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Spanien

Protest gegen Massentourismus – Bürger machen Tourismus-Büro auf Mallorca dicht

«Geschlossen», steht in roten Lettern auf den Zetteln.
«Geschlossen», steht in roten Lettern auf den Zetteln.bild: facebook/ ciutat per a qui l'habita

Protest gegen Massentourismus – Bürger machen Mallorcas Tourismus-Ministerium dicht

Steigende Immobilienpreise und wachsende Müllberge: Den Einheimischen in Mallorca stinken die Touristenströme. Nun knöpfte sich eine Gruppe von Bürgern das Tourismus-Ministerium vor.
29.07.2017, 18:0429.07.2017, 20:01

Eine Bürgerinitiative Mallorcas hat gegen den Massentourismus auf der spanischen Insel protestiert. Mitglieder der Organisation «Ciutat per qui l'habita» (deutsch etwa: «Die Stadt für die Bewohner») sperrten in Palma symbolisch das Tourismusministerium der Balearen. Sie klebten am Samstag Zettel mit der Aufschrift «geschlossen» an die Eingangstür des Gebäudes.

Eine Sprecherin der Vereinigung las eine Botschaft vor und kritisierte dabei unter anderem die Vermietung von Ferienwohnungen in Mehrfamilienhäusern, die das Angebot für die Einheimischen reduziere und die Immobilienpreise nach oben treibe. Die Wirtschaft sei für die Regierenden wichtiger als das Recht auf eine Wohnung, hiess es.

Die Probleme des Tourismus und die rapide wachsenden Besucherzahlen lösen auf Mallorca immer mehr Kritik aus. Der Bürgermeister der Hauptstadt Palma, Antoni Noguera, hatte Anfang des Monats nach mehreren Prügeleien zwischen Touristen unter anderem aus Deutschland sowie anderen Zwischenfällen gesagt, man wolle keine Besucher, die «durch Besäufnisse und Schlägereien» Probleme bereiten.

Am Freitag machte die Chefin der städtischen Reinigungsfirma von Palma (Emaya), Neus Truyol, den Tourismus für die wachsenden Müllmengen mitverantwortlich. Sie wies darauf hin, dass in besonders stark von Touristen aufgesuchten Vierteln der Müll zweimal am Tag eingesammelt werden müsse.

In den vergangenen Tagen waren in Palma zudem zum wiederholten Mal Graffitis aufgetaucht, die die Ferienvermietung von Privatwohnungen kritisierten. (sda/dpa)

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