DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Sudan ist der letzte seiner Art – deshalb bewachen ihn bewaffnete Bodyguards rund um die Uhr

31.05.2015, 13:4831.05.2015, 14:05
roman rey

Die Uhr schlägt fünf vor zwölf: Auf der ganzen Welt gibt es noch fünf nördliche Breitmaulnashörner – vier von ihnen sind weiblich. Der 40-jährige Sudan, der mit zwei seiner Genossinnen im «Ol Pejeta»-Reservat in Kenia lebt, ist das letzte Männchen der Art. 

Um ihn vor Wilderern zu schützen – und das drohende Aussterben der Unterart zu verhindern – wird Sudan nun rund um die Uhr von bewaffneten Wildhütern beschützt, schreibt The Independent. Zudem hat man ihn und seine Artgenossinnen mit Sendern ausgestattet und ihm das Horn entfernt, um ihn für Wilderer weniger attraktiv zu machen.

Am 20. Dezember 2009 kam Sudan mit drei Artgenossen in Ol Pejeta an.

Wie skrupellos Wilderer vorgehen, zeigt dieser Fall von vergangener Woche: In Südafrika schnitten sie das Horn des Nashornweibchens Hope ab und überliessen es seinem Schicksal. Mitarbeiter eines Reservats fanden Hope ein paar Tage später – und konnten sie retten.

Hope überlebte schwer verletzt.
Hope überlebte schwer verletzt.
Bild: EPA/ADRIAN STEIRN
«Wir können viele Wilderer abwehren, aber wir riskieren dabei unser Leben.»
Einer der Beschützer

Die Wilderer machen auch vor geschützten Gebieten wie Ol Pejeta nicht halt. «Die Nachfrage nach Elfenbein und Hörnern steigt, wir haben es mit etlichen Wilderer-Angriffen zu tun», sagt Simor Irungu, einer von Sudans Bodyguards, im Magazin «World of Animals». «Wir können viele von ihnen abwehren, aber wir riskieren dabei unser Leben

Mit Drohnen, Kampfhunden und Gewehren gegen Wilderer.
video: youtube/olpejetaconcervancy

Ein Grund für die dramatische Situation ist die steigende Nachfrage in Asien, wo Hörnern und Elfenbein heilende Kräfte zugesprochen wird. In Südafrika, dem am stärksten betroffenen Land, wurden im vergangenen Jahr mehr als 1000 Nashörner und unzählige Elefanten von Wilderern getötet.

Gemäss WWF lebten 1960 noch 2000 nördliche Breitmaulnashörner auf unserem Planeten. Wegen der Wilderei waren es 1980 noch 15 Tiere, heute nur noch fünf. Jetzt liegen die Hoffnung auf Sudan und seinen beiden Argtenossinnen Fatu and Najin.

Die drei kamen am 20. Dezember 2009 zusammen mit dem Männchen Suni – er starb letzten Herbst eines natürlichen Todes – von einem Zoo in Tschechien nach Ol Pejeta.

Man spekulierte darauf, dass sich die Tiere in Kenia noch eher vermehren würden als in Europa. Bis jetzt ist der Nachwuchs aber ausgeblieben. Und wenn sich Sudan weiter ziert, dann können auch Gewehre und Kampfhunde das nördliche Breitmaulnashorn nicht retten.

1 / 7
Die letzten Breitmaulnashörner der Welt
quelle: epa/epa / dai kurokawa
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

65 Prozent weniger Honig: Schweizer Imker kämpfen um das Überleben ihrer Völker

Nass und kalt, das war das Jahr 2021 über weite Strecken – gerade im Frühling und im Sommer. Das war schlecht für die Bienen – und hat für die Schweizer Imker ein historisch schlechtes Jahr zur Folge. Die Honigerträge sind um zwei Drittel eingebrochen.

40 Jahre ist es nun schon her, dass Jakob Künzle anfing mit der Imkerei. Lange waren die Bienen nur ein Hobby. Dann hat er sie zu seinem Beruf gemacht. Künzle hat über die Jahre viel erlebt. Er sagt, als Imker sei man sich daran gewöhnt, dass es auf und ab geht. Dass auf ein gutes Jahr ein schlechtes folgt. Aber dass eine Saison fast ganz ausfällt, das hat es noch nie gegeben. Bis jetzt. Bis 2021.

Wenn Künzle von der Bienensaison 2021 berichtet, dann nimmt er einmal das Wort «himmeltraurig» in …

Artikel lesen
Link zum Artikel