DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Onlinehändler Zalando setzt Schweizer Detailhandel unter Druck

07.01.2020, 09:1807.01.2020, 09:22
Legt stark zu: Zalando.
Legt stark zu: Zalando.Bild: AP

Den Schweizer Detailhändlern macht die Konkurrenz aus dem Onlinehandel und dem Ausland zu schaffen. Trotzdem blieb 2019 der Umsatz stabil und der Personalabbau konnte unter dem Strich gestoppt werden. Weiter abwärts ging es aber im Schuh- und Kleiderhandel.

Insgesamt verharrten die Umsätze im hiesigen Detailhandel 2019 auf Vorjahresniveau. Die Konkurrenz aus dem Ausland erstarkte, zugleich hatten die Leute unter dem Strich nicht mehr Geld als im Vorjahr zur Verfügung.

Einzig das Bevölkerungswachstum habe den stationären Detailhandel gestützt, teilte die Credit Suisse am Dienstag mit. Gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Fuhrer & Hotz veröffentlichte die Grossbank die neueste Ausgabe ihrer jährlichen Detailhandels-Studie «Retail Outlook».

Einbussen beim Modegeschäft

Dabei stieg der Umsatz im Lebensmittelbereich um ein halbes Prozent, während das Non-Food-Geschäft um 0.3 Prozent schrumpfte. Insbesondere im Bekleidungshandel ging es weiter bergab, die Umsatzeinbusse belief sich dort auf 4.5 Prozent.

Zalando löscht Bilder von zu mageren Models

1 / 9
Zalando löscht Bilder von zu mageren Models
quelle: screenshot zalando / screenshot zalando
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Nach wie vor verlor der stationäre Bekleidungshandel Marktanteile an den Onlinehandel, insbesondere an Platzhirsch Zalando. Im letzten Jahr dürfte der Onlineriese aus Berlin seine Umsätze in der Schweiz um etwa 7 Prozent auf rund 900 Millionen Franken gesteigert haben, schätzt die CS. Zalando selbst gibt keine separaten Umsätze für die Schweiz bekannt.

Abwärtstrend beim Personal gestoppt

In anderen Segmenten hingegen sah es für die Schweizer Händler deutlich besser aus, so im Geschäft mit Pflegeprodukten und Gesundheit (+1.9%), dem Bereich Do-It-Yourself, Garten und Autozubehör (+1.5%) sowie dem Segment Freizeit (+3.1%). Auch mit Heimelektronik setzten Detailhändler 1.4 Prozent mehr um.

In einer von Fuhrer & Hotz durchgeführten Befragung unter 200 Entscheidungsträgern bei Händlern und Herstellern gab ausserdem mit 61 Prozent eine klare Mehrheit an, die eigenen Erlösziele erreicht zu haben.

So würde Online-Shopping im «Real Life» aussehen

Video: watson/Linda Beciri

So konnte auch die Schrumpfkur beim Personal gestoppt werden. Seit 2015 schrumpfte die Zahl der in Vollzeit gerechneten Beschäftigten im Detailhandel jedes Jahr. Nun sei im Jahr 2019 der Abwärtstrend endlich zu einem Stillstand gekommen und die Beschäftigtenzahlen hätten in etwa auf dem Vorjahresniveau verharrt, hiess es in der Studie.

Leichtes Umsatzplus 2020 erwartet

Auch für 2020 zeigten sich die Befragten optimistisch: 70 Prozent der Entscheidungsträger gehen von einer - meist moderaten - Umsatzsteigerung aus. Nur 14 Prozent erwarten sinkende Erlöse.

Bild: KEYSTONE

Rückenwind für den Detailhandel kommt dabei aus einer unerwarteten Ecke: Die Krankenkassenprämien stiegen verhältnismässig gering an. Der Anstieg betrage für die durchschnittliche Prämie nur 0.2 Prozent, während die allgemeine Teuerung durchschnittlich bei 0.3 Prozent liegen dürfte, schrieben die CS-Ökonomen. Die Löhne dürften dafür 2020 um 0.7 Prozent zulegen.

In der Summe sollten damit die Schweizer Konsumenten mehr Geld zum Ausgeben haben. Die CS rechnet deshalb damit, dass dem Detailhandel 2020 ein leichter Umsatzzuwachs von 0.4 Prozent gelingt. (aeg/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Runter mit den Preisen! Produkte, die jetzt billiger werden müssten.

1 / 26
Runter mit den Preisen! Produkte, die jetzt billiger werden müssten.
quelle: ap / amy sancetta
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Die Schweizer lieben Online-Shopping während der Arbeitszeit

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

24 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Streuner
07.01.2020 11:38registriert September 2018
Noch vor 2 Jahren bin ich als Mann verzweifelt und LANGE in div. Kleidergeschäften rumgerannt um etwas passendes, erschwingliches, qualitatives und schönes zu finden. Resultat? Fehlanzeige, sprich Frustration. Angebot für Damen? Wie auf einem Todestern. Angebot Männer hat im X wing platz. Und mit Garantie nie in der passenden Grösse usw. Moral der Geschicht: Online geschaut, Grösse gefunden, genau das was ich möchte und erst noch preislich ok. Hallelujah. Der Handel muss sich umorientieren, sprich die Zeiten ändern sich. Die Post bringts, so ist die Autofahrt in die Stadt auch gespart.
397
Melden
Zum Kommentar
avatar
Kiro Striked
07.01.2020 10:00registriert August 2019
Mir geht es beim Kleider Einkaufen leider so:

Schweizer laden:
Preisschild CHF 40.00
Onlineladen des GLEICHEN Shops:
Preis CHF 25.00
Deutschland Gleicher Laden:
Preisschild € 9.99
Onlineladen Deutschland Gleicher Shop:
Preis € 7.99

Und solange sich dies nicht ändert, bin ich nicht gewillt für "Made in Asia" Kleidung so viel MEHR Geld auszugeben. Was ja das Meiste eh ist, egal wo gekauft. Wenns Lokal Produziert ist, mache ich eine Ausnahme.

Zalando Nutze ich aber auch nicht, weil mich stört, dass die Preise in die Schweiz einfach verdoppelt werden (DE: 25€ Schweiz: CHF 50).
5323
Melden
Zum Kommentar
avatar
Nick Name
07.01.2020 09:43registriert Juli 2014
Ein Grund mehr, eines der wichtigsten Gebote deiner Garderobe zu wiederholen:

Du sollst nicht bei Zalando kaufen.
7952
Melden
Zum Kommentar
24
Justin Timberlake verkauft seine Musikrechte für 100 Millionen Dollar

Popstar Justin Timberlake (41) hat die Rechte an seiner Musik an die Firma Hipgnosis Song Management verkauft. Der Deal umfasse die Gesamtrechte an Timberlakes bisherigem Werk, teilte die Firma am Freitag mit.

Zur Story