DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Jede vierte Person leidet unter Long Covid, Langzeitfolgen, Coronavirus, Gesundheit, Corona, Covid-19

Selbst nach mildem Verlauf leidet knapp jede vierte Person an Long Covid. Bild: Shutterstock

Jeder vierte Fall wird Long Covid: Bis zu 300'000 Menschen in der Schweiz betroffen

Nach einer Infektion mit Corona leiden 26 Prozent der Fälle an Folgebeschwerden: Das zeigt eine Studie des Epidemiologen Milo Puhan. Männer sind zudem eher betroffen als Frauen.



Müde, vergesslich, krank: So fühlen sich Betroffene mit Corona-Langzeitfolgen, kurz Long Covid. Eine neue Studie der Universität Zürich zeigt nun: Jede vierte Person hat es. Auch jene, die einen leichten Verlauf hatten.

Seit mehreren Monaten forscht das Team um den Zürcher Epidemiologen Milo Puhan an Long Covid. Das Syndrom ist die Spätfolge einer Infektion mit Sars-CoV-2. «Nun liegen die Resultate vor, mit allen 437 Patienten der ersten Welle», sagt Puhan gegenüber watson.

26 Prozent leiden unter Folgekrankheit

SRF sowie einige Behörden erhielten die Ergebnisse bereits, obwohl die Studie noch nicht fertig ist. «Wir möchten die Informationen nicht zurückhalten», so Puhan.

Dem SRF-Beitrag zufolge gaben 26 Prozent der Patienten an, sich sechs Monate nach der Infektion noch nicht erholt zu haben. Als häufigstes Symptom nannten sie Müdigkeit und Husten. Mindestens jeder zehnte sei im Alltag sehr eingeschränkt wegen des schlechten Gesundheitszustandes.

Auch mit mildem Verlauf gefährdet

Das Resultat habe ihn überrascht. Im Gegensatz zu anderen Studien untersuchte die von Puhan auch Patientinnen und Patienten mit mildem Corona-Verlauf. «Viele bisherige Studien untersuchen ‹Long Covid› bei Menschen, die hospitalisiert waren, also nur die schweren Verläufe», sagt Puhan gegenüber watson.

Seine Studie ist populationsbasiert und untersucht den Querschnitt aller Infizierten. Von den Patienten, die während des Infekts hospitalisiert gewesen waren, litten 39 Prozent noch unter mindestens einem Symptom. Bei denen mit leichtem bis mittelschwerem Verlauf seien es 23 Prozent, heisst es im SRF-Beitrag.

Patienten die sechs Monate nach Corona-Infektion Symptome haben

corona immunitas/srf

Daraus lässt sich schliessen, wie viele Personen gesamtschweizerisch unter Long Covid leiden. Die Dunkelziffer eingerechnet, geht der Epidemiologe Puhan von 1,3 bis 1,5 Millionen Infizierten aus: Es dürften also 250'000 bis 300'000 Menschen von Long Covid betroffen sein.

Ein Drittel der getesteten Männer betroffen

Die Studie zeigt ausserdem, dass Männer nach einer Corona-Infektion eher Long Covid haben als Frauen. Nach den sechs Monaten berichteten 31 Prozent der Probanden und 21 Prozent der Probandinnen, dass sich ihr Gesundheitszustand nicht normalisiert habe. Das ist den Informationen von Corona Immunitas zu entnehmen. Von den 437 Patienten waren 51 Prozent weiblich. Das durchschnittliche Alter lag zudem bei 48 Jahren.

Sozialsystem soll sich wappnen

Puhan sagt, es sei wichtig, die Zahl der Long-Covid-Betroffenen zu kennen. «Das Gesundheitswesen und das Sozialsystem müssen parat sein, die Hausärzte müssen wissen, was auf sie zukommt», so der Epidemiologe gegenüber SRF.

Das Fazit und die Empfehlungen des Forscherteams liegen noch nicht vor. Die vollständige Studie erscheine in zwei Wochen, so Puhan.

Dieser Artikel wurde um die Information über die Geschlechterverhältnisse bei den Long Covid Betroffenen ergänzt. Dies nachdem die Information auf der Webseite von Corona Immunitas aufgeschaltet wurde.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

19 Gesundheitstipps vom schlechtesten Arzt der Welt

Vermisst du Ausgang und Clubben? Versuch es mit diesen Auto-Tänzen!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Pandemien und Katastrophen: Was wir vom Gestern lernen können

Die interdisziplinäre Ringvorlesung vom Zentrum für Altertumswissenschaften (ZAZH) der Uni Zürich dreht sich dieses Jahr um die Frage, was Naturkatastrophen, Epidemien und Plagen mit uns anrichten.

«Hätte ich doch unbekannte Reden, fremdartige Sprüche, neue Worte, noch nie gebraucht und frei von Wiederholungen, nicht die Sprüche der Vergangenheit, welche die Vorfahren schon brauchten.

Ich presse meinen Leib aus von dem, was er hält, ich siebe alle meine Worte; denn Wiederholung ist alles, was man sagt, und alles Gesagte ist schon einmal gesagt.

Von der ersten Generation bis zu denen, die einst kommen, alle ahmen nur nach, was vergangen ist. Wüsste ich doch, was andere nicht wissen, was noch …

Artikel lesen
Link zum Artikel