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Die Silhouette eines Suchflugzeugs der neuseeländischen Luftwaffe.
Die Silhouette eines Suchflugzeugs der neuseeländischen Luftwaffe.
Bild: AP

Verschollen – was mit Flug MH370 wirklich geschah

Der Absturz der Malaysia-Airlines-Maschine mit 239 Menschen an Bord gilt offiziell als ungeklärt. Ein Journalist und Pilot hat nachrecherchiert.
22.06.2019, 17:2325.05.2020, 17:15

Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-Zeitschrift The Atlantic veröffentlicht in ihrer Juli-Ausgabe einen lesenswerten Artikel zum Absturz von Flug MH370. Titel: «What Really Happened to Malaysia’s Missing Airplane».
  • Verfasser ist der renommierte amerikanische Journalist, Buchautor und Berufspilot William Langewiesche.
  • Mehr als fünf Jahre nach der Katastrophe gilt die Absturzursache von MH370 offiziell als ungeklärt.
  • Am 8. März 2014 war die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord verschwunden und nach über sechs Stunden in den Indischen Ozean gestürzt.
  • Es gibt keine Hinweise auf eine Flugzeugentführung, ein technisches Problem, Sabotage oder sonst eine Dritteinwirkung, während die Maschine in der Luft war.
  • Hingegen verdichteten sich die Hinweise auf einen Amoklauf und erweiterten Suizid des Flugkapitäns.
  • Laut Recherchen von Langewiesche wissen Beamte in Malaysia mehr, als sie öffentlich zu sagen wagen. Und sicher mehr, als im Untersuchungsbericht steht.
«Der Cockpit-Voice-Recorder und der Flugdatenschreiber werden wohl nie gefunden. Aber was wir noch wissen müssen, kommt wahrscheinlich nicht aus der Blackbox.»
William Langewiesche, The Atlantic
Ein Marinetaucher hält im April 2014 im Indischen Ozean nach Wrackteilen Ausschau, im Hintergrund das australische Arbeitsschiff Ocean Shield.
Ein Marinetaucher hält im April 2014 im Indischen Ozean nach Wrackteilen Ausschau, im Hintergrund das australische Arbeitsschiff Ocean Shield.
archivBild: Ap

The Point Of No Return

Es war ein Nachtflug. Und die ersten rund eineinhalb Stunden lief an Bord wohl alles ganz normal ab. Jedenfalls lagen keine Hinweise vor, dass etwas nicht stimmte.

Die Rede ist von Flug MH370, der wohl mysteriösesten Katastrophe in der Geschichte der zivilen Luftfahrt.

Nach dem Start in Kuala Lumpur flog Fariq Hamid, der erste Offizier, die Maschine. Er war 27. Dies war ein Trainingsflug für ihn, der letzte; er sollte bald zertifiziert werden.

Sein «Coach» und der zweite Mann im Cockpit war Zaharie Ahmad Shah, der leitende Pilot. Er war mit 53 Jahren einer der ältesten Flugkapitäne von Malaysia Airlines.

In der Kabine: 10 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter, allesamt Malaysier. Sie waren emsig damit beschäftigt, die 227 Passagiere zu versorgen, darunter fünf Kinder.

  • Im Funkverkehr, den der Kapitän nach dem Start mit der Flugsicherung führte, gab es kleinere Auffälligkeiten. So meldete Zaharie das Erreichen der planmässigen Flughöhe, was nicht dem üblichen Vorgehen entsprach.
  • Der letzte Funkkontakt fand kurz nach 1 Uhr nachts statt. Auf einen Funkspruch aus Kuala Lumpur antwortete Zaharie: «Good night. Malaysian three-seven-zero.» Das heisst, der erfahrene Pilot wiederholte nicht – wie es üblich wäre –, die vom Tower vorgegebene Funkfrequenz.
  • Dann, fünf Sekunden nachdem MH370 in den vietnamesischen Luftraum gelangte, verschwand auf den Bildschirmen der malaysischen Flugsicherung das Symbol für das Transponder-Signal, und 37 Sekunden später war die ganze Maschine vom Sekundärradar verschwunden.
  • Der Fluglotse in Kuala Lumpur beschäftigte sich zu dem Zeitpunkt mit anderem und bemerkte es nicht. Und der Fluglotse in Ho Chi Minh, der hätte übernehmen sollen, schlug nicht Alarm, sondern versuchte stattdessen während längerer Zeit, das Cockpit per Funk zu erreichen.

Die letzten Stunden

Was an Bord von MH370 geschah, ist nicht überliefert. Elektronische Signale liefern Hinweise.
Was an Bord von MH370 geschah, ist nicht überliefert. Elektronische Signale liefern Hinweise.
Bild: EPA

Wie Langewiesche schreibt, kann nun mit Sicherheit viel über das Schicksal von MH370 gesagt werden, und zwar:

  • Das Verschwinden war eine vorsätzliche Handlung.
  • Es sei unvorstellbar, dass die zurückgelegte Flugroute durch eine Kombination aus Computer-Systemausfall und menschlichem Versagen verursacht wurde.
  • Die Auswertung elektronischer Signale war aufschlussreich. Der Doppler-Effekt lieferte Anhaltspunkte zum Gebiet, das die Maschine mutmasslich überflog.
  • Das automatische Zustandserfassungssystem des Flugzeugs funktionierte nach dem Abweichen von der planmässigen Route wie gewohnt. Das heisst, es wurden im 30-Minuten-Rhythmus Aktualisierungen per Satellit an die Wartungsabteilung der Fluggesellschaft übermittelt: Die Berichte über Kraftstoffstand, Höhe, Geschwindigkeit und geografische Position zeigten keine Anomalien.
  • Entgegen entsprechenden Theorieren, die kursierten, könne ausgeschlossen werden, dass jemand Drittes die Kontrolle über das Flugzeug übernommen habe. Auch nicht von einem Bereich unter der vorderen Bordküche aus, in dem wichtige Bordelektronik zu finden war.
«Computerstörung, Zusammenbruch des Steuerungssystems, eine Sturmfront, Eis, Blitzschlag, Vogelschlag, Meteorit, Vulkanasche, mechanisches Versagen, Sensorversagen, Instrumentenversagen, Funkausfall, elektrisches Versagen, Feuer, Rauch, explosive Dekompression, Ladungsexplosion, Pilotenverwirrung, medizinischer Notfall, Bombe, Krieg oder höhere Gewalt – nichts davon kann den Flugweg erklären.»
William Langewiesche, The Atlantic
  • Die Kontrolle wurde aus dem Cockpit heraus übernommen. Dies geschah in der 20-minütigen Zeitspanne von 01:01 Uhr, als das Flugzeug bei 35'000 Fuss nivellierte, bis 01:21 Uhr, als es vom Sekundärradar verschwand.
  • Primärradar-Aufzeichnungen – sowohl militärische als auch zivile – zeigten an, dass derjenige, der die MH370 flog, den Autopiloten ausgeschaltet haben muss. Die Kurve, die das Flugzeug etwas später nach Südwesten machte, war so eng, dass sie von Hand geflogen werden musste.
  • Die Umstände deuten darauf hin, dass derjenige, der im Cockpit am Steuern war, absichtlich einen Druckabfall im Flugzeug auslöste. Etwa zur gleichen Zeit wurde die gesamte elektrische Anlage absichtlich abgeschaltet.

Kleiner Trost für die Angehörigen: Die Menschen in der Kabine dürften nach dem Druckabfall auf einer Flughöhe von mehr als 10'000 Metern nicht lange gelitten haben ...

«Die Kabineninsassen wären innert weniger Minuten bewegungsunfähig geworden, sie hätten das Bewusstsein verloren und wären sanft gestorben – ohne nach Luft zu schnappen oder zu ersticken. Die Szenerie wäre von den Notlichtern schwach beleuchtet worden, die Toten in ihren Sitzen angeschnallt, mit den Gesichtern in den wertlosen Sauerstoffmasken, die an Schläuchen von der Decke baumelten.»
William Langewiesche, The Atlantic

Dann herrschte Stille – und im Cockpit sass wohl nur noch ein Mann ...

MH370 flog Stunden lang aufs Meer hinaus, bis der Treibstoff ausging ...
MH370 flog Stunden lang aufs Meer hinaus, bis der Treibstoff ausging ...
Bild: EPA
  • Die Analyse von Satelliten-Daten ergab, dass sich das Flugzeug in der letzten Phase – nach über sechs Stunden stabilem Flug – steil nach unten bewegte. Dabei war die Sinkgeschwindigkeit bis zu fünfmal grösser als üblich.
  • Ausgehend von den elektronischen Beweisen war es kein kontrollierter Versuch einer Wasserlandung. Das Flugzeug muss beim Aufprall in eine Million Teile zerfallen sein.
  • Davon zeugten später auch Trümmerteile, die an Stränden in und vor Afrika angespült wurden.
  • Der Amerikaner Blaine Gibson hat sich die Suche nach angespülten Wrackteilen zur Lebensaufgabe gemacht. Er hat Einheimischen auch Geld bezahlt für Funde.
  • Dank dem Globetrotter und früheren Anwalt wurden nebst Trümmern ein paar Rucksäcke und eine grosse Anzahl von Geldbörsen gesichert, die allesamt leer waren.

Was von MH370 übrig blieb ...

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Flug MH370 – Funde am Strand
quelle: epa blaine alan gibson / blaine alan gibson / handout
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Langewiesche hat sich mit Blaine Gibson getroffen, um über dessen unermüdliche Suche nach Wrackteilen an weit auseinander liegenden Stränden zu sprechen. Er habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er dereinst noch einen wertvollen Hinweis auf das Schicksal der Menschen an Bord finde.

Doch:

«Die wichtigen Antworten liegen wahrscheinlich nicht im Meer, sondern an Land, in Malaysia. Das sollte der Fokus sein, um vorwärts zu kommen. Sofern sie nicht so inkompetent ist wie die Luftwaffe und die Flugsicherung, weiss die malaysische Polizei mehr, als sie bislang zu sagen gewagt hat.»
Auf La Réunion wurde dieser Flügelteil angeschwemmt, 16 Monate nach dem spurlosen Verschwinden von MH370.
Auf La Réunion wurde dieser Flügelteil angeschwemmt, 16 Monate nach dem spurlosen Verschwinden von MH370.
Bild: AP

Wenn Piloten Amok laufen

Langewiesche erachtete es – wie oben erwähnt – als erwiesen, dass es keine gewaltsame Übernahme im Cockpit gab. Die todbringende Bedrohung kam von innen.

Und auch wenn sich vernünftig denkende Menschen der Vorstellung widersetzten, dass ein Pilot absichtlich hunderte Unschuldige mit in den Tod reisse, schreibt der Journalist, so sei dies in der zivilen Luftfahrt schon vorgekommen ...

  • 1997 stürzte eine Boing 737 der SilkAir in Singapur senkrecht in einen Fluss, alle 104 Menschen an Bord starben. Der Kapitän hatte zuvor die Blackbox deaktiviert.
  • 1999 endete EgyptAir-Flug 990 vor der Küste von Long Island im Meer, am Steuer sass der Co-Pilot. Alle 217 Menschen an Bord kamen ums Leben.
  • 2013, wenige Monate vor dem Verschwinden der MH370, flog ein Kapitän der Linhas Aéreas de Moçambique (LAM) einen Embraer E190 Twin Jet in den Boden und tötete alle 27 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder.
  • Der jüngste Fall sei der Germanwings-Airbus, der am 24. März 2015 in einen Hang in den französischen Alpen raste. Nur der Co-Pilot war zum Zeitpunkt des Unglücks im Cockpit. Alle 150 Menschen an Bord starben.

Bei MH370 sei es schwierig, den Co-Piloten als Täter zu sehen, schreibt Langewiesche. Es habe sich um einen jungen und optimistischen Mann gehandelt, der zu heiraten plante. «Er hatte keine Vorgeschichte mit irgendwelchen Problemen, Meinungsverschiedenheiten oder Zweifeln.»

Hingegen hätte der deutlich ältere Flugkapitän Anlass zur Sorge gegeben. Zaharie sei oft einsam und traurig gewesen. Seine Frau war ausgezogen und lebte im zweiten Haus der Familie. Gegenüber Freunden habe der Pilot eingeräumt, dass er zuhause verloren durch die leeren Räume lief.

Der Journalist, selbst ein erfahrener Pilot und langjähriger Auslandkorrespondent, schreibt:

«Es scheint, Zaharie wurde irgendwie von seinem früheren, gut etablierten Leben abgekoppelt. Er stand in Kontakt mit seinen Kindern, aber sie waren erwachsen und weg. Die Distanz und Einsamkeit, die mit der Nutzung von Social Media einhergehen können – und Zaharie nutzte Social Media oft – hat wahrscheinlich nicht geholfen.»

Wie Langewiesche erfahren haben will, bestehe unter Ermittlern in der Luftfahrtindustrie und in Kreisen der Nachrichtendienste ein starker Verdacht, dass der Flugkapitän klinisch depressiv gewesen sei.

Im offiziellen Bericht der malaysischen Behörde stand davon nichts. Zaharie wurde als jemand dargestellt, der über jeden Zweifel erhaben sei – ein guter Pilot und ruhiger Familienvater, der gerne mit einem Flugsimulator spielte.

Forensische Untersuchungen von Zaharies privatem PC durch das FBI ergaben allerdings, dass er auf dem Flugsimulator mit einer Route experimentiert hatte, die ungefähr der von MH370 entsprach: Ein Flug nach Norden um Indonesien herum, gefolgt von einem langen «Run» nach Süden, bis über dem Indischen Ozean der Treibstoff ausging.

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Bleibt die Frage, warum in offiziellen Ermittlungsberichten dermassen wichtige Details unerwähnt blieben.

Angehörige der Opfer von Flug MH370.
Angehörige der Opfer von Flug MH370.
Bild: AP

Am Boden

«Es gibt wahrscheinlich noch mehr, was die Ermittler entdeckt haben und was wir noch nicht wissen.»
William Langewiesche

Das malaysische Regime habe als eines der korruptesten in der Region gegolten, hält Langewiesche fest. Die Verantwortlichen hätten sich als «hinterhältig, ängstlich und unzuverlässig» erwiesen. Die aus Europa, Australien und den Vereinigten Staaten entsandten Unfallermittler seien schockiert gewesen von dem Chaos, das sie antrafen.

Schon in den Stunden nach dem Verschwinden der Unglücksmaschine waren am Boden massive Fehler passiert. Die Koordinierungsstelle für die Flugrettung in Kuala Lumpur wurde viel zu spät, erst am frühen Morgen, alarmiert. Zumindest dies wurde im Untersuchungsbericht eingeräumt.

Ein früherer malaysischer Beamter verriet aber, dass hochrangige Luftwaffenoffiziere vor der Veröffentlichung des abschliessenden Unfallberichts im Sommer 2018 verlangt hatten, diesen zu überprüfen und zu bearbeiten.

Denn die malaysische Luftwaffe, die den Luftraum rund um die Uhr überwachte, hatte auch schlimme Fehler begangen. Nachdem die Passagiermaschine vom Kurs abwich, wurde kein Kampfjet zur Aufklärung losgeschickt.

Tatsache sei:

«Da die Malaysier das, was sie wussten, zurückhielten, konzentrierten sich die ersten Suchaktionen auf den falschen Ort – das Südchinesische Meer – und fanden keine schwimmenden Trümmer. Hätten die Malaysier sofort die Wahrheit gesagt, hätten solche Trümmer gefunden und verwendet werden können, um den ungefähren Standort des Flugzeugs zu bestimmen; die Black Boxes wären vielleicht geborgen worden.»

Dass sich in malaysischen Regierungskreisen die Haltung zum Positiven verändert hat, muss zumindest bezweifelt werden. Am vergangenen Donnerstag meldete sich der Regierungschef mit einer merkwürdigen Kritik zu Wort.

Dabei ging es um die zweite Katastrophe, die 2014 die nationale Fluggesellschaft und das ganze Land ins Mark getroffen hatte. Den Abschuss von MH17.

Zuvor hatten internationale Ermittler in den Niederlanden neue Erkenntnisse vorgelegt, wonach vier hochrangige pro-russische Rebellen für die Tat verantwortlich seien. Ihnen wird wegen 298-fachen Mordes der Prozess gemacht.

Nun kritisiert das offizielle Malaysia die Haftbefehle gegen drei Russen und einen Mann aus der Ukraine. Premierminister Mahathir Mohammad deutete am Donnerstag in Kuala Lumpur eine Verschwörung gegen Russland an.

Sprich: Malaysias Regierung versucht die Aufklärung der einen Flugkatastrophe von 2014 zu stören, und blendet die eigenen Verfehlungen beim MH370-Absturz aus.

Chronologie

Die wichtigsten Ereignisse rund um den Absturz von MH370 und den Abschuss von MH17 im zeitlichen Ablauf:

8. März 2014

In Asien ereignet sich eine der mysteriösesten Katastrophen in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. Flug MH370 soll von der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur nach Peking führen. Doch weicht die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord mitten in der Nacht vom Kurs ab. Sie verschwindet – zunächst spurlos – über dem Meer.

Die technische Analyse wird später ergeben, dass das Flugzeug nach der unerwarteten Wende über dem südchinesischen Meer (Punkt A) und dem letzten Radarkontakt schliesslich nach Süden abgedreht sein muss (Punkt B).

Um 01:08 Uhr überflog die Maschine die malaysische Küste und startete über das Südchinesische Meer in Richtung Vietnam. 11 Minuten später drehte sie ab.
Um 01:08 Uhr überflog die Maschine die malaysische Küste und startete über das Südchinesische Meer in Richtung Vietnam. 11 Minuten später drehte sie ab.
screenshot: theatlantic.com

2014, April

Die internationale Suchaktion an der Meeresoberfläche wird abgebrochen und eine Tiefseesuche gestartet. Die Analyse von Satellitendaten ergibt den letzten elektronischen Kontakt («Handshake») mit Flug MH370, der mitten im indischen Ozean, an nicht genau bestimmbarem Ort, erfolgte.

Abhängig von der (unbekannten) Fluggeschwindigkeit, lag der letzte Kontakt entlang des blauen Bogens.
Abhängig von der (unbekannten) Fluggeschwindigkeit, lag der letzte Kontakt entlang des blauen Bogens.
screenshot: avherald.com

2014, 17. Juli

Es folgt die nächste Katastrophe für Malaysia Airlines. Flug MH17 von Amsterdam nach Kuala Lumpur endet abrupt über der Ostukraine, einem Kriegsgebiet. Das Flugzeug vom Typ Boing 777 wird mit einer russischen Militärrakete abgeschossen. Alle 298 Menschen an Bord sterben.

2015, 29. Juli

16 Monate nach dem Verschwinden von MH370 stösst auf der französischen Pazifik-Insel La Réunion eine Strandreinigungs-Crew auf ein etwa zwei Meter langes Wrackteil, das offenbar erst kürzlich an Land gespült worden war.

Andere Teile werden an weit verstreuten Stränden im westlichen Indischen Ozean gefunden. Einige können offiziell bestätigt werden, bei anderen gilt dies als wahrscheinlich.

2017, Januar

Die Suche per Schiff in einem 120'000 Quadratkilometer grossen Gebiet im südlichen Indischen Ozean wird offiziell eingestellt. Dies ist die gemeinsam getroffene Entscheidung von den Behörden in Malaysia, Australien und China.

2018, 30. Juli

Malaysias Transportbehörde veröffentlicht ihren offiziellen Untersuchungsbericht (Safety Investigation Report) zu MH370. Darin heisst es, die tatsächliche Ursache für das Verschwinden des Verkehrsflugzeugs lasse sich nicht feststellen. Es gebe keinerlei Hinweise auf ein mechanisches Problem.

2019, Juni

Knapp fünf Jahre nach dem Abschuss von MH17 über der Ukraine haben die Ermittler die ersten Haftbefehle gegen vier mutmassliche Täter, drei Russen und einen Ukrainer, ausgestellt. Der Strafprozess wegen 298fachen Mordes soll am 9. März 2020 in den Niederlanden beginnen

Externe Quellen

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Der Unglücksflug #MH17 – eine Chronik

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Der Unglücksflug #MH17 – eine Chronik
quelle: x02994 / antonio bronic
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