe keine Verhandlungen mit den Erpressern aufgenommen, sagte Petrosino.

Strafrechtliche Schritte

Stadler habe strafrechtliche Schritte eingeleitet und kooperiere mit den zuständigen Behörden, so Petrosino weiter. «Die Veröffentlichung und die Nutzung dieser Daten sind illegal, unterstützen die kriminelle Täterschaft und fördern die stetige Zunahme von weiteren Cyberangriffen jeglicher Art.»

Interne Überwachungsdienste von Stadler haben den Angriff Anfang Mai festgestellt. Damals hiess es, man habe umgehend Sicherheitsmassnahmen eingeleitet und unter anderem externe Spezialisten beigezogen.

«Unsere Backup-Daten waren von Anfang an vollständig und funktionsfähig», sagte Petrosino. Die Weiterführung der Produktion und der Service-Dienstleistungen seien aber jederzeit gewährleistet gewesen. (sda/awp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Cubebyte 31.05.2020 10:38
    Highlight Highlight Auch wenn sie zahlen würden, werden die Daten weitergegeben bzw. veröffentlich.
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 29.05.2020 20:43
    Highlight Highlight Gute Reaktion von Stadler
  • Merfen-Orange 29.05.2020 17:01
    Highlight Highlight Bin ein KMU. Seit wir vor 8 Jahren umgestellt haben auf Office365 haben wir auch keine Probleme mehr. Ich hatte wirklich genug von selbstgebastelten Firewalls und nicht funktionierenden Spamfilter von hochbezahlten Leuten die meinen, sie verstehen IT. Hab ein Sicherheitskonzept erstellt und alles rausgeschmissen inkl. Mailserver und Host. Heute melden sich alle Geräte in der Cloud an. Jedes ist verschlüsselt. Sollte ein Gerät gehackt werden, wird es einfach neu aufgesetzt. Alle Daten befinden sich mehrfach in der Cloud!! Alle Mitarbeiter werden permanent auf Gefahren sensibilisiert.
    • Skip Bo 30.05.2020 07:29
      Highlight Highlight Sind die Blitze von Hackern?
      Oder hat das beschriebene Konzept Mängel?
    • WhyThis 30.05.2020 10:03
      Highlight Highlight Nein, die Blitze sind nicht von Hackern aber ist kein eigentlicher Beitrag, sondern einfach Microsoft Werbung. Das Konzept ist zwar ok weil Microsoft sicher viel in Security investiert aber es gibt auch andere Lösungen.
    • ursus3000 30.05.2020 10:41
      Highlight Highlight @ Skip Bo Ein Industriebetrieb mit ein paar 1000 Mitarbeitern und Standorten weltweit ist mehr als Office 365 Und das ist kein Konzept sondern ein Elaborat , sonst wärt ihr ja voll IT Spezialisten und müsstet nicht Kommentare schreiben
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