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Das Allalinhorn fotografiert vom Hinter-Allalingrat aus am Mittwoch, 22. Juli 2015, in Saas-Fee, Wallis. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Allalinhorn: Arabisches Toponym mitten in den Walliser Alpen?
Bild: KEYSTONE

Liebe Frau Flückiger: In den Alpen gab es schon Muslime, als noch keine Eidgenossen existierten

Für Sylvia Flückiger verraten tanzende Derwische an der Eröffnungsfeier des Gotthard-Basistunnels «unsere Grundwerte». Was sagt die SVP-Nationalrätin wohl zu der Tatsache, dass Muslime – damals «Sarazenen» genannt – schon vor über 1000 Jahren über unsere Alpenpässe zogen?



Derwische am Gotthard? Für die SVP-Nationalrätin Sylvia Flückiger ist das ein Unding. Dass tanzende Derwische – für ihre ekstatischen Drehungen bekannte Angehörige eines muslimischen Ordens – in der Inszenierung «Sacre del Gottardo» zu sehen waren, veranlasste die Aargauer Politikerin sogar zu einer Anfrage an den Bundesrat. Flückiger wittert einen Verrat unserer Grundwerte.

Noureddine Khourchid, Saenger der Umayyaden-Moschee in Damaskus, mit Chor und einem tanzenden Derwisch, am Donnerstag, 7. April 2016, an den Stanser Musiktagen in Stans. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Ein Derwisch.
Bild: KEYSTONE

Theaterregisseur Volker Hesse wiederum ist darüber irritiert, dass «eine wild gewordene SVP-Nationalrätin sich über islamistische Propaganda» äussere. Und watson nahm die Befürchtungen der Nationalrätin auf die Schippe

Arabisches Allalinhorn?

Es war aber watson-User «banda69» vorbehalten, einen völlig vernachlässigten Aspekt in der ganzen leidigen Derwisch-Debatte in Erinnerung zu rufen: 

Wie das? Araber in den Alpen?

In der Tat ist historisch belegt, dass muslimische Krieger im 10. Jahrhundert zeitweise Schweizer Alpenpässe kontrollierten. Diese sogenannten Sarazenen – diese Sammelbezeichnung verwendeten die christlichen Europäer im Mittelalter für die islamischen Völker im Mittelmeerraum – waren von ihrer Basis in Südfrankreich in das Gebiet der heutigen Schweiz vorgestossen. 

Nach Südfrankreich waren muslimische Heere aus dem kurz zuvor eroberten Spanien bereits um etwa 730 gelangt. Später waren es Seefahrer und Piraten aus Spanien und Nordafrika, die feste Stützpunkte an der provenzalischen Küste errichteten. Um das Jahr 890 herum liessen sie sich in Fraxinetum (heute La Garde-Freinet bei St.Tropez) nieder, das sie arabisch Farahsanit nannten. 

Sarazenen aus Fraxinetum

Mittelalterliche Darstellung von Sarazenen aus Fraxinetum.

Raubzüge bis Chur

Von dort aus unternahmen die zum grösseren Teil wohl aus Berbern bestehenden Krieger auf der Suche nach Sklaven und Beute Raubzüge ins Hinterland, die sie bis Lyon, ins Piemont und ab 920 auch in die Schweiz führten. In den 930er-Jahren eroberten sie Genf, drangen über das Wallis bis nach Churrätien vor und überfielen den Bischofssitz in Chur. Die Mönche des Klosters Disentis flohen vor ihnen nach Zürich. 940 plünderten sie das Kloster St.Maurice im Wallis. 

Karte Hoch- und Niederburgung im 9./10. Jahrhundert

Die politische Lage im westlichen Alpenraum zur Zeit der Sarazenen-Einfälle. 
Karte: Wikimedia

Kurz nach der Mitte des 10. Jahrhunderts beherrschten die Sarazenen Savoyen und grosse Gebiete im Süden und Westen der Schweiz. Im Osten stiessen sie bis Pontresina und St.Gallen vor. Sie kontrollierten wichtige Alpenübergänge wie den Simplon und den Grossen St.Bernhard. Diese Stellung nutzten sie aus, um Pilger und Kaufleute zu überfallen, aber auch um Handel zu treiben – in dieser Hinsicht nicht unähnlich den Wikingern, die zur selben Zeit die Küsten Westeuropas heimsuchten. 

Karte Europa zur Zeit der Invaasionen im 9. und 10.  Jahrhundert (frz.)

Sarazenen, Wikinger, Ungarn: Europa in der Zeit der Invasionen im 9. und 10. Jahrhundert.  Karte: Bibliothèque Numérique de l'Université d'Artois

Zu Beginn agierten die Sarazenen aus Fraxinetum weitgehend autonom, doch ab 940 wuchs der Einfluss des umayyadischen Kalifats von Córdoba. Gleichwohl würde es entschieden zu weit gehen, die sarazenischen Gebiete im heutigen Frankreich und der Schweizer Alpenregion als Filiale dieses andalusischen Kalifats zu bezeichnen, wie es mitunter gemacht wird

Schlacht von Tourtour

Entscheidende Niederlage: Schlacht von Tourtour, 973.

Die falsche Geisel

Das Ende der sarazenischen Herrschaft begann 972. In diesem Jahr entführten die Sarazenen bei Orsières im Wallis Abt Maiolus von Cluny. Der wichtigste Abt der westlichen Christenheit kam zwar gegen ein Lösegeld von 1000 Pfund Silber frei, doch die Empörung über diesen Übergriff war enorm. Graf Wilhelm I. von Provence sammelte ein Heer und schlug die Sarazenen in mehreren Schlachten. Entscheidend war der Sieg in der Schlacht von Tourtour. Danach griff er Fraxinetum an, das um 975 fiel. Die überlebenden Sarazenen wurden getauft und versklavt. 

Versklavte Sarazenen

Versklavte Sarazenen, Pfeilerfigur in der Kirche Sainte-Marie von Oloron.  Bild: Wikimedia/Myrabella

Obwohl sich die Präsenz der Sarazenen im schweizerischen Alpenraum über mehrere Jahrzehnte erstreckte, gibt es bis dato keine archäologischen Belege für sarazenische Siedlungen. Auch ist nicht sicher belegt, dass es die Sarazenen waren, die im Wallis als erste Wasserführungen (Suonen) anlegten, wie manchmal behauptet wird

Kaum Ortsnamen – aber Gene?

Was nun die Walliser Ortsnamen betrifft, die User «banda69» in seinem Kommentar anführt, so wird immer wieder behauptet, diese seien aus arabischen Bezeichnungen abgeleitet. Die linguistische Forschung lehnt diese Sarazenen-Hypothese jedoch ab. Pontresina dagegen ist ein Toponym, das zwar nicht aus dem Arabischen stammt, aber den Begriff «sarazenisch» enthält: Es taucht im 12. Jahrhundert als «pons sarasina» (sarazenische Brücke) auf. 

Dennoch ist Vorsicht angebracht: Möglich ist nämlich auch, dass der Erbauer der Brücke Sarrazin oder ähnlich hiess – ohne dass es sich bei ihm um einen Sarazenen handelte. Dieser vornehmlich in der Schweiz und Frankreich verbreitete Familienname muss nicht zwangsläufig auf eine sarazenische Herkunft des Benannten hinweisen. Manchmal erhielten auch auffällig dunkle Menschen oder Roma diesen Namen. 

epa03229955 German politician (SPD) and former member of the Executive Board of the Deutsche Bundesbank, Thilo Sarrazin speaks at the press conference about his new book 'Europe Doesn't Need the Euro' in Berlin, Germany, 22 May 2012. Photo:  EPA/SOEREN STACHE

Einer der derzeit prominentesten Träger des Familiennamens: Der umstrittene deutsche Autor Thilo Sarrazin.  Bild: EPA

Alles in allem ist es aber kaum denkbar, dass all diese sarazenischen Krieger, die während Jahren durch den Schweizer Alpenraum zogen, keine genetischen Spuren in der Bevölkerung hinterlassen haben sollen. Wer weiss: Vielleicht tummelt sich auch in der Ahnenreihe von Frau Flückiger der eine oder andere stolze muslimische Krieger. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • eskimolimon 11.06.2016 20:57
    Highlight Highlight Nun ist es an der Zeit, nach all diesen Jahren, dass die Schweizer das Land den Sarazenen zurückgeben. 'Sarazena' sollte endlich international anerkannt werden!!
    • Luca Brasi 12.06.2016 08:28
      Highlight Highlight Eigentlich könnten die Schweizer den Römern das Land zurückgeben. Die waren vor den Sarazenen da. (Ok, die Helvetier, etc. waren auch da) ;)
    • Alienus 12.06.2016 08:55
      Highlight Highlight @Luca Brasi

      Don Luca, möchten Sie die Büchse der Pandora öffnen, wenn man nachweisen sollte, die heutigen Schweizer müssten ihre Wurzelfragmente bei den dort gemeinten Helvetiern suchen?
    • Luca Brasi 12.06.2016 09:34
      Highlight Highlight @Alienus: Zu viel der Ehre, ich bin doch kein Don, sondern nur für die Müllbeseitigung zuständig. ;)
      Wäre noch lustig festzustellen, wer heutzutage noch am meisten "Helvetier-Gene" in sich trägt. Vielleicht die Franzosen, Norditaliener und die Romands. Aber wir können noch weiter zurückgehen und auch die Pfahlbauer als Legitimation festlegen. ;)
      Fakt ist, dass Schweizer meist Germanen sind.
      Gesichert ist allerdings, dass Rom dazu bestimmt ist die Erde zu beherrschen. Wurde von den Göttern so entschieden laut Vergil. Und wenn man Vergil nicht mehr trauen kann, wem dann? ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alienus 11.06.2016 15:44
    Highlight Highlight Anmerkung zu Suonen.

    Betrachtet man „Suonen“, so ist der Ursprung möglicherweise vor den Sarazenen zu finden. Geht man in die germ.-südaleman. Bezeichnung für einen Wiesengraben, Schmalgraben, Entwässerungsgraben uäm., so kommt man zu germ. „sun“. Im alem. „sün“ und im südalem. „suen“.

    Das nordgerm. „sun“ wird im germ.-hochalem. durch Diphthongierung zum „sün / suen“.

    Dies wurde auf Wasserleitung / Wassergang übertragen. Der Wassergang „suene“ ist Schlitzgraben, der am Hang entlang läuft.

    Nordgerm. für schmale Meeresstelle ist „sund“. Also nix mit den Sarazenen sonder mit ollen Germanen.

    • HerrBircher 12.06.2016 20:18
      Highlight Highlight Immer läuft es schlussendlich wieder auf diese langweiligen Germanen hinaus. Die haben einfach keinen Glamour-Faktor.
    • Alienus 13.06.2016 12:31
      Highlight Highlight Herr Birke, da haben Sie die glamourösen Germanenfeste nicht erlebt. Wie Wagner diesen Kriegern nen geilen Sound unterjubelte.

      Tja, wenn man bedenkt, dass die Phönizier-Punier, Ägypter, Hispanier, Gallier, Kelten, Dacer, Syrer, Britonen und Scotten sowie der Hannibal den römischen Legionen nicht richtig anhaben konnten. Und Asterix ist ein schwacher Gallier-Wunschtraum.

      Aber die Germanen haben's schon. Radierten glamourös Legion einfach weg, warfen die Römer raus und plünderten auch noch Rom.

      PS: Auch die südtiroler Bezeichnung „Waale“ ist germanischen Ursprungs.

      Hm, ist einfach blöd!?
    • HerrBircher 13.06.2016 13:23
      Highlight Highlight Ailemus, ich sage ja nicht, dass die Germanen nicht total badass waren. Sie fuhren schon immer auf der Yolo-Schiene.
      Es hat aber schon ziemlich lange gedauert bis sie ihren ganzen Swag zusammengerafft haben und die Römer zurückschlagen konnten. Davor haben diese poshen Mittelitaliener the Hood (und weiteres) ziemlich lange kontrolliert.

      P.s.: Was ist denn eigentlich so blöd?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Macke 11.06.2016 14:30
    Highlight Highlight Und wenn Frau Flückiger erst wüsste, wie viele Objekte aus dem islamischen Raum in (christlichen) Kirchenschätzen vorhanden sind... Reliquiare, die eigentlich Parfümfläschchen aus dem arabischen Raum sind, Textilien etc. Auch Handwerkstechniken wurden von Christen sehr gerne übernommen.
  • ch2mesro 11.06.2016 14:26
    Highlight Highlight ist Toleranz kein schweizerischer grundwert?
    • Marin Baechli 13.06.2016 22:58
      Highlight Highlight Nein, definitiv nicht.
  • reaper54 11.06.2016 13:22
    Highlight Highlight Eidgenossen wurden bereits von Ceasar (schriftlich) Dokumentiert, den Islam gab es damals noch nicht. Alle Einwanderer sollen sich anpassen und diejenigen die die eigene Geschichte verleugnen, wandert doch aus!
    • Blitzableiter 11.06.2016 13:53
      Highlight Highlight Nö. Das waren Helvetier, ein Kelten Stamm. Separatistische Eidgenossen kammen viel später.
    • bfm 11.06.2016 13:57
      Highlight Highlight ja, und weil Caesar, der extrem weitsichtige Heerführer bereits wusste, dass mehr als tausend Jahre später drei Männer einen Eid auf die Unabhängigkeit schwören würden, hat er sie "Eidgenossen" genannt.
    • Daniel Huber 11.06.2016 13:57
      Highlight Highlight «Moskau einfach», hiess das früher.
      Du hantierst auf recht zweifelhafte Art mit Begriffen. Wo hat Caesar «Eidgenossen» dokumentiert? Wenn die Tiguriner und Rauracher auch schon Eidgenossen waren, dann sicher auch die Pfahlbauer. Und vielleicht schon die Neandertaler, wer weiss?
    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 11.06.2016 11:33
    Highlight Highlight Es geht um werte, liebe leute!

    Die gute frau flückiger hat mit ihrem sehr rassistisch gefärbten kommentar zur Eröffnungsfeier, so typisch svp man-sieht-ja-vor-lauter-muslime-keine-schweizer-mehr, wieder einen tiefschlag gelandet.

    Nun gibt's antworten darauf. Ist doch gut so. Und wenn die antworten etwas bissig ausfallen, die svp hat diesen mit ihrer hetze angestachelt.
  • Domino 11.06.2016 10:58
    Highlight Highlight Irgendwie ziemlich kriegerisch diese Muslime.

    Der Islam ist ja nicht an eine Etnie/Rasse gebunden. Jeder kann dem Islam beitreten. Dabei geht es lediglich um die Religion/Ideologie.

    Darum frage ich mich: hätte der Autor bei einem ähnlichen Artikel über Nazis zum Schluss auch geschrieben: " vielleicht tummelt in der Ahnenreihe von Frau Flückiger der eine oder andere STOLZE nationalsozialistischer Krieger"? Wohl eher nicht, obwohl beide Ideologien viele Gemeinsamkeiten aufweisen.
    • Nietram 11.06.2016 14:37
      Highlight Highlight Das gilt auch für die anderen Religionen, sonst wären wir ja heute noch islamisch.
      Nazi-Verknüpfungen gab es in der Schweiz übrigens reichlich. In gewissen Kreisen hat man für Hitler gesammelt und dabei ordentliche Beträge zusammengebracht. Aufarbeitung in der Schweiz – eher Fehlanzeige.
    • Daniel Huber 11.06.2016 21:03
      Highlight Highlight @Domino: Tatsächlich waren die Sarazenen recht kriegerisch. Sie waren damit allerdings nicht allein: Zu dieser Zeit brandschatzten auch die Ungarn Gebiete bis weit nach Frankreich hinein. Und die Wikinger plünderten von Irland bis Sizilien alle wehrlosen Küsten.
      Was den Vergleich Islam - Nationalsozialismus anbelangt: Das halte ich für Unsinn, weil hier sehr unterschiedliche Phänomene vorliegen, auch wenn man Gruppen wie den IS als «islamofaschistisch» bezeichnen kann. Der Islam ist eine Weltreligion, die sich nicht einfach auf einen Nenner bringen lässt – weder im Guten noch im Schlechten.
    • Domino 11.06.2016 22:16
      Highlight Highlight Wäre Hitler erfolgreicher gewesen, so wäre sehr wahrscheinlich schon eine Religion daraus entstanden. Das passende Buch von ihm gibt es ja schon, sowie heute einzelne Anhänger die ihn vergöttern.
      Der Islam in seiner reinen Lehre mit Mohammed als Vorbild ist faschistisch. Wir können von Glück reden dass die meisten Moslem nicht Koran- und Schariatreu sind.
      Die vielen Gemeinsamkeiten der Ideologien sind Realität und keine Erfindungen. Einzelne Medien arbeiten zum Glück die Geschichte auf: http://www.sueddeutsche.de/leben/historie-hakenkreuz-und-halbmond-1.3015455
    Weitere Antworten anzeigen
  • hood 11.06.2016 10:57
    Highlight Highlight Die Frage sollte auch sein, ab wann bezeichnen wir uns als Schweizer. Ist es das heutige Staatengebilde (1848), Napoleon (1803), Eidgenossen (ab1291) oder sind es die Urvölker der Helvetier oder Räter welche schon vor den Römer in unserem Gebiet lebten. Die Bevölkerung in den Alpen kamen mit jeder "Bedrohung" irgendwie zurecht und haben sich immer wieder neu erfunden. Mit Anpassung oder Kampf, das wie entscheiden heute Wir.
  • Murky 11.06.2016 10:12
    Highlight Highlight Super Artikel, danke dafür. Es ist sehr wichtig ab und an mal einen Blick in die eigene Geschichte zu werfen um die Gegenwart besser zu verstehen.
    • Daniel Huber 11.06.2016 21:03
      Highlight Highlight Danke vielmals!
  • Der Tom 11.06.2016 09:21
    Highlight Highlight Die waren schon immer eine Bedrohung. Oder wie soll man das jetzt verstehen? Ansonsten interessanter Artikel. Bitte mehr davon aber lieber ohne "querschlüsse"
    • pamayer 11.06.2016 11:10
      Highlight Highlight Und ich denke nicht, das unsere Vorfahren es toll fanden, jetzt RömerIn zu sein, rosen hin oder her. und nachher eingebunden ins heilige römische reich von karl dem grossen. Ebensowenig wie es die jurassier chouette fanden, BernerInnen sein zu müssen.
  • Karl Müller 11.06.2016 09:13
    Highlight Highlight Herr Huber, ich finde es super, dass sie immer wieder solche spannenden Ausflüge in die Geschichte unternehmen. Ihre Artikel finde ich etwas vom interessantesten bei Watson. Was ich aber nicht verstehe: Inwiefern soll jetzt dieses Beispiel von ins Gebiet der heutigen Schweiz einfallenden, raubenden und versklavenden Horden, der Aussage einer Islamgegnerin den Wind aus den Segeln genommen haben, wie es der Titel suggeriert?
    • Imfall 11.06.2016 09:36
      Highlight Highlight man sollte die wahrheit aber auch nicht verdrehen... christen z.B. haben in der vergangenheit auch nicht gutes getan!
    • Karl Müller 11.06.2016 09:58
      Highlight Highlight @Imfall: Gut, dass wir das geklärt haben!
    • TheMan 11.06.2016 11:22
      Highlight Highlight Imfall jetzt kommt das mit den Christen. Ohne Beweis. Alle Kriege die von "Christen" geführt wurde. Wurden ohne Gottes willen gemacht. Auf wunsch eines Kaisers oder Papstes, der sich bereichern wollte. Im Islam wurdesaber jeder Krieg mit Allahs Segen getan. Übrigens erwähnentswert ist auch. Die Muslimen behaupten nach wie vor, die Besetzung Spaniens sei friedlich abgelaufe. Und es herrsche immer Harmonie in Spanien, zwischen Spanier und Muslimen. Was aber wiederlegt werden könnte.
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  • Kaiserin 11.06.2016 09:03
    Highlight Highlight Im Zusammenhang mit Pontresina ist wohl der Familiennamen Saratz wichtiger als Sarrazin, auch wenn sie den gleichen Ursprung haben mögen.
  • Bijouxly 11.06.2016 08:45
    Highlight Highlight Ja und es zogen auch Hannibal und seine Elefanten über die Alpen. Eine Legitimierung, dass wir Elefanten in Zoos und Zirkussen festhalten? Jetzt reichts dann also auch mal, echt. Jedes Land hat halt seine Werte und nur weil wir Schweizer einfach 0 Nationalgefühl und -stolz haben, heisst das nicht, dass wir auch keine eigenen Werte haben dürfen. Und sich sage das aus der Mitte und nicht von der rechten Ecke!
    • Alnothur 11.06.2016 10:15
      Highlight Highlight Mit dem Titel und der Einleitung wird das schon suggeriert. Irgendwie auf Biegen und Brechen. Schade, denn der Artikel selbst ist mal wieder interessant und gut geschrieben.
    • Murky 11.06.2016 10:16
      Highlight Highlight Genau, sehe ich auch so. Das kann man einfach als Wissen aufnehmen. Das 10. Jh ins 21. rüberzunehmen als Legitimation für irgendwas wäre sowieso falsch. Dann könnte man ja auch die Kreuzzüge des 12. jh auf heute übertragen als Legitimation (was die islamischen Fundamentalisten übrigens machen).
    • Daniel Huber 11.06.2016 13:52
      Highlight Highlight Man muss seine Werte nicht verleugnen, wenn man Frau Flückigers Skandalisierung der tanzenden Derwische für deplatziert hält.
      Diese leidige Derwisch-Debatte nimmt der Artikel aber lediglich augenzwinkernd zum Anlass, ein eher wenig bekanntes Stück Geschichte zu beleuchten.
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In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

Der Volkszorn kocht, und der Redner weiss genau, was die Leute hören wollen: «Die Flücht­lin­ge müs­sen hin­aus­ge­wor­fen wer­den, und die Bau­ern müs­sen da­bei tat­kräf­tig mit­hel­fen», ruft Josef Fischbacher. Der Kreisdirektor des bayerischen Bauernverbandes giesst kräftig Öl ins Feuer und nimmt sogar das Nazi-Wort «Blutschande» in den Mund.

Was hier nach Sachsen im Jahr 2016 klingt, ist Bayern im Jahr 1947. Und die Flüchtlinge, die Fischbacher hinauswerfen will, kommen nicht aus …

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