Wirtschaft
watson-Leser empfehlen

8 Superreiche besitzen so viel wie die halbe Menschheit

Jeff Bezos, founder and CEO of Amazon, poses as he stands on a supply truck during a photo opportunity at the premises of a shopping mall in the southern Indian city of Bangalore September 28, 2014. R ...
Amazon-Gründer Jeff Bezos: Sein Vermögen wird aktuell auf 45.2 Mia. Dollar geschätzt.  Bild: STRINGER/INDIA/REUTERS

Gigantische Ungleichheit: Diese 8 Männer besitzen mehr Geld als die halbe Menschheit

Die Schere zwischen Arm und Reich geht auseinander, das ist nichts Neues. Eine Studie der Hilfsorganisation Oxfam zeigt nun jedoch, welch gigantische Dimension die Ungleichheit angenommen hat.
16.01.2017, 01:0117.01.2017, 10:11
Mehr «Wirtschaft»

Die acht reichsten Männer besitzen zusammen mehr Geld als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Das geht aus einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam hervor. Die weltweite soziale Ungleichheit ist demnach grösser als angenommen.

Bill Gates, Amancio Ortega, Warren Buffett, Carlos Slim Helu, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg, Larry Ellison und Michael Bloomberg: Sie besassen im vergangenen Jahr 426 Milliarden Dollar – 3,6 Milliarden Menschen kamen dagegen zusammen auf lediglich 409 Milliarden Dollar, wie Oxfam am Montag zum Auftakt des WEF in Davos schreibt.

Die 8 reichsten Männer der Welt

1 / 10
Die 8 reichsten Männer der Welt
Platz 8, Name: Michael Bloomberg, Herkunft: USA, Vermögen: 40 Milliarden Dollar, Unternehmen: Bloomberg LP (Limited Partnership), Branche: IT (Informationstechnologie), Medien
quelle: epa/epa files / christophe petit tesson
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Vor einem Jahr hatte die Organisation noch vorgerechnet, das Verhältnis liege bei 62 Personen, deren Vermögen jenem der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung entspreche. Neue Vermögensdaten, insbesondere aus China und Indien, würden nun aber zeigen, dass die Ärmeren deutlich weniger Vermögen besitzen als bislang angenommen. So wären es damals bloss neun Milliardäre gewesen, die das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung aufwogen.

Kritik an Profitmaximierung für Aktionäre

Diese Entwicklung hängt laut der Organisation mit Möglichkeiten reicher Menschen und internationaler Konzerne zusammen, sich «Vorteile auf Kosten des Allgemeinwohls zu verschaffen». Dies gelinge etwa durch aggressive Steuervermeidungstechniken oder die Nutzung von Steueroasen und treibe Staaten in einen «ruinösen Wettlauf um Niedrigsteuersätze».

Die zehn grössten Konzerne hätten im vergangenen Jahr mehr Einnahmen erzielt als 180 Staaten zusammen. Oxfam kritisiert weiter die Tendenz bei Unternehmen, Gewinne für Aktionäre zu maximieren. Seien in Grossbritannien 1970 noch 10 Prozent der Gewinne an Anteilseigner ausgeschüttet worden, stehe die Zahl heute bei 70 Prozent. Das funktioniere besonders für die Reichen, da die Mehrheit der Aktionäre zu den Wohlhabendsten der Gesellschaft zählten.

Mark Zuckerberg gestures while addressing the audience during a meeting of the APEC (Asia-Pacific Economic Cooperation) CEO Summit in Lima, Peru, November 19, 2016. REUTERS/Mariana Bazo/File Photo
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: Sein Vermögen wird aktuell auf 44.6 Mia. Dollar geschätzt.Bild: MARIANA BAZO/REUTERS

«Feinde einer solidarischen Gesellschaft»

Der wachsende Graben beschädige den sozialen Zusammenhalt, behindere den Kampf gegen Armut und untergrabe den Glauben an die Demokratie, warnt die Organisation. «So bereitet Ungleichheit den Boden für Rechtspopulisten und andere Feinde einer solidarischen Gesellschaft», heisst es in dem Bericht.

Oxfam fordert einen weltweiten Mindeststeuersatz für Konzerne, die Schliessung von Steueroasen, Transparenz bei Gewinnen und Steuerzahlungen internationaler Konzerne sowie Steuern auf sehr hohe Einkommen und Vermögen. Die Regierungen müssten «für die 99 Prozent» arbeiten.

Die neusten Daten beruhen auf dem Credit Suisse Global Wealth Databook 2016 und der aktuellen Forbes-Milliardärsliste. (cma/sda)

Diesen 62 Superreichen gehört so viel wie der halben Welt

1 / 64
Diesen 62 Superreichen gehört so viel wie der halben Welt
Rang 61 (dieser Rang ist doppelt belegt, darum fehlt Rang 62): Charles Ergen (Satellitenbetreiber). Vermögen: 13,9 Milliarden US-Dollar.
quelle: x02844 / andrew kelly
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
157 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Charlie Brown
16.01.2017 05:33registriert August 2014
Das erste Element unter dem Lead dieses Artikels ist der like-button von fb. Damit helfen wir alle mit, einen der 8 täglich noch ein wenig reicher zu machen.

Nimmt mich wunder, wie viele ihrem Unmut Luft machen, in dem sie den Artikel auf fb teilen...
814
Melden
Zum Kommentar
avatar
Toerpe Zwerg
16.01.2017 07:40registriert Februar 2014
Es ist einigermassen Sinnlos, anhand der Milliardäre die Ungleichverteilung und die Dividendenausschüttung anzuprangern. Alle die hyperreichen wurden nicht durch Einkommen, sondern durch Wertsteigerungen ihrer Unternehmen hyperreich. Würde man sie enteignen und das Vermögen den armen 50% geben, flösse es augenblickling in den Konsum und an die Unternehmen zurück.

Das Problem liegt eine Schicht darunter. Es ist alleine durch Arbeitsleistung kaum mehr möglich, zu Vermögen zu kommen und umgekehrt nur mit bösem Willen möglich ein grösseres Vermögen loszuwerden.
8211
Melden
Zum Kommentar
avatar
Yolo
16.01.2017 06:16registriert Mai 2015
Und mit der USR III werden neue Geschenke an die Wohlhabenden (Firmenbesitzer & Aktionäre) gewährt...
8224
Melden
Zum Kommentar
157
SVP-Nationalrat Thomas Burgherr legt seinen Lohnausweis offen

Der SVP-Nationalrat Thomas Burgherr fordert eine Überprüfung der Privilegien der Bundesräte und Bundesrätinnen. Seine Begründung: Sie seien nicht mehr zeitgemäss. Er schreibt in seiner Motion, dass die Privilegien grosses Unverständnis auslösen würden in der Bevölkerung und Wirtschaft. Deshalb diskutiert das Parlament heute genau diese Motion.

Zur Story