Demonstrant bei neuerlichen Protesten in Charlotte erschossen

Publiziert: 22.09.16, 05:12

Am zweiten Tag in Folge sind Proteste gegen Polizeigewalt in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina aus dem Ruder gelaufen. Als die Polizei Tränengas einsetzte, fielen in der Menge Schüsse. Ein Mann starb. Die Polizei erklärt, sie habe nicht geschossen.

Am späten Mittwochabend gingen nach Medienberichten erneut hunderte Menschen auf die Strassen, um nach dem Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse zu protestieren. Nach kurzer Zeit eskalierte die Lage, es kam zu Zusammenstössen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen.

Dabei sei ein Demonstrant angeschossen und getötet worden, berichtete unter anderem der «Charlotte Observer». Nach Polizeiangaben wurde der Mann von einem anderen Zivilisten erschossen, berichtete der Sender CNN. Auch die Stadtverwaltung twitterte, die Polizei habe nicht geschossen.

Mindestens sieben Polizisten und ein Demonstrant wurden bei den neuen Zusammenstössen verletzt. Bei Protesten in der Nacht zuvor waren 16 Polizisten verletzt worden.

Bewaffnet oder nicht

Auslöser der Proteste und Unruhen waren tödliche Schüsse der Polizei auf einen Bewaffneten. Polizeichef Kerr Putney berichtete am Mittwoch, Polizisten hätten am Dienstag einen Verdächtigen gesucht. Dabei hätten sie auf einem Parkplatz einen Bewaffneten in einem Auto angetroffen und ihn mehrfach aufgefordert, auszusteigen.

Das habe er schliesslich getan, allerdings mit der Waffe. Er habe die Polizisten bedroht, daraufhin habe einer von ihnen geschossen. Der Schütze und der getötete 43-jährige Familienvater sind Afroamerikaner.

Anschliessende friedliche Proteste gegen das Vorgehen der Polizei seien durch einige aggressive Unruhestifter aufgestachelt worden und eskaliert. Später kam es auch zu Plünderungen und Brandstiftung.

Eine Reporterin veröffentlichte am Mittwoch ein Video der Schwester des Erschossenen. Sie sagt, ihr Bruder sei unbewaffnet gewesen. Er habe in seinem Auto ein Buch gelesen und auf seine Kinder gewartet, als die Polizei ihn erst mit einem Elektroschocker ausser Gefecht gesetzt und dann mit vier Schüssen getötet habe. Die Polizei widersprach dieser Darstellung.

Bürgermeisterin Jennifer Roberts rief die Stadt am Mittwoch zur Ruhe auf. Der Fall werde umfassend untersucht. (sda/dpa)

Meistgelesen

1

Führerschein weg, 7000 Franken weg – warum Theo nach einer …

2

Der PICDUMP ist da! 💪

3

So macht's der «Blick» – Wie würdest du diese Story tit(t)eln? …

4

Ich mach seit 20 Jahren Interviews. Keins war so ein Desaster wie das …

5

25 Dinge, die dir nur in der Schweiz im Zug passieren

Meistkommentiert

1

Dieses Restaurant in Zürich führt als erstes der Schweiz …

2

Schweizer Retro-Food oder das moderne Gegenstück: Was hättest du …

3

Frauen sollen länger arbeiten: Nationalrat beschliesst Rentenalter 65

4

Bekannter deutscher Journalist interviewt «Al-Nusra»-Kommandant – …

5

Rentenalter 65 für Frauen ist nichts als gerecht

Meistgeteilt

1

«Sie hät ja gseit!» Dübendorfs Widmer trotz Cup-Out der …

2

SC Bern scheitert blamabel an Ticino Rockets – Davos ohne Probleme

3

Schont der SC Bern seine Stars bald auch bei NLA-Auswärtsspielen?

4

Bye-bye, Blackberry! Der Smartphone-Pionier gibt auf

5

«Das Problem bei Gölä ist, dass er einen Mund hat»

0 Kommentare anzeigen
0
Logge dich ein, um an der Diskussion teilzunehmen
Youtube-Videos und Links einfach ins Textfeld kopieren.
600